Politik muss entscheiden: Wie weiter mit der Antoniusstraße?

Blick auf die rückwärtige Antoniusstraße: Wann wird hier endlich eine städtische Atmosphäre entstehen? Und wann wird das Parkhaus, von dem aus das Foto gemacht wurde, endlich niedergelegt? Um diese Fragen geht es am Donnerstag im Planungsausschuss. Foto: Archiv

Die Herbstferien sind zu Ende, die Kommunalpolitik wird stressig, denn jetzt wollen bis zum Ende des Jahres alle noch etwas geregelt bekommen. Hier sollen zwei Arbeitsausschüsse Erwähnung finden: die Bezirksvertretung Aachen-Mitte und der Planungsausschuss.

Die Sitzung der Aachen-Mitte-Politiker (Mi., 08. 11., ab 17 Uhr, Haus Löwenstein) befasst sich unter anderem mit der „Erdgasfernleitung Zeelink“. Das ist eine Gasleitung, so breit wie eine Autobahn, die von der belgischen Küste aus über Aachen in die Republik hinein läuft und halb Deutschland mit Gas versorgen wird. Ein gigantisches Teil ist da geplant  – von dem Unternehmen „Open-Grid-Europe“.

Das Unternehmen wollte die Mega-Leitung südlich von Brand gleich durch mehrere traumhaft schöne Naturgebiete schlagen, woraufhin sich nahezu ganz Brand empörte und einen Widerstand aus dem Boden stampfte, der sich gewaschen hatte. Als die Behörde des Regierungspräsidenten sich dann auch noch anschickte, die Pläne des Unternehmens zu gestatten, stand in Brand erst recht alles zusammen und wehrte sich.

Die Sache ist lang und breit durch die Presse gegangen. Die Firma hat (gibt vor?) mitgeteilt, sie werde eine andere Strecke auswählen, nämlich diejenige, die die Brander vorgeschlagen haben: parallel zur Autobahn A 44.

Der ganze – quasi von außen aufgedrängte – Vorgang beschäftigt diverse Fachbereiche und Ämter der Stadtverwaltung, die sich mit den Brander Bürgern in einem Abwehrkampf  befindet, enorm. In verschiedenen Sitzungen müssen nun verschiedene Gremien Stellungnahmen abgeben. Wer sich für Einzelheiten interessiert, lese hier weiter.

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Nächster Punkt: grenzüberschreitender elektromobiler  ÖPNV (mit dem sogenannten CharlemagnEbus).

In einer Studie wurde untersucht, welche grenzüberschreitenden Buslinien im Dreiländereck kurzfristig auf elektromobilie Antriebe umgestellt werden können. Ergebnis: die Linie 44 zwischen Heerlen und Aachen ist für eine Umstellung auf Elektroantriebe geeignet. Die Linie 44 wird gemeinsam von der ASEAG und seit Dezember 2016 von dem niederländischen Konzessionär Arriva betrieben, und zwar zwischen Heerlen Station und Hauptbahnhof Aachen

Bei einem Halbstundentakt sind derzeit vier 12 Meter lange Dieselbusse im Einsatz. Das Verkehrsunternehmen Arriva hat sich der Provinz Limburg gegenüber vertraglich verpflichtet, bis 2026 den gesamten Busverkehr innerhalb Limburgs emissionsfrei zu betreiben. Arriva plant, auch auf der Linie 44 zukünftig Elektrobusse einzusetzen, deren Nachladekonzept sich jedoch von den ASEAG Elektrobussen unterscheidet. Während die ASEAG Elektrobusse mit relativ großen Energiespeichern ohne Nachladung im Betrieb einsetzt, die nur nachts im Depot nachgeladen werden müssen, sind für die Elektrobusse von Arriva an den Endhaltestellen innerhalb der Wendezeiten Ladevorgänge notwendig

So müssen nun höchstwahrscheinlich 300.000 Euro ausgegeben werden, um in Aachen eine zusätzliche Ladestation für Busse (in der Hackländerstraße) zu errichten. Fördermittel sind beantragt. 7 Parkplätze werden entfallen. Weitere Diskussion zu dem Thema verfolgt ihr bitte in der (öffentlichen) Sitzung.

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Es folgt tags drauf der Planungsausschuss (Do., 09. 11., ab 17 Uhr, Saal 170, Verwaltungsgebäude Lagerhausstraße).

Dort steht die Bebauung eines ganzen innerstädtischen Bezirks zur Diskussion. Es geht um das Nikolausviertel, insbesondere um Antoniusstraße/Mefferdatisstraße. Der Rat (außer der FDP) will eigentlich einen erstklassigen Plan umsetzen, den sich ein hochkarätiges Architektenteam ausgedacht hat (mit neuen Gebäuden, kleinen Straßen und Plätzen in dem Viertel), und der Plan beinhaltet, dass der Puff in der Antoniusstraße noch rudimentär an Ort und Stelle verbleibt.

Aachens Oberbürgermeister (OB) und der Polizeipräsident sind kurz vor Toresschluss mit ihren Gegenstimmen um die Ecke gekommen. Sie wollen die Bordelle doch lieber an den Rand der Stadt verlegen. Mittlerweile sind auch die Ecken bekannt, wo Oberbürgermeister Marcel Philipp das horizontale Gewerbe hinhaben will. Er hat mehrere Grundstücke am Prager Ring  und am Berliner Ring im Auge, auch im Umfeld der Justizanstalt in der Soers kann er sich den Puff denken. Ferner im direkten Umfeld des neuen Polizeipräsidiums in Brand, an der Krefelder Straße, im Kreuzungsbereich Charlottenburger Allee/Berliner Ring und auf einer Fläche an der Straße Gut Wolf.

Also quasi überall da, wo es häßliche Gewerbegebiete gibt und nicht so ein schönes Gewerbegebiet wie an der Pascalstraße. In der Antoniusstraße könnte statt eines jetzt noch in den Plänen vorgesehenen Bordells auch einfach ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen, so deutete der OB an.

Bis die Sache entschieden ist, stagniert die Angelegenheit. Das marode Parkhaus am Büchel wird immer noch nicht abgerissen, und 150 Meter von Dom entfernt sieht es bis auf weiteres anhaltend aus wie Sau. Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn dort nach 20 Jahren Planung mal was passiert wäre. Nein, alles wird wahrscheinlich noch mal 20 Jahre dauern. Hier nachlesen

Das weitere Schicksal des Burtscheider Viadukts steht außerdem noch auf der Tagesordnung. Wen das interessiert, liest hier: http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=17415

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Messstation in Aachen.

Mal eine Frage: Braucht man eigentlich – um die von Pkw produzierten Umweltgifte und -gase (NOX) zu messen – eine so umfangreiche Apparatur, dass die nur in so einen Kasten (Foto) passt, wie hier zuletzt gesehen in der Wilhelmstraße? Oder können die Messinstrumente auch wesentlich kleiner sein, quasi handlich und deshalb variabel einsetzbar?

 

(Update 07. 11. : s. dazu Kommentar )

 

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Dom leuchtet in organischen Formen und geraden Linien

Romantische Musik mit farbenfrohen Bildern kombiniert, alles auf der Folie eines wunderbaren alten Bauwerks: Das geht ans Herz, das kann stimmungsmäßig nicht schief gehen. Es lappte aber zeitweise auch sehr in den Bereich des Kitsch hinein.

Der Katschhof war jedenfalls voll und blieb es bis zum Schluss bei DOM im LICHT. Was 2014 begonnen hatte – als Feier von 600 Jahre Chorhalle des Doms – fand jetzt eine Fortsetzung. Und hat sicher dazu geführt, dass einem der Dom noch schöner vorkam, als er sowieso schon ist, obwohl man immer dachte, das sei nicht möglich.

An den Dom in seiner vollkommenen Schönheit kann man wahrscheinlich projizieren, was man will: Er wird noch den schrecklichsten Bildern Würde verleihen. Oder den langweiligsten. Insgesamt gab es eine gelungene Präsentation, nur wenn sich der Veranstalter für die Bilder einmal künstlerischen Beistands versichern sollte, könnte alles sogar noch einen Ticken schöner und interessanter werden. Organische Formen und Linien wie Leitern: Das sind nicht die Bilder, die uns staunen machen.

Bei LICHT im DOM spielte aber auch die Musik, die ich manchmal ein bisschen zu laut fand, eine große Rolle. Jupp Ebert kann schon sehr gefühlvoll singen, ohne Zweifel. Der gemischte Chor Carmina Mundi (40 Stimmen) schmetterte, was das Zeug hielt, Lutz Felbick an der Orgel zu hören ist auch keine Zeitverschwendung, und Heribert Leuchter und seine Musik über den ganzen Katschhof zu erleben – das ist dann natürlich der Hammer.

Es gab fast für jeden ein kleines Heft mit Infos zu den Künstlern und der Programmfolge. Als Veranstalter firmiert bei dem Event Kurt Savelsberg, er ist mit seiner Firma „KS Production Shows GmbH“ zuständig für alles – insbesondere Organisation und Technik. Kostenlos gelangten alle diejenigen über zwei Eingänge auf den Katschhof, die sich Tage zuvor ein Bändchen besorgt hatten. 4000 waren innerhalb von Minuten vergeben, hunderte gingen leer aus.

Alle Taschen und Rucksäcke wurden übrigens beim Betreten des Katschhof gründlich durchsucht, man konnte sich wirklich sicher fühlen. Und sich der Stimmung gänzlich hingeben.

  • Wegen der intensiven Kontrollen gab es eine lange Schlange schon 40 Minuten vor Beginn der Veranstaltung. Die Schlange reichte bis zum Ende der Körbergasse. Angenehm: Es gab kaum Vordrängler. Es wurde häufig fotografiert, im Netz findet ihr bestimmt bessere Bilder als diese hier.
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Happy Halloween

Echt hässlich: die Gespenster, Zombies und Untoten beim Halloween-Walk in Aachen.

Schaut auch hier. Viel schönere Fotos hat nämlich Thomas Langens gemacht. Und ja, der Zombie-Walk von vor zwei Jahren war viel größer und hat mir besser gefallen. Trotz der Querelen, die es damals gab, von denen ich aber erst im Nachhinein erfahren habe.

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Piraten: Betrügereien sind nur die Spitze des Eisbergs

Im Rathaus von Aachen sollte man sich dazu durchringen, als Stadt Mitglied der Organisation Transparency International zu werden. Um dort Mitglied zu werden, müssen Aktionen gegen Korruption erfolgen. Foto: Archiv

Nicht jeder hat es mitbekommen, aber im Stadttheater hat ein Mitarbeiter heimlich teurer Mikrofone geklaut und verkauft, angeblich um seine Drogensucht zu finanzieren. Das und noch mehr wurde jetzt aufgedeckt. Der Mitarbeiter hat offenbar zugegeben, dass er nicht nur Teile abmontiert und verkauft, sondern auch billige/minderwertige Technik eingekauft hat, damit die Sache nicht rauskommt.

Des Weiteren ist kürzlich aufgefallen, dass Mitarbeiter vom städtischen Recyclinghof (und zwar angeblich alle 9) mit Elektroschrott gedealt haben, den wir Aachener dort abgeliefert haben. Die Leute haben zugegeben, den Elektroschrott gesammelt und über einen Mittelsmann privat weiterverkauft zu haben. Die komplette Belegschaft wurde gefeuert.

Erinnert werden muss auch an den Fall, wo doch tatsächlich ein Mitglied des städtischen Personalrates mehrfach Überweisungen von städtischen Konten auf sein Privatkonto getätigt hat.

Für solche Sachen kann man hinter Gitter landen. Und man muss eigentlich als Arbeitgeber diese Doofköppe, die ihr eigenes Wohl und das ihrer Familien riskieren, vor sich selber schützen. Das geht nur mit wirkungsvollen Kontrollen. Entsprechend kritisieren die Piraten in Aachen die Zustände bei der Stadtverwaltung in Sachen Korruptionsbekämpfung. Sie schreiben in einer Stellungnahme:

„Schon zu Beginn der aktuellen Ratsperiode gab es interfraktionelle Gespräche zum Antrag der Piraten Aachen, eine Transparenzsatzung einzuführen und als Stadt Mitglied bei Transparency International zu werden.
Jetzt, 2,5 Jahre später, ist noch immer nichts zur Satzung und Mitgliedschaft passiert – obwohl die Stadt Köln bei beidem mit gutem Beispiel voran gegangen ist und damit als Vorbild und Vorlage dienen kann.“

Die Piraten äußern in ihrer Stellungnahme die Ansicht, dass es sich bei den aufgedeckten Fällen nur um die Spitze des Eisbergs handelt.

Die aktuellen Fälle zeigen jedenfalls, wie wichtig eine dauernde Bekämpfung von Korruption ist. Bei 5000 Mitarbeitern muss man nämlich realistischerweise davon ausgehen, dass auch einige „schwarze Schafe“ dabei sind. Alles andere ist weltfremd.

Piraten-Ratsherr Marc Teuku meint: „Wie man aktuell sieht, hat die Stadt Aachen im Bereich Korruptionsbekämpfung nicht ihre Hausaufgaben gemacht. Die aktuellen Fälle sowohl vom Recyclinghof als auch der Fall vom Stadttheater zeigen, dass bei der Verwaltung akuter Handlungsbedarf besteht.“

Links für mehr Infos:
Marc Topp – Verdi-Topmann Topp ist ins Kreuzfeuer geraten
http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/verdi-topmann-topp-ist-ins-kreuzfeuer-geraten-1.1303945

Skandal auf Aachener Recyclinghof: Belegschaft gefeuert
https://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/skandal-auf-aachener-recyclinghof-belegschaft-gefeuert-1.1744436

Theater Aachen: Mitarbeiter soll teure Mikrofone geklaut haben
http://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/mitarbeiter-dieb-theater-aachen-100.html

Stadt Aachen soll Transparency International beitreten
https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/stadt-aachen-soll-transparency-international-beitreten-1.1724105

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Radschutzstreifen werden markiert, Dienstfahrten nur noch elektrisch

Die Stadt Aachen geht mit gutem Beispiel voran, um die Luftqualität zu verbessern. Sie wird künftig ihre MitarbeiterInnen elektrisch auf den Weg zu Dienstterminen schicken.

Um diese neue Mobiltät zu ermöglichen, wurden 15 neue eSmarts beschafft, die am Klosterplatz, an der Lagerhausstraße und an der Mozartstraße den Beschäftigten zur Verfügung stehen. Für Dienstfahrten soll die bisherige Praxis, Privatfahrzeuge einzusetzen, künftig nur noch in Ausnahmefällen Verwendung finden. Das Projekt befindet sich gerade in der Startphase.

Am kommenden Dienstag werdet ihr Einzelheiten zu diesem wegweisenden  Unterfangen in euren lokalen Tageszeitungen lesen.  Schaut mal rein.

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Und eine weitere Info in Sachen „saubere Luft in Aachen“ gilt es zu vermelden: Am für Radfahrer brandgefährlichen Krugenofen werden ab

Angesichts mehrerer tödlich ausgegangener Unfälle ist es durchaus angebracht, in Aachen mehr für die Sicherheit der Radfahrer zu tun.

kommender Woche Radschutzstreifen markiert. Diese Maßnahme begünstigt einmal den Radverkehr und benachteiligt die Autofahrer. Das kommt selten genug vor. Durch derartige Eingriffe wird die Entscheidung, vom Auto aufs Rad umzusteigen, erleichtert.

Am Krugenofen in Burscheid darf Tempo 30 (war als Alternative zu den Schutzstreifen im Gespräch) nicht ausgeschildert werden – auch nicht zeitlich befristet. Diese Möglichkeit hat die Bezirksregierung in Köln nicht erlaubt. Die Stadtverwaltung trifft nun alle Vorbereitungen, um schnellstmöglich Radschutzstreifen zu markieren. An der Straße werden 32 Parkplätze dauerhaft wegfallen.

Am Krugenofen sollen die Markierungsarbeiten ab Montag, 6. November, beginnen. 72 Stunden vor Beginn wird an den entsprechenden Parkplätzen ein absolutes Haltverbot eingerichtet. Die Stadt bittet die Bürgerinnen und Bürger darum, ihre Fahrzeuge rechtzeitig weg zu fahren.

Die Arbeiten werden rund 14 Tage dauern, sind aber auch witterungsabhängig. Der Krugenofen wird während der gesamten Zeit in beiden Richtungen befahrbar bleiben.

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Alle wollen solche Bilder sehen

Das ist ein „Dom-im-Licht-Pressefoto“, das der Initiator der Licht-Schau, Kurt Savelsberg, für die Medien freigegeben hat. Es entstand bei der ersten Veranstaltung dieser Art und zeigt neben dem Dom insbesondere den rappelvollen Katschhof.

Anstehen für ein Bändchen, das am kommenden Freitag den Zutritt zum Katschhof erlaubt: Menschen in der Aretzstraße vor dem Depot.

Zwei Bändchen pro Person  – dafür standen am vergangenen Samstag hunderte Menschen teils in eisiger Kälte an. Hunderte von ihnen werden unverrichteter  Dinge und enttäuscht nach Hause gegangen sein, so groß war der Andrang.

„DOM im LICHT“ wollen die Leute sehen, doch aus Sicherheitsgründen dürfen bei dem Ereignis nur 4000 Menschen auf den Katschhof. Wer „DOM im LICHT“ (Freitag, 3. November, ab 20.30 Uhr/Einlass ist ab 19 Uhr) nicht kennt: Es ist eine Bilder-Schau mit Licht und Live-Musik, bei der der Aachener Dom die Leinwand abgibt. Es sind offensichtlich genau die Bilder (mit Musik), die das Volk sehen will, liebe Museumsdirektoren.

Die Bändchen, die allein den Zutritt zum Katschhof an jenem 3. November gestatten, gab es Samstag nur an drei Stellen ab 10 Uhr: im Centre Charlemagne (Katschhof), im Depot (Talstraße 1) und im Klenkes Ticket Shop (Kapuziner Karree). Schon um 9 Uhr hatten sich Schlangen gebildet, wie man sie sonst in Aachen selten sieht. Sicherlich werden einige Leute ihre Bändchen bei eBay meistbietend versteigern und gut kassieren. Andere werden am Abend selbst ihre Bändchen gegen Geld anbieten, wage ich mal vorauszusehen.

Die Sache mit den Bändchen wurde eingeführt, weil bei der ersten Präsentation dieser Art etwa 3000 Personen mehr auf den Platz zwischen Dom und Rathaus strömten, als sicherheitstechnisch verantwortet werden kann. Zum Glück ist damals nichts Schlimmes passiert, obwohl das Gedränge groß gewesen sein muss. Aber es war klar, dass die kostenlose Veranstaltung künftig nur in geordneten Bahnen stattfinden kann.

Die musikalischen Highlights am kommenden Freitag setzen die Künstler Heribert Leuchter (Saxophon), Dr. Lutz Felbick (Orgel), der Chor Carmina Mundi sowie der bekannte Aachener Solist Jupp Ebert. Das Bistum freut sich über das große Interesse am Dom.

Beim ersten Mal ging es noch ohne Bändchen rein, das wird jetzt nicht mehr möglich sein.

Warum die Veranstaltung nur einmal und nicht z. B. an drei Abenden hintereinander stattfinden kann, konnte ich bis jetzt nicht in Erfahrung bringen. Gesponsert wird alles von der STAWAG, der Sparkasse Aachen, der APAG und der ASEAG.

Hier gibt es mehr Infos:

http://www.dom-im-licht.de

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Denis Scheck in der Stadtbibliothek

Liebe Leserinnen und Leser, ich lese wirklich nicht wenig Zeug und verlasse mich – ich muss es gestehen – bei Büchern völlig auf das Urteil von diesem Denis Scheck. Der kommt jetzt nach Aachen.

 Seine Art mag manchen nerven, aber wenn er ein Buch empfiehlt, dann ist das Lesen echt keine verlorene Lebenszeit. Im Gegenteil. Man sitzt da und kann einfach nicht mit dem Lesen aufhören. Besonders gut: Die Bücher, die dieser Mensch zu lesen rät, gibt es bis auf wenige Ausnahmen in der Stadtbibliothek in der Couvenstraße in Aachen. Sie sind also billigst zu haben.

Das Schöne am Bücherlesen ist, dass man komplett aussteigt aus dem eigenen Leben und in ein anderes einsteigt, immer in eins, das gerade eine turbulente und interessante Phase durchläuft. Sodann erweitert das Lesen den Wortschatz ungemein, und bei Leuten mit ohnehin schon großem Wortschatz hält es diesen schön präsent. Das Lesen aktueller Autoren lässt einen nicht zuletzt verstehen, in was für einer Welt wir heute leben.

Die Pressestelle der Stadtverwaltung teilt mit: „Bereits zum elften Mal tritt der Literaturkritiker Denis Scheck jetzt in der Stadtbibliothek auf. Am Donnerstag, 9. November, wird er im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Netzwerk Bibliothek“ um 19.45 Uhr in der Couvenstraße 15 die Neuerscheinungen des Bücherherbstes vorstellen. Denis Scheck erzählt dabei haarscharf, was das Publikum nicht versäumen sollte zu lesen, aber auch was reine Zeitverschwendung ist. Denis Scheck zeichnet sich durch fundierte Literaturkritik und einen hohen Unterhaltungswert aus.“

Wer noch ein TV-Gerät hat und dieses gelegentlich einschaltet (soll es geben), kennt den gebürtigen Stuttgarter aus der ARD-Sendung „Druckfrisch“, dem Kulturmagazin „Kunscht!“ sowie der Literatursendung „lesenswert“ des Südwestrundfunks.

Einlass zu dieser Veranstaltung in der Stadtbibliothek ist ab 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

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Leuchtende Farben

Potzblitz, das sieht aber gut aus! Man kann hier nicht vorbeigehen, ohne die Farbexplosion (zwischen Geldbrunnen und Elisenbrunnen) zu bemerken. Auch im Herbst geben sich die zuständigen Mitarbeiter bei der Stadtverwaltung  jede Menge Mühe, dem Auge etwas zu bieten. Und in der Realität leuchten die Farben noch deutlich mehr als auf den Fotos. Will man diesen Standard beibehalten, dann ist es kein Wunder, dass die Stadtkämmerin den Etat für die Pflege des städtischen Grüns im Haushalt von 2018 erhöhen musste.

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In Kornelimünster: Die Kunst unserer Zeit

Eine Doppelausstellung wurde am Samstag in Kornelimünster eröffnet. Ein Art-Bus brachte später etliche Kunstfreunde zu einer weiteren Vernissage ins LuFo und zum Neuen Aachener Kunstverein.

Weiter geht es mit der Kunstbetrachtung. Das „Kunsthaus NRW Kornelimünster“ (in der alten Abtei) hatte zu zwei Ausstellungen geladen, wir waren am Samstag (21. 10.) bei der Eröffnung dabei.

Vorab muss man wissen, dass das Land NRW – um Künstler zu fördern – Kunst kauft, insbesondere kauft es Werke junger Künstler und hängt die Klamotten z. B. in den Büros von Ministerien und Landesbehörden auf. Das ist eine prima Sache. Das Land betätigt sich als Sammler, was nach dem 2. Weltkrieg anfing, als man den zuvor krass verfolgten Kunstschaffenden ein wenig auf die Beine helfen wollte, sofern sie überlebt hatten. Viele begingen Selbstmord.

In unseren Tagen produziert fast jeder (auf seinem Smartphone) Bilder in einem unendlich scheinenden Strom, diese Fülle gab es zuvor noch nie. Den Künstlern und Künstlerinnen kommt – als kritischen Bildproduzenten – eine besondere Bedeutung zu. Man könnte von ihnen u. a. Hilfe bei der Deutung, beim Umgang  oder bei der Verarbeitung der Bilder-Fluten erwarten. Insbesondere, wenn „Medienkunst“ angekündigt wird.

Samstag in Kornelimüster wurden bei der sehr gut besuchten Vernissage unsere Erwartungen eher nicht erfüllt, gleichwohl war es ein Genuss, die alten, barocken Klosterräume zu sehen und darin die moderne Kunst. Ein echtes Erlebnis – eine umwerfend schöne Kombi, insbesondere für jemand, der die Abtei seit 20 Jahren nicht besucht hat.

Die beiden Präsentationen sind räumlich quasi eng verzahnt, gehen irgendwie ineinander über. Die Ausstellung „Sammlung mit losen Enden 03: 21. Jahrhundert“ ist im Kunsthaus Kornelimünster zu sehen bis zum 25. März. Die Schau „reflecting – Zweitbasierte Kunst aus NRW“ ist bis zum 28. Januar zu sehen.

„reflecting“ präsentiert – laut Flyer – im Kunsthaus die Vielfalt der Medienkunst aus NRW. Weiter heißt es: „Die Ausstellung, kuratiert von Elke Kania und Dr. Marcel Schumacher, vereint Video-Skulptur, Film, ortsspezifische Videoinstallation und analoge Doppel-Diaprojektion. . . . Die zeitbasierten Kunstwerke reflektieren seismografisch Eigenschaften der gegenwärtigen digitalen wie realen Welt und jene Räume, in denen wir uns bewegen.“

Die Namen der Künstlerinnen und Künstler findet ihr im Netz. Ebenso die Öffnungszeiten. Unten noch ein paar Fotos aus dem Kunsthaus, das mal nacheinander ein Kloster, eine Weberei, ein Landhaus für Fabrikantenfamilien, ein Haus für ein Lehrerseminar und ein Bundesarchiv war:

An den Decken: Stuckaturen und Malereien von Lütticher Künstlern (18. Jahrhundert).

Das Treppenhaus mit einer Lichtinstallation von Martin Pfeifle (2011).

Im Außenbereich des Kunsthauses ist natürlich auch allerhand zu sehen.

Infos zum Kunsthaus in Kornelimünster:

Leiter des Kunsthauses: Dr. Marcel Schumacher
Eintritt: frei
Infos zu Führungen unter: kunsthaus.nrw.de
Barrierefrei: das Obergeschoss ist nur über Treppen zu erreichen
Gruppenführungen: nach Voranmeldung möglich (mit unterschiedlichen Schwerpunkten), die kosten aber 40 Euro.

Zum Vormerken: Am Mittwoch, 8. 11., wird im Ludwig Forum in Aachen, Jülicher Straße, um 19 Uhr eine Ausstellung mit dem Titel „Digital Games“ eröffnet.  

 

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Großes Interesse an Bildern, die bleiben

Gestern: Eröffnung der Ausstellung „Blicke, die bleiben“ im Suermondt-Ludwig-Museum. Kuratorin Sylvia Böhmer hat aus über 1000 Fotos der Sammlung Fricke eine sehenswerte Schau zusammengestellt.

„Blicke, die bleiben“ so lautet der Titel einer Fotoausstellung im Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen. Zu sehen sind rund 100 eindrucksvolle Schwarzweiß-Fotografien aus der Zeit von 1898 bis 2017. Es handelt sich um fotografische Porträts der Sammlung Fricke, über die das Museum als Dauerleihgabe verfügt.

Gestern wurde die Ausstellung eröffnet, vor lauter Menschen konnte man fast die Kunst an den Wänden nicht sehen. Zu dieser Ausstellung (bis 14. 01.) komme einmal „ein ganz anderes Publikum“ ins Museum, stellte die Kommunalpolitikerin und Ausschussvorsitzende Dr. Margrethe Schmeer (CDU) in ihrer Ansprache fest. Da hatte sie Recht.

Vier Jahre mussten die Kunstfreunde warten, bis Museums-Kuratorin Sylvia Böhmer wieder mal eine Schau mit Fotos aus dieser Sammlung präsentieren durfte. Jetzt ist es soweit. Wer gern und viel fotografiert, kann hier Erkenntnisse gewinnen: Wie große Meister der Branche ihre zumeist prominenten „Objekte“ ins Bild gesetzt haben, wie sie mit den Porträts klare Aussagen über Charakter und Wesen der Abgebildeten zu machen versuchten. „Wie bin ich?“ Der Fotokünstler gibt dem Abgebildeten seine ganz eigene Antwort. Jedes dieser Porträtfotos ist ein Statement: „So bist du.“

Den Arbeiten Lotte Jacobis widmet die Ausstellung ein vergleichsweise umfangreiches Kapitel. Ihre Aufnahme von Albert Einstein in der Lederjacke (1938) mit zerzausten Haaren wollte das Magazin LIFE damals nicht veröffentlichen. Begründung: So salopp und unkonventionell dürfe man den berühmten Nobelpreisträger nicht darstellen. . .  Heute zählt gerade dieses Foto zu den bekanntesten Bildern von Einstein.

Überhaupt heute: Wo fast jeder und jede ständig mit dem Smartphone knipst und Bilder um die Welt schickt, da ist es mehr wie angebracht, sich mit der Fotografie als Medium kritisch zu befassen. Das könnte eine passende Aufgabe für ein Museum sein, uns darüber aufzuklären, was dieser vor unseren Augen schnell dahinfließende, unendliche Strom von Bildern mit uns und der sogenannten Realität macht.

Überhaupt Porträts: Ein Vergleich der Fotos dieser Aachener Ausstellung z. B. mit den Porträts der Renaissance-Maler scheint mir interessant zu sein.
Wie viele Parallelen es doch gibt! Auch dort lacht z. B. kaum jemand, alle schauen ernst und offen, so, als wollten sie „bedeutend“ erscheinen. Es ist zudem ersichtlich, dass sich die Künstler (Fotografen wie Maler) viel Mühe gemacht und Zeit genommen haben, um das Porträt zu erstellen. Die Bilder wirken inszeniert.

Erstaunlich, wie einen die Ausstellung im Suermondt-Ludwig-Museum inspirieren kann, wenn man sich darauf einlässt und sich für die Darstellung von Menschen interessiert. Auch Fragen nach Individualität versus gesellschaftlicher Repräsentation stellen sich.

Hier sei noch auf einen Vortrag hingewiesen: Professorin Dr. Sigrid Weigel aus Berlin spricht am Mittwoch, 6. Dezember, ab 19.30 Uhr über das Thema „Fremd und doch vertraut. Das Gesicht im Wandel der Zeiten und Medien“.

Es gibt unter anderem auch Sonderführungen unter dem Motto „Der persönliche Blick“ mit Dr. Christiane und Karsten Fricke (Mi., 08. 11., 18 Uhr), mit Fotografin Bettina Flitner (Di., 21. 11., 18 Uhr) und mit Wilhelm Schürmann, Professor für Fotografie und Sammler von Kunst der Gegenwart (Mi., 13. 12., 18 Uhr).

Infos dazu gibt es unter  http://www.suermondt-ludwig-museum.de

Aus diesem lesenswerten Text aus der örtlichen Tageszeitung hat Museumschef  Van den Brink bei seiner Begrüßungsansprache mehrfach zitiert: https://www.aachener-zeitung.de/news/kultur/suermondt-ludwig-museum-praesentiert-portraets-aus-der-fricke-sammlung-1.1742071

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