Aachen: Eine Straße verwandelt sich für einen Tag in eine Kulturmeile

 

Schon 30 Folgen gibt es vom Kanal Trivial. Bin ja gespannt, was Marc Teuku und Andreas Müller sich zum 50. einfallen lassen. Es kann nämlich sein, dass die beiden noch ein Weile durchhalten und weiter Videos machen, was ich ganz ehrlich nicht erwartet hatte. Scheint ein längerfristiges Projekt zu sein, der Kanal Trivial.

In Folge 30 wird Andrea Nickisch, Erfinderin des Lothringair Festivals, befragt. Das alternative Straßenfestival findet immer im Juni in der Lothringerstraße in Aachen statt, wird von Jahr zu Jahr größer und macht sehr vielen Leuten eine Menge Arbeit. Es gibt Musik, Aufführungen und Ausstellungen, mehrere Bühnen werden aufgebaut, alle Kulturangebote sind kostenlos.

Falls ihr ein paar Euros übrig habt: Über Spenden freut sich der Lothringair-Verein natürlich sehr.

Zusätzliche Infos auch hier auf dieser schönen Seite: https://lothringair.de

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Wald-fressender Braunkohleabbau

Die Braunkohle-Förderung hinterlässt zerstörte Landschaften. Ohne Hemmungen und unter Missachtung aller Proteste wird unsere schöne Heimat in die Öfen gesteckt und verbrannt. NRW-Heimatministerium, los, äußere dich mal dazu.

Es ist an der Zeit, mal einige deutliche Worte zum Braunkohle-Abbau in unserer Nachbarschaft (Hambacher Forst) zu verlieren. Es ist ein Thema, bei dem weite Teile der Bevölkerung mal wieder den Eindruck haben, dass die Politik sang- und klanglos über die deutlich geäußerten Forderungen und Erwartungen der Menschen hinweggeht. Das ist absolut nicht gut für eine Demokratie.

Gegen die Zerstörung:

Der Hambacher Forst in der Nähe von Aachen wird seit 1978 zunehmend gerodet, er gehört seitdem dem Energieversorger Rheinbraun bzw. RWE. Dort wird im Tagebau Braunkohle gefördert. Insbesondere seit 2012 kommt es immer wieder zu Aktionen gegen die Zerstörung des Rest-Waldes, wobei die Polizei aus Aachen sowie RWE-Mitarbeiter teilweise mit unglaublicher Härte gegen Umweltaktivisten vorgegangen sind. Das darf sich nicht wiederholen.

Auch Piraten aus Aachen haben sich dem Protest gegen den Wald-fressenden Braunkohleabbau angeschlossen. Sie sind vor Ort zu der Erkenntnis gelangt, dass es sich bei den Umweltaktivisten keinesfalls um „Krawalltouristen“, „steinewerfende Krawallmachern” (RWE-Broschüre) oder gar generell um „Terroristen“ (Aussage Fr. Romina Plonsker, CDU) handelt. Die Diffamierung von hunderten friedlichen Umweltaktivisten kann nicht hingenommen werden.

Die im Tagebau abgebaute Braunkohle wird von RWE verfeuert. Dieser Vorgang schädigt in extremer Weise die Umwelt, bei der Braunkohleverbrennung entsteht von allen Stromlieferanten die größte CO2 Belastung. Wie in der Presse regelmäßig berichtet wird, sind Feinstaub-Grenzwertüberschreitungen üblich.

Ein Kuhhandel

Bereits vor einigen Monaten schlug Minsterpräsident Armin Laschet einen Kuhhandel vor. Der von RWE produzierte Braunkohle Strom solle nach Belgien exportiert werden, im Gegenzug werden Tihange und Doel abgeschaltet. Dieses Tauschangebot verdeutlicht offensichtlich im Umkehrschluss, dass der durch den Braunkohletagebau generierte Strom nicht überlebenswichtig, nicht einmal relevant ist.

Insofern halten die Piraten die nachhaltige Vernichtung des Hambacher Forsts für überflüssig. Wir fordern, dass der vor einigen Monaten erwirkte Rodungsstopp von RWE eingehalten wird und über Oktober 2018 hinaus gehen soll.

Besonders am 21.03.2018 gab es erneut “Barrikadenräumungen” durch Polizeibeamte, die im Rahmen dieser Maßnahme im Teil des von

Braunkohletagebau in unserer Nachbarschaft, das ist rücksichtslose und vollkommen überflüssige Umweltzerstörung.

AktivistInnen besetzten Gebietes Bäume gefällt haben. Die Piraten in Aachen fordern eine von beiden Seiten friedliche Herangehensweise und kritisieren die Baumfällungen und Vorgehensweisen der Polizei und von RWE Mitarbeitern im Hambacher Forst. (https://hambacherforst.org/blog/2018/03/22/baumfaellung-im-hambacher-forst-waehrend-einer-barrikadenraeumung-am-21-3-2018/)
Darüber noch hinaus verlangen die Piraten, dass der Kompromiss-Vorschlag des Gerichts umgesetzt wird, dass nämlich auf die Abholzung des jetzt noch existierenden Stück des Waldes gänzlich verzichtet wird. Die Spitzen von RWE und die Politiker von CDU/FDP und SPD werden aufgefordert, ihre starrsinnige, unflexible und rechthaberische Haltung endlich aufzugeben. Von dem ursprünglich mindestens 12.000 Hektar großen, z. T. über 1000 Jahre alten  Waldgebiet ist ohnehin nur ein Rest übrig geblieben. (https://de.wikipedia.org/wiki/Hambacher_Forst )

Steril wirkende Areale

Der Braunkohletagebau hinterlässt eine lebensfeindliche, verwüstete Landschaft, die eines fernen Tages einfach mit Wasser verfüllt werden soll. Es entstünde einer der größten Seen Deutschlands. Umsiedlung der Menschen in steril wirkende ArealeLandschaftszerstörung, Bergschäden und Feinstaubbelastung schädigen Erwachsene und Kinder an Leib und Seele massiv. Davon konnten sich Piraten schon in der Vergangenheit mehrfach persönlich überzeugen. Außerdem lehnen wir das in Gewahrsam-Nehmen von Aktivist*innen gänzlich ab.

Weitere Infos:

https://www.bund-nrw.de/fileadmin/nrw/bilder/Braunkohle/2016_Feinstaub_Tagebaue.jpg
https://www.lanuv.nrw.de/luft/immissionen/aktluftqual/pm10ueberschreitungen/
https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/luft/immissionen/aktuelle-luftqualitaet/
Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Der Raum, den wir noch haben, um uns frei zu entfalten, wird stetig kleiner und kleiner

In der letzten Woche wurde in Aachen der „Erfolg“ vermeldet, dass die Kameraüberwachung am Bushof die Kriminalität von dort etwas verdrängt hat.
Doch dieser Erfolg verblasst deutlich, wenn man den Preis betrachtet, den wir als Gesellschaft dafür zahlen: Die schleichende Abschaffung der Privatsphäre.
Nicht ohne Grund schützt unser Grundgesetz die freie Entfaltung der Persönlichkeit jedes Einzelnen.

Doch zur freien Entfaltung braucht es Raum, der nicht ständig kontrolliert und überwacht wird, denn vorhandene Überwachung führt automatisch und unterbewusst dazu, dass man sein Verhalten anpasst.

Das aber führt nicht dazu, dass die Bürger sich im Rahmen der Gesetze verhalten, sondern unterdrückt jede Form von Andersartigkeit und führt so zu einem gefrieren von gesellschaftlichen Prozessen, die notwendig sind, um Veränderungen gerecht zu werden.

Der Raum, den wir noch haben, um uns frei zu entfalten wird aber stetig kleiner und kleiner.

Und dabei spielt Kameraüberwachung eine wichtige Rolle, denn die Orte an denen Sie zum Beispiel mit anderen Menschen reden, oder eine Nachricht auf Ihrem Telefon lesen können, ohne dass das gefilmt und aufgezeichnet wird, werden immer weniger.

Wenn wir in Zukunft noch solche Orte erhalten wollen, dann müssen wir heute schon jede Ausweitung von Überwachung genauestens abwägen, denn sowohl unsere Sicherheitsbehörden als auch die Privatwirtschaft zeigen bisher kein Interesse daran, etwas von unserer Privatsphäre übrig zu lassen.

Und die Abwägung an dieser Stelle ist die Aufklärung von Delikten wie Taschendiebstahl gegen die weitere Beschneidung der Persönlichkeitsrechte aller Menschen, die am Bushof verkehren.

Wir Piraten halten daher die Kameraüberwachung am Bushof für völlig unverhältnismäßig und gefährlich für unsere offene Gesellschaft.

Es gibt auch keinerlei extern und vor allem wertfrei gewonnene statistische Daten, dass eine Kameraüberwachung zu einer Aufklärung von Delikten beigetragen hat. Es wird lediglich eine „soziale Erwünschtkeit“ in der Erhebung der Daten deutlich. Soziale Erwünschtkeit meint hier, es werden nicht alle Faktoren, die zu einer Aufklärung von Delikten geführt haben, berücksichtigt – Was dazu führt, das die Erhebung ausschließlich zugunsten der Aussagen des Erhebenden erfolgt.

Vor allem wenn man bedenkt, dass Verbrechen, wie die illegale Massenüberwachung durch unsere Geheimdienste, die mutwillige Zerstörung unserer Umwelt durch Automobilhersteller, oder der milliardenschwere Betrug mit Cum/Ex-Geschäften bisher allenfalls unbedeutende Strafen nach sich gezogen haben, können einem durchaus Zweifel kommen, ob hier wirkliche Probleme gelöst werden, oder lediglich ein Blendwerk für einige besorgte Bürger unterhalten wird.

***

(Text oben aus einer Pressemitteilung der Aachener Piraten. Lest auch hier, was der Polizeipräsident dazu sagt, falls ihr die Bezahlschranke überwinden könnt.

Da könnt ihr auch kommentieren, was auf der uebergangshymne selten gestattet wird, denn die Kommentare, die hier ankommen sind mir vom Ton, Diktus und Duktus her zu unterirdisch (aus der Hölle):

http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/voellig-unverhaeltnismaessig-massive-kritik-an-den-kameras-am-bushof-1.1856516    )

Veröffentlicht unter Uncategorized | 2 Kommentare

Was wird aus der alten Strang-Halle?

Die Strang-Halle in Rothe Erde: Die Stadtverwaltung soll prüfen, ob diese Halle für Kunst und Kultur geeignet ist.

Das wird morgen  (Donnerstag, 22. März) bei den Kulturpolitikern in Aachen ein Thema sein: die dauerhafte Nutzung der Stahlbau-Strang-Halle in Rothe-Erde für Kultur und andere Events.

Gemeint ist die alte Fabrikhalle in Rothe Erde, wo schon mehrmals das Schrittmacher-Festival stattgefunden hat. Die Politik will die Verwaltung beauftragen, einmal zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen diese alte Halle als Stätte für Kultur- und Kunstinitiativen geeignet ist. Geeignet auch für andere Events wie Stadtteilfeste, türkische oder kurdische Hochzeiten, afrikanische Trommelevents oder was auch immer.

Wenn das klappt, darf man sich in Forst und Rothe Erde freuen. Schließlich entsteht hier gerade ein neues Viertel. Zwei Wohnanlagen (Mataréstraße und Eisenbahnweg) mit insgesamt rund 1000 Neu-Bewohnern sind schon fertig. Eine weitere Anlage könnte hinzukommen. Da besteht ganz schön viel Bedarf, sich zu versammeln.

Es wurden zwar in der jüngeren Vergangenheit schon Stätten mit kultureller Prägung eröffnet, wie das Centre Charlemagne, die Nadelfabrik und das Depot in der Talstraße. Doch es fehlt in Forst an einer Halle, die gegebenenfalls auch die weniger vornehmen Teile der Bevölkerung beherbergen könnte. Leute, die an Holztischen sitzen und ihre mitgebrachten Getränke konsumieren oder rumstehen und Musik in einer Lautstärke hören, die anderen Ohrenschmerzen verursacht. Tja. Es haben nicht alle Leute dieselben Vorlieben, kulturell gesehen.

Der Antrag, den ihr hier einsehen könnt, ist ausführlich. Da er von den Mehrheitsfraktionen (CDU/SPD) kommt, wird ihm sicherlich eine Mehrheit zustimmen. Das alles wird am morgigen Donnerstag, 22. März, ab 17 Uhr, im Verwaltungsgebäude Mozartstraße 2-10, Raum 207/208 besprochen. Die Sitzung ist öffentlich.

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | 2 Kommentare

Wenn deine Straße dir fremd wird . . . .

Diese Bus-Haltestelle wird nicht mehr angefahren, sie wird überflüssig. Der Bus hält auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die Anwohner sind damit nicht einverstanden.

Es ist mal wieder so weit: Das Bürgerforum tagt, und wer etwas zu meckern oder zu verbessern hat (in Aachen), darf vorsprechen. Es sind immer Menschen, die eine Sachlage – weil sie unmittelbar in ihrer Nachbarschaft stattfindet – anders einschätzen, als die Stadtverwaltung und die Kommunalpolitiker. Weil sie näher dran sind, wissen sie es besser. 

Am kommenden Dienstag geht es zunächst um einen Bürger, der dringend anregen will, dass der Bend auf dem Gelände des Alten Polizeipräsidiums an der Krefelder Straße stattfinden soll.

Das Gelände möchte der ALRV ebenfalls gern übernehmen. Mal sehen, wer das Rennen macht. Ich denke: Den ALRV als absolutes Aushängeschild der Stadt mit seinem weltbekannten CHIO sollte man nicht in seiner Entwicklung behindern, eher unterstützen. Und den Bend in Nähe der Roermonder Straße belassen.

***

Nächstes Thema: Der Schusterweg in der Nähe vom Papst-Johannes-Stift versinkt bei Regen in Morast und Pratsch, die Senioren bleiben mit Rollstuhl und Rollator und auch als zumindest leicht Gehbehinderte im Matsch stecken. Ganz üble Sache. Die Stadt möchte den Weg asphaltieren, doch der Weg gehört ihr gar nicht, sie hat den Weg nur gepachtet. Der Eigentümer möchte keine Asphaltierung.

Der Schusterweg sollte also anderweitig befestigt werden. Das ist nicht unmöglich (eine wassergebundene Decke reicht), kostet etwa 15.000 Euro. Warum also nicht?

***

Ein bisschen kompliziert ist die im nächsten Punkt geforderte Änderung der Linienführung der Aseag-Busse auf der Bayernallee. Betroffen sind allerdings mehrere hundert (alte) Menschen in Burtscheid. Die Aseag fuhr immer von der Robert-Schumann-Straße in Richtung  Kalverbenden in die Innenstadt. Neuerdings geht es genau umgekehrt herum. Die befestigte Haltestelle Rathenauallee (in der Bayernallee) wird aufgehoben, und damit sind die Anwohner gar nicht einverstanden. Sie fordern schlicht: Wiederherstellung des alten Zustands, haben schon hunderte Unterschriften gesammelt.

Wir kennen die Aseag, ich denke, die kümmert sich nicht um die Befindlichkeiten der Anwohner und besteht stur auf ihrer neuen Linienführung. Die Senioren müssen neuerdings eine kleine Anhöhe hinauf, und das fällt ihnen schwer. Und: Sie müssen zu einer anderen Haltestelle laufen, die deutlich weiter weg ist. Für manchen alten Menschen sind 300 Meter mehr oder weniger entscheidend. Tja, wer nimmt da schon Rücksicht?

***

Die Parksituation im Goldammerweg ist für die Anwohner mittlerweile schwer auszuhalten. Der beschauliche Goldammerweg ist nämlich werktags ständig mit Pkw von fremden Leuten zugeparkt. Die stellen ihre Wagen ab und gehen dann zu Fuß weiter zum  Gewerbegebiet Eilendorf-Süd. So ist der Goldammerweg – eigentlich eine Sackgasse – jetzt langsam zur Durchgangsstraße geworden.

Der Weg sollte Anliegerstraße werden, das schlagen die Beschwerdeführer vor, und das wäre auch passend. Die Betriebe, zu denen die Autofahrer eilen, sollten allerdings auch mal überprüft werden hinsichtlich der Vorgaben, die die Stellplatzordnung ihnen macht. Dieser Stellplatzordnung gemäß sind nämlich Firmen verpflichtet, ihren Mitarbeitern ausreichend Parkplätze anzubieten.

***

Wie dürfen Geschäftsleute und Gastronomen den öffentlichen Straßenraum (der ihnen nicht gehört) nutzen? Was müssen sie zahlen, und wer muss gar nichts zahlen? Das ist der letzte Punkt im Bürgerforum, da wird eine neue „Sondernutzungssatzung“ vorgestellt.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Gebühren für eine kommerzielle Nutzung des Straßenraums (Café-Terrasse) moderat steigen werden. Nicht-kommerzielle Nutzung ist kostenlos. Was alles im öffentlichen Raum angebracht wird (teils kostenlos, teils teuer): Plakate, Werbetafeln, Automaten, Blumenkübel, Fahrradständer, Windschutzelemente, Stehtische, Sonnenschirme, Markisen usw.

Und: Ein Stück Gehweg in der Breite von 1,80 Meter  muss frei bleiben (in Ausnahmefällen 1,50 oder 2 Meter).

Ich denke, den Belangen der Behinderten muss Rechnung getragen werden. Aber man darf auch nicht vergessen, dass durch Gastronomie und bunte öffentliche Geschäftsauslagen im öffentlichen Raum ein gewisses Flair entsteht, das Aachen gut gebrauchen kann. Ohne Flair und Ambiente keine belebte Innenstadt. 

***

Soweit ich jetzt sehen kann, beginnt das Bürgerforum (am Dienstag, 20. März) um 17.30 Uhr im Sitzungssaal des Haus Löwenstein (gegenüber Rathaus).  UPDATE: im Raum 107 im Katschhof, Verwaltungsgebäude. Zugang über Johannes-Paul-II.-Straße 1.    Zunächst waren ein andere Ort und eine andere Uhrzeit angegeben. Da werde ich noch nachfragen und es ggf. hier vermerken.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 2 Kommentare

Monschau: Erinnerung an ein Christo-Projekt

Schöne Ausstellung in der verwinkelten Galerie Beumers in Monschau. Es wird an die Zeit erinnert, als Christo in Monschau aktiv war. Am Tisch: Kaspar Vallot, 92 Jahre alt.

Wieder mal lohnt sich eine Fahrt nach Monschau. Diesmal geht es um das Jahr 1971 und was damals in dem Eifelstädtchen geschah. Der Monschauer Kunstkreis mit Journalist Kaspar Vallot* war nämlich vor 45 Jahren auf die verwegene Idee gekommen, den Verpackungskünstler Christo nach Monschau einzuladen. Der sollte sich dort ein Objekt zum Verpacken/Verhüllen aussuchen.

Bereits im Jahr zuvor (1970) hatten die Liebhaber moderner Kunst die Stadt Monschau quasi in ein Open-air-Museum verwandelt. Die Bevölkerung war weitgehend not amused über die „Umwelt-Akzente“. Fast alle fanden: „Das soll Kunst sein? Niemals!“ An diese Ausstellung hat 2011 die Stadt Monschau auf großartige Weise erinnert.

Christo kam immerhin, spazierte 1971 durch Monschau und war begeistert: Er wollte die Burg und eine weitere Ruine (Haller) verpacken und den sensationellen Rur-Blick mit einem Vorhang verhüllen. Wie geplant, so geschehen. Weite Teile der Bevölkerung waren extrem empört. Es gab damals nicht so viele Menschen, die überhaupt bemerkten, dass in der Welt und in der Sicht auf die Welt ein enormer Wandel im Gange war.

Bei der Aktion entstanden viele kunstvolle schwarz/weiß Fotos, die jetzt in Monschau zu sehen sind. Und zwar im sogenannten Tuchschererhaus, in dem sich die Galerie Beumers befindet. Galeristin Carla Giessing hat zusammen mit Kaspar Vallot diverse Fotos, Objekte, Plakate und Dokumente aus jener Zeit zu einer Ausstellung kombiniert.

Wer viel Zeit mitbringt, sollte sich in den Räumen die Leserbriefe aus jenen Tagen ansehen. Sie zeigen, wie die Menschen auf die moderne Kunst reagierten. Sie waren einfach überfordert. Aber es geschah auch, dass Erwachsene einigen Jugendlichen einen Kasten Bier versprachen, wenn die Jugendlichen ein „Kunstwerk“ zerstören würden. Damals lernte ich, zu welchem Hass Menschen fähig sind, wenn sie etwas in ihrer Nähe ertragen müssen, was sie absolut nicht verstehen. Heute ist es mit den „Ausländern“ exakt dasselbe.
Insofern man selbst mit einer etwas breiteren Perspektive beschenkt ist, darf man sich allerdings auch nicht arrogant über diese Leute erheben.

Bei der Eröffnung der Ausstellung in Monschau berichtete Kaspar Vallot 45 Minuten lang konzentriert von der Zeit, als der anfangs etwas konventionelle Kunstkreis seine Ausrichtung änderte, als er mit den Journalisten-Kollegen Klaus Honnef und Willi Bongard über Kunst zu Aktionen kam und wie schließlich reagiert wurde. Außerdem bekam das Publikum kunstphilosophische Gedanken zu hören.

Christo war damals ein noch relativ unbekannter Künstler. Er war 1968 als Teilnehmer der documenta in Kassel aufgefallen. Nur wenige kannten ihn. Zudem hatte es sich ergeben, dass er 1971 auch noch an seinem Projekt „Valley Curtain“ arbeitete und sich in Monschau nur selten blicken ließ. Trotzdem: „Deutsche und internationale Presse rückte Monschau in die Schlagzeilen“, schreibt Peter Stollenwerk. Sein langer und schöner Text (jetzt noch hinter einer Bezahlschranke) ist in wenigen Tagen hier zu lesen.

***

Die Ausstellung „Das CHRISTO PROJEKT Mon SCHAU“ ist noch bis zum 10. Mai zu sehen in der Galerie Beumers in Monschau, Laufenstraße 6.
Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. UPDATE: Wegen Krankheit ist die Ausstellung ab heute, 19. März, für eine Woche geschlossen
s. auch Kölner Stadtanzeiger, Bericht aus 2011: Als Christo die Burg verpackte
*Offenlage: Kaspar Vallot ist mein Vater.
Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Das Gute zum halben Preis, Nationalität egal.

Der LEO könnte glatt für diese Initiative auch mal das Bundesverdienstkreuz bekommen. Oder eine andere Auszeichnung.

Speis und Trank. „Das Gute von Gestern zum  1/2 Preis“. Das bietet im unteren Teil der Trierer Straße tatsächlich die Bäckerei LEO an. Und ob ihr es glaubt oder nicht: Die Brote und Teilchen schmecken prima, sogar besser als die ganzen frischen Sachen, die im Bauch noch aufquellen, eben weil sie so frisch sind. Außerdem ist es in dieser Bäckerei völlig egal, welche Nationalität der Kunde/die Kundin hat. Mir ist persönlich wichtig, dass ich dazu beitrage, dass nicht so viele Lebensmittel weggeworfen werden.

***

Kunst. Im Rahmen der Ausstellung „Digital Games. Kunst und Computerspiele“ läuft mit dem Film „GameLoading: Rise of the Indies“ eine Dokumentation zu Computerspielen. Zu sehen am Donnerstag, 15. März, 18 Uhr im Ludwig Forum für Internationale Kunst, Jülicher Straße 97-109, Aachen. Der Eintritt ist frei.   –  Die Ausstellung „Digital Games. Kunst und Computerspiele“ wird bis zum 6. Mai verlängert!

***

Gaming. Jugendliche und junge Erwachsene sind am Donnerstag, 15. März, in die neue youthfactory, in der Stadtbibliothek Aachen, Couvenstraße 15, sowie gleichzeitig in die Stadtteilbibliothek Depot, Talstraße 2, zum Gaming eingeladen. Menschen zwischen acht und 13 Jahren treffen sich an diesem Tag von 15 bis 16.45 Uhr im Depot mit den Gamern Jan und Sonja. In der youthfactory gibt es dagegen von 16 bis 18 Uhr die Möglichkeit zum Gaming mit Kicker, Billard und Playstation. Das Brettspiel Carrom und viele Gesellschaftsspiele stehen daneben zum Ausprobieren bereit. – Zu beiden Veranstaltungen ist keine Anmeldung notwendig.

***

„Pulse of Europe“.  Monatlich gibt es wieder Open-Air-Veranstaltungen wie im Vorjahr. Start war am letzten Sonntag, 4. März, 14 Uhr.  Oberbürgermeister Marcel Philipp unterstützt die Aachener Gruppe, „weil Europa die Unterstützung und Begeisterung von der Basis braucht“. Auch im Rahmen der Karlspreis-Feiern für Frankreichs Staatspräsidenten Emmanuel Macron wird die Aachener Pulse-of-Europe-Gruppe auftreten. Zur Karlspreisverleihung haben aber auch Kernkraft-Gegner ihren Protest angemeldet. Die wollen den Preisträger daran erinnern, dass in seinem Land buchstäblich brandgefährliche Atomkraftwerke stehen, uralt und fürchterlich schrottig.

Genau ein Jahr nach der ersten Zusammenkunft kamen immerhin noch etwa 200 Europa-Fans auf den Katschhof. Europa – das ist ein cooles Projekt, derzeit in einer miserablen Verfassung, aber da lässt sich noch was draus machen.

***

Bauarbeiten. Körbergasse und Hof werden schöner. Die Bauarbeiten haben am 5. März zunächst in der Körbergasse begonnen. Die Regionetz AG erneuert dort die Versorgungsleitungen. Die Bautätigkeit auf dem Hof beginnt erst etwas später. In Körbergasse und Hof wird als neue Oberfläche durchgängig geschnittenes Naturstein-Großpflaster verlegt. Die Wohnhäuser, Geschäfte und Gaststätten sind während der Bauarbeiten jederzeit erreichbar. Es wird immer nur in kleinen Bauabschnitten gearbeitet.

***

Und zum Schluss noch ein Hinweis.

Internationale Woche gegen Rassismus in Aachen. Das Programm hängt aus u. a. im Schaufenster vom Piratenbüro, Lothringer Straße/Ecke Wilhelmstraße.

Schau bei diesem Text mal auf das Erscheinungsdatum. Na? #Batterie #Autos

http://www.zeit.de/1992/21/batterie-marsch

 

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Andreas Herrmann stellt in den Arkaden aus

Interessierte schauen sich Fotos von Andreas Herrmann an, die noch bis zum 31. März im Kulturwerk des BBK in Aachen zu sehen sind.

„Querschnitt“, so lautet der Titel einer Ausstellung mit Fotos von Presse-Fotograf Andreas Herrmann. Andreas hat in jungen Jahren mehrere Semester Architektur studiert, und das Interesse an der Architektur ist ihm offenbar nie abhanden gekommen. Großformatige Fotos aus Paris (La Grande Arche) und Berlin (Holocaust-Mahnmal, Reichstag) lassen keinen Zweifel daran.

Zu sehen ist in der Galerie in den Aachener Arkaden eine Auswahl seiner Fotos aus mehreren Jahrzehnten. Bilder vom Reitturnier, von Tanzfestivals und markanten Ereignissen in Aachen wie Katholikentag und Eröffnung des Ludwig Forums. Ganz außergewöhnlich schön sind die Fotos von Tanzszenen.

Auch dabei: Zwei Landschaftsbilder in ungewöhnlichen Formaten. Das älteste Bild ist aus den 80er Jahren. Wohl 30 Leute waren zur Eröffnung gekommen, unter ihnen auch Aachens grüne Bürgermeisterin Hilde Scheidt. Svenja Pech sprach einleitende Worte.

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 13 bis 20 Uhr. Mehr von Andreas Herrmann seht ihr hier: http://www.andreasherrmann.de

Es gibt wieder eine sehenswerte Ausstellung in den Arkaden in Aachen, Trierer Straße 1.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Logineo. Schulsoftware funktioniert nicht. Schon 4 Mio investiert.

Land stoppt Einführung von Logineo. Der Grund: Ungelöste technische Probleme (Der Datenschutz ist mangelhaft. Zur Info: Es gibt keine sicheren IT-Systeme).  http://www.logineo.schulministerium.nrw.de/LOGINEO/index.html

In Baden-Württemberg sieht es ähnlich aus. Die Lernplattform Ella wird nicht fertig, vorerst nicht und nach meiner Perspektive (wie Logineo) auch später nicht. Man muss fragen, warum öffentliche IT-Dienstleister immer wieder mit Individualentwicklungen beauftragt werden?

https://www.schwaebische.de/sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-start-der-digitalen-lernplattform-für-schulen-verzögert-sich-_arid,10824648.html

***

 

 

 

Wie alles anfing, und ich vor 3 Jahren mich damit beschäftigte, erfahrt ihr über den nächsten Link. Damals schrieb ich linkisch, voller Zweifel bezüglich der Sicherheit der Seite, was sich leider bewahrheitet hat: „Eine geschützte Lehr- und Lernumgebung im Internet“ soll es geben. Außerdem: „Ein Vertrauensraum in der digitalen Lernwelt“, alles ausschließlich „auf vertrauenswürdigen Servern“. „Sichere digitale Kommunikation“ wird gewährleistet. Und „geschützte Dateiordner“, „geschützte Räume für pädagogische Prozesse“ und so ohne Ende weiter.  – Das sollte es geben in einem Land, das – damals wie heute – noch nicht mal die geheimsten Infos seiner Regierung schützen kann?!?

***

Es wird berichtet (nur 2 Beispiele):

 

***

Zu Logineo hat der Verein  fragdenstaat.de ein paar Fragen formuliert. ganz unten stehen die Antworten. https://fragdenstaat.de/anfrage/anfrage-nach-dem-informationsfreiheitsgesetz-zu-logineo-nrw/

 

fragdenStaat.de ist ein Projekt des Vereins der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V.   https://okfn.de

***

Sieh dir dazu auch folgendes an: http://mediathek.daserste.de/Reportage-Dokumentation/Das-Microsoft-Dilemma/Video?bcastId=799280&documentId=50159194

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Die Unfähigkeit der Aachener Politik, der Gesundheit der Aachener die nötige Priorität einzuräumen. Kommentar.

Forderung: Die Stadt soll ab 2025 Fahrverbote erlassen und jetzt in Park&Ride, ÖPNV und Radverkehr investieren.

Durch das Urteil ist die Stadt Aachen gerichtlich angeordneten Fahrverboten ein großes Stück näher gerückt worden.
Die Unfähigkeit der Aachener Politik, der Gesundheit der Aachener die nötige Priorität einzuräumen sorgt dafür, dass Aachen die Entscheidung über die Zukunft seines Verkehrs an die Justiz abgibt.

In Aachen versucht man seit 30 Jahren, die Menge des Pkw-Verkehrs zu reduzieren, ohne erkennbaren Erfolg. Es gibt immer noch keinen Verkehrsentwicklungsplan, kaum Geld für Radverkehrsanlagen, und der ÖPNV wird mit einem Sparzwang auf höchstens ein mittelmäßiges Angebot beschränkt.
Es wäre Aufgabe der Politik, eine Verkehrswende zu beschließen und deren Umsetzung voran zu treiben, stattdessen hat die Politik der Mut verlassen, und man lässt sich von Gerichten regieren.

Deswegen haben die Piraten schon Mitte letzten Jahren einen Ratsantrag gestellt, indem die Stadt aufgefordert wird, selber Fahrverbote zu erlassen!
„Wir möchten, dass die Stadt das Heft des Handelns in der Hand behält und selbst gestalten kann, wie der Verkehr in dieser Stadt aussehen soll“, sagt Matthias Achilles, verkehrspolitischer Sprecher der Piraten.
Dazu sieht der bisher nicht behandelter Antrag vor, dass man für die Einführung

Messstation in Aachen in der Wilhelmstraße, wo die Luft am dreckigsten ist und der Grenzwert anhaltend  überschritten wird.

der Fahrverbote eine Frist bis zum 01. Januar 2025 festsetzt.
Dadurch hätte jeder Fahrzeugbesitzer die Gelegenheit, dem Verbot durch Neuanschaffung oder einen Umstieg auf anderen Verkehrsmittel zu entgehen.
Und die Stadt hätte die nötige Zeit gehabt, um Alternativen zum PKW auszubauen, in P+R, ÖPNV und Radverkehr zu investieren und den Gerichten zu zeigen, dass man es ernst meint mit dem Wohl der Bevölkerung.

Man hat den Piraten-Antrag liegen gelassen. Man hat wenig unternommen, was ein Gericht davon überzeugen könnte, dass man in Aachen mit allen verfügbaren Mitteln so schnell wie möglich eine Verbesserung der Luftqualität erreichen will. Man hat gezockt und verloren.

Jetzt werden Fahrverbote kommen in Aachen, mit unnötig kurzer Schonfrist und ohne Mitsprache von Politik und Verwaltung.
Auch wenn das sehr wehtun wird, so kommen die Aachener trotz untätiger Politik zu einer saubereren Luft.
„Man sollte dabei aber nicht vergessen,“, so Matthias Achilles,  „dass das auch weniger brachial geht, wenn man frühzeitig auf neue Anforderungen mit neuen Ideen reagiert.“

*

Update 1. März 2018: Auf diesen Kommentar gab es Reaktionen, die nicht übersehen werden sollten. Alle sehr ähnlichen Inhalts. Deshalb hier einer für alle:

Größtenteils Zustimmung, aber 2025 wird nicht reichen. Die 39. BImSchV sagt: „Ein Luftreinhalteplan muss geeignete Maßnahmen enthalten, um den Zeitraum einer Nichteinhaltung so kurz wie möglich zu halten“. Die Nichteinhaltung dauert schon seit 1.1.2010 an. 2025 ist zu spät.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen