Das hat uns vergangene Woche interessiert

Einen „super blue blood moon“ gab es diese Woche zu sehen. Dieser Mond in Aachens Osten wurde etwas spät fotografiert. Aber egal: Der Mond ist ja eigentlich immer schön.       Foto: Otto Weber

Platz für Unternehmen und für Wohnanlagen ist knapp in der Stadt. Da möchten die Politiker auf die letzten großen Aachener Freiflächen nicht vorschnell verzichten. Zum Beispiel auf das 44 Hektar große Freigelände „Camp Hitfeld“ im Aachener Süden.

Das ehemalige Militärgelände wollte ein Investor (Landmarken AG) dem Bund abkaufen. Stopp, sagte jetzt der Stadtrat und pochte auf seinem Vorkaufsrecht. Das Gelände macht seit etwa 25 Jahren einen total verkommenen Eindruck, und man darf gespannt sein, was jetzt daraus wird. Schwermetalle, Arsen, Mineralöle, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder Blindgänger aus Kriegszeiten könnten sich dort befinden. Trotzdem wird dort (in einem sehr tief liegenden Stollen) angeblich auch Trinkwasser gewonnen.

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Und dann ploppte auf meinem Handy die Nachricht auf: „Die RWTH macht Vergiftungsversuche an Menschen“. Himmelherrgottsakra, wer glaubt denn so einen Quatsch? Was war passiert? „Alles ganz normale Forschung“, meinten die Professoren. Ein „Vergifteter“, diverse Mediziner und ein Mitglied der Ethikkommission stellten sich mittlerweile im Klinikum der Presse, der Skandal schlug nämlich Wellen, und aufgrund der umfassenden Berichterstattung kann sich jetzt jeder selbst ein Bild machen.

Zehn Affen atmeten stundenlang Abgase eines VW ein. Und es zeigte sich, dass in einem Land, wo jeden Tag 2 Millionen Tiere auf ekelerregende Weise und brutal getötet werden, jene 10 Affen die Menschen rührten. Ich fass es nicht.

2013 testeten Arbeitsmediziner an Freiwilligen (n = 25) die Verträglichkeit von Stickstoffdioxid (NO2) am Arbeitsplatz. Ein Test an 25 Personen? Hää? Bei der geringen Anzahl von Testpersonen, wie sollte denn da ein irgendwie relevantes Ergebnis erzielt werden?

Alles in allem zeigt die ganze Aufregung, dass Leute sich gern auf einzelne, haarsträubende Fälle stürzen und nicht merken, dass das Problem in Wirklichkeit woanders liegt: Nämlich bei der massenhaften „Vergiftung“ der Bevölkerung in den Städten, wo Tausende wegen der ungezügelten Gier der Autoindustrie krank werden und vorzeitig sterben. Und kein Staatsanwalt ermittelt und die Politik hält sich zurück! – Aber die zehn Affen und die 25 Freiwilligen! Über die schreiben dumme Menschen lange Kommentare voller Empörung.

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Was noch? Der Karneval tobt vor sich hin, die Ordensverleihung (Wider den tierischen Ernst) kam – am TV jedenfalls – nicht schlecht rüber, Gregor Gysi (Die Linke) und Winfried Kretschmann (Grüne) waren witzig. Wer mehrfach einer solchen Sitzung im Saal beiwohnen musste (wie die Autorin dieser Zeilen), ist übrigens froh, wenn er/sie an dem Abend zu Hause bleiben kann. 

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Und sonst? Im Kulturausschuss gab es Zoff wegen der Verteilung von Geld an „freie Kulturschaffende“. Gefördert werden immer dieselben, für etwas neuere Initiativen ist fast nichts da. – Zoff gibt es auch wegen der Breslauer Straße. Die wollte die Verwaltung schmaler und den Straßenraum intensiver für Radfahrer nutzbar machen. „Alles Quatsch“ meinte die CDU, und die Opposition ist deshalb wütend. – Kein Zoff (bis jetzt) gibt es wegen des baufälligen Tunnels Adenauerallee/Trierer Straße. Der muss höchstwahrscheinlich nicht nur ausgebessert, sondern komplett neu gebaut werden. (Ein Beispiel für die vielen in die Jahre gekommenen Brücken und Tunnel, die in ganz Deutschland erneuert werden müssen.)

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Seht euch an, was MONITOR über einen weiteren, höchst unsicheren Reaktor im belgischen Tihange gesendet hat. Bisher unveröffentlichte Dokumente, die MONITOR vorliegen, belegen: Von einem noch älteren Reaktor (Tihange 1) gehen weit größere Gefahren aus als bisher bekannt.

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Zum Schluss: In Berlin hat ALDI Nord angekündigt, verschiedene Filialen abreißen zu wollen und dann neu zu bauen, größer und mit etwa 100 Wohnungen auf jeder Filiale. Die Wohnungen sollen teilweise nur 6,50 Euro Miete pro Quadratmeter kosten. Wie schön. Das könnte/sollte auch in Aachen (von ALDI Süd) umgesetzt werden. Die Gelände, auf denen sich ALDI-Märkte befinden, sind nämlich groß und in Wohngebieten gelegen (s. Foto unten, Freunder Weg), und mit den Flachbauten ist die Fläche relativ schlecht verwertet.

In Berlin will ALDI tatsächlich auf vergrößerten Filialen Wohnungen errichten, preiswerte natürlich. In Aachen auch?

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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