StädteRegion investiert in Fahrrad-Tourismus

Nicht nur in Aachen (Foto: Wilhelmstraße) sind die Werte schlecht. Auch in der Region geht es darum, auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zu verzichten. Foto: Archiv

Der Beschluss wurde als außergewöhnlich bezeichnet, und das ist er auch – in mehrfacher Hinsicht. Im Tourismus- und Kulturausschuss der StädteRegion gab es Einstimmigkeit für den Ausbau des Radverkehrs. Und zwar für die Ausgestaltung von Radwegen sowohl im Süden als auch im Norden der StädteRegion. Hier wurden – und das kommt selten vor – bezüglich Tourismus einmal die Südkommunen und die Nordkommunen als Einheit gesehen.

Was kommt da auf uns zu? Nach weit über einem Jahr des intensiven Planens und Diskutierens möchte die StädteRegion öffentliche Gelder einsetzen für den Ausbau von Radwegen. Das Ziel vordergründig: Mehr Rad-Tourismus in die

Selbst wenn alle ASEAG-Busse elektrisch betrieben werden, erreicht die Luftverschmutzung noch nicht die Grenze, die gestattet ist. Anfang des neuen Jahres wird ein Urteil gesprochen. Kann sein, dass in Aachen Fahrverbote ausgesprochen werden müssen.

Region von Monschau (im Süden) bis Baesweiler (im Norden) ziehen. De facto werden weitere, fast noch wichtigere Ziele erreicht.

Ich bin für die Piratenpartei Mitglied in dem Ausschuss und hatte anfangs nichts als Bedenken gegen dieses Projekt. Ich hatte auch mehrfach dagegen gestimmt. Doch die Situation ist im Dezember 2017 eine andere. Die Pläne wurden modifiziert, und die Verpestung der Luft durch Umweltgifte wurde inzwischen umfassend bekannt. Es gilt, wo immer möglich, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zu ersetzen – auch durch das Fahrrad.

5,8 Millionen Euro soll das Vorhaben der StädteRegion kosten, 4,6 Millionen werde das Land NRW übernehmen, so wurde signalisiert. 1,2 Millionen beträgt der Eigenanteil der StädteRegion Aachen. Bis 2020 soll das „Radstrategie Städteregion Aachen“ genannte Projekt Wirklichkeit werden. Natürlich: Falls in Düsseldorf (jetzt CDU/FDP-Regierung) kein Geld bewilligt wird, ist das (grüne) Projekt gestorben. Doch die Spitzen der Verwaltung in der Zollernstraße sind  zuversichtlich. Die Bürgermeister und die Bürgermeisterin der beteiligten Kommunen (Aachen, Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Monschau, Roetgen, Simmerath, Stolberg, Würselen) haben zugestimmt. Auch sie werden im Rahmen ihrer Möglichkeiten (auch bei den Folgekosten) zur Kasse gebeten, so wurde mitgeteilt.

Nebenbei: Die Steuern sprudeln wie seit Jahren nicht mehr in die öffentlichen Kassen. Die StädteRegion hat eine zweistellige Millionen-Summe mehr in der Kasse als in den Jahren zuvor: Das sind die Rückzahlungen vom LVR und die Senkung der Umlage des LVR in einer Höhe, mit der vor fünf Jahren kein Mensch rechnen konnte. Geld ist da, doch das heißt nicht, dass verschwenderisch damit umgegangen werden kann. 

Was mich besonders freut: Zum Projekt, das erfreulicherweise schon bestehende Radwege einbeziehen und instand setzen will, gehört ein Pumptrack in der

Mein Fahrrad. Schon fast 15 Jahre alt, 7 Gänge, leicht (Symbolbild).

Eifel. Ein angesagter, aufregender Sport für junge Menschen wird gefördert. Wie könnte ich dem meine Zustimmung versagen!?

Wer also als Aachener demnächst in der StädteRegion unterwegs ist, kann (nicht muss) dies auf dem Fahrrad machen. Touristen werden zu den Attraktionen der Region geleitet, zum Energeticon in Alsdorf beispielsweise, zu den Burgen von Stolberg, Baesweiler oder Herzogenrath, eine Radroute entlang der Wurm soll auf Würselener Gebiet entwickelt werden. Erlebnisse satt soll es geben.

Die Entscheidung im Tourismus- und Kulturausschuss war eine Vorentscheidung. Am Donnerstag, 14. Dezember, wird der StädteRegionstag endgültig entscheiden.

Die Vorlage für den Ausschuss gibt es hier: http://gremieninfo.staedteregion-aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=8853

Die gesamte Tagesordnung des Tourismus- und Kulturausschuss hier: http://gremieninfo.staedteregion-aachen.de/bi/to010.asp?SILFDNR=1158

***

Trauriges update (12. 12. 2017): Völlig überraschend ist nun der Vorsitzende des Ausschusses, Hans-Josef Hilsenbeck gestorben. Was für ein Verlust! Selten habe ich einen so freundlichen und besonnenen, rücksichtsvollen und immer um Verständnis bemühten Kommunalpolitiker erlebt. Er war ein guter Vorsitzender. Für mich als Neuling in dem Ausschuss war es ein Glück, ihn kennengelernt zu haben. Die sonst übliche Arroganz und Geringschätzung gegenüber den komischen, politik-unerfahrenen Piraten habe ich bei ihm nie auch nur ansatzweise verspürt.

Hans-Josef Hilsenbeck war Oberstudienrat, Mitglied der CDU, er war erster stellvertretender Städteregionsrat und wurde 76 Jahre alt. Er starb am Sonntag und war bis zuletzt aktiv in der Politik der hiesigen Region.

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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