Aachener protestieren gegen Abschiebungen nach Afghanistan

Mahnwache in Aachen vor dem Hauptbahnhof: Rund 200 protestierten gestern (15. 11.) gegen Abschiebungen nach Afghanistan. Foto: navelbrush

Es ist zwar kein Kernthema der Piratenpartei, aber auch in dieser Partei ist wenig Verständnis vorhanden für Abschiebungen ausgerechnet in ein Land, in dem seit 30 Jahren Krieg herrscht. Insbesondere die Situation einer aus Afghanistan stammenden Schülerin des Aachener Pius-Gymnasiums schockt derzeit etliche Menschen, weil das gut integrierte Mädchen mitsamt Eltern und zwei kleinen Brüdern von Abschiebung bedroht ist.

Eine Abschiebung nach Afghanistan gleicht bisweilen einem Todesurteil, vor dem man gerade in Deutschland die Menschen bewahren sollte. Deshalb nahmen jetzt Piraten an einer Mahnwache vor dem Hauptbahnhof teil –  zusammen mit Amnesty International, Pax Christi, Die Linke, Missio, Netzwerk Asyl, Café Zuflucht und weiteren Menschen, denen die Situation der Flüchtlinge nicht komplett gleichgültig ist.

200 sollen es gewesen sein, die eine Stunde lang protestierten. Die Organisatoren waren selbst überrascht, dass bei der 1. Mahnwache dieser Art in Aachen gleich so viele dabei waren. Die Tageszeitung berichtete ausführlich.

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Unterdessen geht die Standortdebatte um den Aachener Rotlichtbezirk weiter. Dem allseits beliebten und immer gut gelaunten OB schlägt herbe Kritik entgegen. Zur Erinnerung: Oberbürgermeister Philipp und Polizeipräsident Weinspach wollen den Bereich zum Aachener Stadtrand verlegen. Die große Mehrheit im Stadtrat will den Puff in der Antoniusstraße belassen.

Dabei hat es vor geraumer Zeit einen hochkarätig besetzten Architekten-Wettbewerb gegeben, bei dem von namhaften Architekturbüros ein Teil der Innenstadt neu geplant wurde – und zwar so, dass es dort wie seit etwa 600 Jahren auch Raum für ein Bordell gibt. In Haaren nehmen jedenfalls Sozialdemokraten schon mal drohende Haltung an und machen darauf aufmerksam, dass die vom OB vorgeschlagenen Alternativ-Standorte fast alle in Aachens Norden und Osten liegen. Diese Stadtteile scheinen dem OB weniger wichtig zu sein als die Innenstadt. Na gut, dann wissen wir das jetzt auch.

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Was noch? Eine neue Initiative will, dass Aachen im Jahr 2025 Kulturhauptstadt Europas wird. Aachen soll sich als Stadt-gewordene, quasi materialisierte Verbindung von Kultur und Wissenschaft präsentieren. Weite Teile der Politik sind begeistert.

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Auch wenn man als Pirat in erster Linie für Transparenz in der Politik, für ein besseres Urheberrecht und einen sehr vorsichtigen Umgang mit unser aller Daten, für einen flotten Einstieg ins digitale Zeitalter, für schnelles Internet (Breitband), ein bedingungsloses Grundeinkommen und einen fahrscheinlosen ÖPNV usw kämpft, so kann einen doch die Grün-Reduzierung in Aachen beunruhigen. Klar, es müssen Hochschulgebäude, Wohnungen und Infrastruktur gebaut werden. Dabei verschwinden aber Grünflächen an der Mariabrunnstraße (Kleingärten), im Innenbereich Südstraße/Boxgraben/Weberstraße (Bäume und Gärten), im Preuswald (Wald), für die neue Gaspipeline, im Münsterwald wegen Schwerlaststraßen zu Windrädern, am Klinikum (Bäume) usw. Hallo Grüne, was ist eigentlich aus den 10.000 neuen Bäumen geworden, die zu pflanzen man beschlossen hatte?

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Wer unsere Politiker bei der Arbeit beobachten will, kann am Mittwoch, 22. 11., ins Rathaus gehen. Um 17 Uhr beginnt die nächste Sitzung des Rates der Stadt.

Stay tuned for more great content.

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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