Piraten: Betrügereien sind nur die Spitze des Eisbergs

Im Rathaus von Aachen sollte man sich dazu durchringen, als Stadt Mitglied der Organisation Transparency International zu werden. Um dort Mitglied zu werden, müssen Aktionen gegen Korruption erfolgen. Foto: Archiv

Nicht jeder hat es mitbekommen, aber im Stadttheater hat ein Mitarbeiter heimlich teurer Mikrofone geklaut und verkauft, angeblich um seine Drogensucht zu finanzieren. Das und noch mehr wurde jetzt aufgedeckt. Der Mitarbeiter hat offenbar zugegeben, dass er nicht nur Teile abmontiert und verkauft, sondern auch billige/minderwertige Technik eingekauft hat, damit die Sache nicht rauskommt.

Des Weiteren ist kürzlich aufgefallen, dass Mitarbeiter vom städtischen Recyclinghof (und zwar angeblich alle 9) mit Elektroschrott gedealt haben, den wir Aachener dort abgeliefert haben. Die Leute haben zugegeben, den Elektroschrott gesammelt und über einen Mittelsmann privat weiterverkauft zu haben. Die komplette Belegschaft wurde gefeuert.

Erinnert werden muss auch an den Fall, wo doch tatsächlich ein Mitglied des städtischen Personalrates mehrfach Überweisungen von städtischen Konten auf sein Privatkonto getätigt hat.

Für solche Sachen kann man hinter Gitter landen. Und man muss eigentlich als Arbeitgeber diese Doofköppe, die ihr eigenes Wohl und das ihrer Familien riskieren, vor sich selber schützen. Das geht nur mit wirkungsvollen Kontrollen. Entsprechend kritisieren die Piraten in Aachen die Zustände bei der Stadtverwaltung in Sachen Korruptionsbekämpfung. Sie schreiben in einer Stellungnahme:

„Schon zu Beginn der aktuellen Ratsperiode gab es interfraktionelle Gespräche zum Antrag der Piraten Aachen, eine Transparenzsatzung einzuführen und als Stadt Mitglied bei Transparency International zu werden.
Jetzt, 2,5 Jahre später, ist noch immer nichts zur Satzung und Mitgliedschaft passiert – obwohl die Stadt Köln bei beidem mit gutem Beispiel voran gegangen ist und damit als Vorbild und Vorlage dienen kann.“

Die Piraten äußern in ihrer Stellungnahme die Ansicht, dass es sich bei den aufgedeckten Fällen nur um die Spitze des Eisbergs handelt.

Die aktuellen Fälle zeigen jedenfalls, wie wichtig eine dauernde Bekämpfung von Korruption ist. Bei 5000 Mitarbeitern muss man nämlich realistischerweise davon ausgehen, dass auch einige „schwarze Schafe“ dabei sind. Alles andere ist weltfremd.

Piraten-Ratsherr Marc Teuku meint: „Wie man aktuell sieht, hat die Stadt Aachen im Bereich Korruptionsbekämpfung nicht ihre Hausaufgaben gemacht. Die aktuellen Fälle sowohl vom Recyclinghof als auch der Fall vom Stadttheater zeigen, dass bei der Verwaltung akuter Handlungsbedarf besteht.“

Links für mehr Infos:
Marc Topp – Verdi-Topmann Topp ist ins Kreuzfeuer geraten
http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/verdi-topmann-topp-ist-ins-kreuzfeuer-geraten-1.1303945

Skandal auf Aachener Recyclinghof: Belegschaft gefeuert
https://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/skandal-auf-aachener-recyclinghof-belegschaft-gefeuert-1.1744436

Theater Aachen: Mitarbeiter soll teure Mikrofone geklaut haben
http://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/mitarbeiter-dieb-theater-aachen-100.html

Stadt Aachen soll Transparency International beitreten
https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/stadt-aachen-soll-transparency-international-beitreten-1.1724105

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s