Nichts wie hin: Open-air-Kino im ALRV-Stadion

Am Ende zeigte das Handy 14 Grad für Aachen an. Das war schon ziemlich kalt und nur auszuhalten, weil ich mir eine dicke Decke um den Leib wickeln konnte. Die Kälte und die vielen Nebengeräusche (unter anderem knallte uns während der Aufführung das Bend-Abschluss-Feuerwerk um die Ohren) halten Frischluft-Fanatiker gern aus – beim Open-air-Kino im Dressurstadion des ALRV, das noch bis zum 27. August läuft und vom Rotary Club Aachen Nordkreis veranstaltet wird.

Knapp 500 werden es gewesen sein, die sich gestern Abend „Mein Blind Date mit dem Leben“ ansahen, die rührende und Mut machende Geschichte eines stark sehbehinderten jungen Mannes, der gegen viele Widerstände seinen Berufswunsch realisiert. Da konnte man sich identifizieren, weil jemand trotz aller Handicaps und gegen alle verbreiteten Meinungen der Überzeugung ist: Was ich möchte, wie ich arbeiten und leben will, das ist zu schaffen. Und man geht mit einem Hochgefühl nach Hause, weil der Junge es tatsächlich schafft und ist neu motiviert.

Der Film passte zum Veranstalter, der Erlös kommt nach Abzug der Kosten sozialen Projekten im Raum Aachen zugute. Das Publikum war meiner Einschätzung nach nicht das typische Aachener Kinopublikum. Das Publikum ging sozusagen mehr mit als in einem Kino. Man staunte, lachte, empörte sich oder schwieg betroffen – alles analog zur Filmhandlung. Das war auch mal lustig zu erleben.

Zum Ablauf: Wir fuhren mit dem Pkw bis zum Parkplatz vor die Eissporthalle, starten dann einen kleinen Fußmarsch via Station-Haupteingang (hier kann man Kinokarten kaufen, 12 Euro) bis zum Dressurstadion. Auf der neuen Tribüne gibt es auch noch um 20.30 Uhr gute Plätze. Beginn ist, wenn es dunkel genug ist, also derzeit wenige Minuten nach 21 Uhr. Man kann sich Popcorn kaufen und Getränke. Getränke darf man aber auch mitbringen.

Wichtig natürlich: Warme Kleidung und am besten eine Decke, die einen von den Füßen bis zu den Schultern wärmt. Schließlich gibt es währende der Aufführung eine Art Temperatursturz um fast 8 Grad. Empfindliche Leute haben da so ihre Probleme. Andere kommen im T-Shirt, ziehen vor der Vorstellung ihre dicke Jacke an und fertig. Wahnsinn.

Einlass ist ab 19.30 Uhr, aber so früh braucht man nicht zu kommen. Tickets gibt es im Vorverkauf an der Kasse vom Cineplex Aachen oder vor Ort, Sitzplätze sind frei wählbar, eine Platzreservierung ist nicht möglich. Alle Sitzplätze sind überdacht.

Die Bildwand ist 240 Quadratmeter groß (20 X 12 m), sehr eindrucksvoll, sie steht ziemlich frei da, wo die Dressurreiter normalerweise auftreten. Sie ist über 30 Meter von der ersten Reihe der Zuschauer entfernt. Es ist wirklich ein komfortables Zuschauen möglich.

Heute (22. August) wird der Film „Hidden Figures“ (Unbekannte Heldinnen, USA 2016) gezeigt. Wieder ein Film von Menschen, die es schrecklich schwer haben, ihre speziellen Fähigkeiten in der Gesellschaft zu realisieren.

Auf der neuen Tribüne des Dressurstadions (offiziell: Deutsche Bank Stadion) ist jede Menge Platz für Massen von Zuschauern.

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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