Derzeit gelingt längst nicht alles im Rathaus

Die Nähe zur Grenze spielt da wohl eine Rolle. In Aachen werden Zweiräder en masse geklaut. Im Hintergrund: Das Finanzamt.

Das Jahr ist zur Hälfte rum, und viel ist in Aachen passiert. Da kann man gleich mal ein bisschen zurückblicken und jeder für sich überlegen, ob es so weitergehen soll. Zunächst mal fällt der verwunderten Öffentlichkeit auf, dass Strahlemann/Oberbürgermeister Marcel Philipp sich zwei Monsterfails geleistet hat.

1. Seit zwei Jahren wird – intensiv wie nie – über die Neugestaltung des Büchel-Areals (neuerdings Nikolausviertel genannt) diskutiert, ein kolossaler Wettbewerb wird ausgeschrieben, in dem es ausdrücklich heißt, dass der Rotlicht-Bereich in dem Areal bleiben soll, irgendwie. Die Pläne sind schön gelungen und werden immer konkreter  . . .  und da kommt plötzlich der Oberbürgermeister (OB) um die Ecke mit der Forderung, der Rotlicht-Bereich sollte ausgelagert werden.

Äh, was???  „Das fällt dir aber früh ein, Junge“, möchte man dem OB zurufen. Diese Idee zu äußern und zu diskutieren war nun wirklich Zeit genug. Wollte man dem Vorschlag des OB folgen, müsste die bisherige Planung in die Tonne getreten werden. Echt blöd.

2. Dieser sympathische Mensch (Philipp) hat außerdem bei der Nicht-Weiterbeschäftigung von Generalmusikdirektor (GMD) Kazem Abdullah voll versagt. „Warum muss Abdullah gehen?“, fragt sich das komplette Kultur-interessierte Aachen. Dutzende Leserbriefschreiber äußerten Unverständnis, loben die Arbeit des jungen GMD (der öffentlich erklärte, er wolle gern weiter am Stadttheater bleiben) und fragten nach.  Aus dem Rathaus: eisiges Schweigen.

„Welches Verbrechen hat der GMD begangen?“, fragte sogar ein Aachener in einem Leserbrief. Keine Reaktion. Die Zeitungen, der Chefredakteur höchstselbst, bitten um Aufklärung, es passiert nichts. Bloß „unter uns“ wird einem mitgeteilt, der GMD sei mit dem Intendanten und dem Orchester nicht zurecht gekommen und hätte vor Jahren sogar selbst seiner Nicht-Weiterbeschäftigung zugestimmt. Nur: Offiziell erfährt man nichts.

3. Dritter Fail, aber der ist wohl eher den beiden „Regierungsparteien“ (CDU und SPD) in Aachen anzulasten: Die Luft in Aachen wird nicht sauberer. – Alles gar nicht so schlimm, sind ja nur zwei Straßen in Aachen, wo die Grenzwerte oft überschritten werden . . . blabla blubberblub. Das, liebe Leserinnen und Leser, glauben auch nur die Dummen. Spätestens in 2 Jahren gibt es in Teilen von Aachen (Innenstadt) ein Diesel-Fahrverbot. Die Gerichte werden den Stadtvätern und -müttern schon Vorschriften machen.

4. Eins von Aachens größten Bauprojekten ist die Sanierung des Neuen Kurhaus an der Monheimsallee (vormals Spielkasino). Wer nach der 25 Millionen Euro teuren Sanierung dort einziehen wird, ob überhaupt jemand dort Miete zahlen wird, steht noch nicht fest. Der OB verhandelt angeblich und steht kurz vor einem Abschluss. Aber obwohl es noch keinen Nutzer der edlen Immobilie gibt, soll der Rat schon mal 1,9 Millionen Euro locker machen, weil plötzlich Extra-Ausgaben zu tätigen sind. Auch dieses Projekt sieht nach einem Fail aus. Die Tivoli-Millionen-Pleite lässt grüßen.

5. Was wird aus Aachens prominentestem Sportclub, dem ALRV? Die Tierquälereien beim jüngsten Turnier waren wieder so offensichtlich, das

Fahrräder müssen zweifach abgeschlossen werden und  möglichst an Fahrradbügel angekettet werden. Im Hintergrund: der Neubau  „Quartier Guter Freund“ der Landmarken AG in Forst.

werden Tierschützer, Mediziner und Wissenschaftler nicht mehr lange unkommentiert lassen. Pferde werden – indem man ihnen heftige Schmerzen zufügt – gefügig gemacht. Sie tanzen und springen dann. Kein Wunder. Krass.

Der Kopf wird dem Pferd nah an den Hals gebunden (Dressur), die Peitschen knallen beim Springen auf die Haut der Tiere und die Trense (was das Pferd im Maul hat) quetscht das Fleisch bis auf die Knochen. Das MUSS weh tun. Das Publikum applaudiert. (Alles original von mir selbst beobachtet.)

Unterdessen werden in Aachen Fahrräder geklaut wie verrückt. Besonders natürlich die mit unzureichender Sicherung. Tipp: Zwei teure Schlösser muss sich jeder leisten, der sein Rad behalten will. Und die Stadtverwaltung muss in der Innenstadt für mehr Fahrradbügel sorgen, an die die Räder gekettet werden können.

(wird fortgesetzt, aber heute nicht)

Und statt eines Musiktipps heute: Infos zur klimafreundlichen Mobilität in Düren

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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