Lindt, der Bend, die Polizei: Wer zieht wohin?

Der Neubau des Polizeipräsidiums an der Trierer Straße kommt zügig voran. Bauherr: Hochtief PPP Solutions GmbH, Mieter: das Land NRW. Als Architekten zeichnet die HahnHelten und ASS Architekten GmbH aus Aachen verantwortlich.

Die Kommunalpolitik bewegt sich nur langsam vom Fleck. In der neuen Woche tagen – bedingt durch den Feiertag – lediglich zwei Gremien, die von Interesse sind: der Sportausschuss und der Rat der Stadt. 

Im Sportausschuss (Die., 13. Juni, 17 Uhr, Haus Löwenstein am Markt) geht es um das Drama, zu dem sich ein möglicher Standort für die neue Tennishalle des Tennisclub Blau-Weiss gerade entwickelt. Der Verein (761 Mitglieder, darunter über 210 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre) braucht eine neue Halle. Zwei Standorte kommen infrage, sind im Grunde beide geeignet und stehen parat. Nämlich das Gelände Kornelimünsterweg/Waldfriedhof und der Sportplatz Robert-Schuman-Straße/Siegelallee.

Der Sportplatz Robert-Schuman-Straße wird hauptsächlich vom Burtscheider Turnverein 1873 und den Schulen Einhard-Gymnasium, Hauptschule Burtscheid und der Käthe-Kollwitz-Schule genutzt. Diese Nutzer sollten nun im Zuge der Überlegungen, den Sportplatz Robert-Schuman-Straße aufzugeben, zu dem Vorhaben befragt werden. Insofern war auch der Schulausschuss mit der Angelegenheit befasst, dort kam die Sache aber vorerst nicht weiter. 

Der Tennisklub Blau-Weiss besitzt am Luxemburger Ring eine vereinseigene Tennisanlage mit 8 Plätzen und einem Clubheim. Dort kann keine Halle gebaut werden. Die wird aber gebraucht, damit auch in den Wintermonaten – unter anderem in der Bundesliga – Tennis gespielt werden kann. 

Mal sehen, ob der Rat der Sache neuen Schwung verpasst. 

Mehr Infos: Hier http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=16846

Außerdem werden im Sportausschuss behandelt: die Analyse der wirtschaftlichen Situation der städtischen Schwimmbäder und der Winterdienst an Gymnastik-, Turn- und Sporthallen städtischer Schulen.

***

Der Rat der Stadt tagt einen Tag später, am Mittwoch, 14. Juni, um 17 Uhr im Rathaus. Dort muss man sich wohl oder übel mit den Einwänden des Polizeipräsidenten befassen, der aus heiterem Himmel jetzt plötzlich meint, die Bebauung des Büchel (insbesondere der Antoniusstraße) könne nie und nimmer so erfolgen, wie die Stadtverwaltung und die Politik sich das vorstellen. Die Polizeipräsident sieht die Arbeit seiner Beamten stark behindert, das neue Bordell sei quasi nicht zu kontrollieren.

Das heißt: Eigentlich müssten die gut durchdiskutierten Pläne in die Tonne gekloppt werden, und man müsste mit der Planung quasi noch mal von

Hinweisschild vor dem neuen Polizeipräsidium. Auf den ersten Blick scheint das neue Präsidium doppelt so groß zu werden, wie das alte.

vorne beginnen. Eine in Aachen beliebte Vorgehensweise, weshalb manche Projekte Jahre und Jahrzehnte brauchen, ehe sie realisiert werden. Diesmal aber sind die Parteien wild entschlossen, die einmal gefassten Pläne auch durchzusetzen. Auf die Diskussion bin ich gespannt.

Hier die Tagesordnung der Sitzung des Rates.  http://ratsinfo.aachen.de/bi/to010.asp?SILFDNR=3598 

Der Polizeipräsident wird übrigens in nicht allzu ferner Zeit umziehen nach Brand, an die Ecke Trierer Straße/Debyestraße (s. Foto oben). Der Neubau des Polizeipräsidiums schreitet zügig voran. Nach dem Umzug könnte der Bend (die örtliche Kirmes) auf dem Gelände des dann abgerissenen alten Polizeipräsidiums an der Krefelder Straße stattfinden, und die Schokoladen-Firma Lindt könnte auf dem Bendplatz an der Roermonderstraße eine neue Produktionsstätte errichten. So stellen sich manche das vor, und so wird es zur Zeit diskutiert.

Der Bendplatz ist ein Gelände, wo auch Zirkusse ihr Können präsentieren und wo in Weihnachtsmarkt-Zeiten die Busse parken. Das Gelände ist, wenn es denn schon einer anderen Nutzung zugeführt werden muss, viel eher als Bauplatz für eine Wohnanlage wie gemacht. Für eine Produktionsstätte ist es viel zu schade. Lindt sollte sich besser in genau die andere Richtung ausdehnen. Dorthin, wo jetzt noch ein Baumarkt ist, der seinerzeit sowieso gemeint hatte, man werden an der Roermonderstraße nicht ewig bleiben, sondern von dort weggehen nach Brand. Und in Brand (Debyestraße) ist der Baumarkt mittlerweile angekommen.

Der Bendplatz mit den Türmen im Hintergrund. Hier möchte Lindt eine neue Produktionsstätte errichten und 1000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Falls es für Lindt keinen zusätzlichen Platz gibt, muss das Unternehmen Aachen verlassen, so wurde unmissverständlich signalisiert.

Der Bendplatz, vom Haupteingang aus fotografiert. Ganz hinten produziert das Schoko-Unternehmen wahrscheinlich jetzt schon die ersten Schoko-Weihnachtsmänner.

 

Update: Aus dem Polizeibericht

Aachen (ots) – Ein eher ungewöhnliches Bild bot sich heute Morgen (12. Juni) auf dem Weg zum Kindergarten einer Mutter mit ihren Kindern auf der Beverstraße.

Mann hängt im Container fest. Beweisfoto: Polizei Aachen

Man kann viel erzählen und schreiben, aber der Notruf der besorgten Frau bei der Polizei gibt es am besten wieder:

Frau: „Hier aus dem Kleidercontainer ragen zwei Füße!“

Polizei: „Wo ist das“?

Frau: „Beverstraße, am Bahnhof…..die Füße bewegen sich!“

Polizei: „Wir kommen!“

Die Ordnungshüter standen in der Nähe und waren schnell da. Schnell strampelten auch die Beine, die aus dem Container herausragten und signalisierten, dass reges Leben im halb verschwundenen, offensichtlich männlichen Körper herrschte.

Erste Versuche, per festem Klopfen am Container die Aufmerksamkeit des Mannes zu erlangen, schlugen fehl. Offensichtlich hatte sich der Betroffene beim Hineinklettern in den Container und beim Berechnen der Schwerkraft verschätzt. Jedenfalls war ersichtlich, dass ein eigenständiges Vor- oder Zurück ausweglos erschien. Folglich packten die Beamten herzhaft zu und zogen den Mann mit einem gehörigen Kraftaufwand aus dem Container.

Bei freier Sicht auf die obere Hälfte des Mannes, erkannten sie in ihm einen alten Bekannten. Einen mehrfach vorbestraften Dieb. Wie manches Mal zuvor, hatte er schon Sachen aus dem Kleidercontainer um die Ecke genommen um sie später zu verkaufen.

Nicht weniger interessant als der gesamte Vorfall war die Aussage des 22-jährigen Mannes: „Ich hab`Sachen in den Container geworfen. Dabei ist mein Portemonnaie da hineingefallen. Das suche ich jetzt. Um besser dran zu kommen, habe ich die Sachen nach draußen geworfen. Jetzt kam ich nur selber nicht mehr raus.“

Der 22-Jährige bekam den hoheitlichen Auftrag, die Sachen wieder in den Container zu werfen und drumherum aufzuräumen. Das machte er auch.

Sein Portemonnaie fand der Mann wenig später übrigens auch…allerdings nicht im Container…wer hätte es gedacht…

Wie die Frau ihren Kindern den Vorfall erklärte, ist nicht überliefert.

 

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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