Verkehrspolitik: In kleinen Schritten viel zu langsam zum Ziel

Ein Kommentar von Matthias Achilles, Sachkundiger Bürger der Piratenfraktion im Rat der Stadt Aachen (entnommen der stets aktuellen und lesenswerten Seite https://www.piratenpartei-aachen.de):

Im letzten Mobilitätsausschuss wurde zwischen vielen anderen Tagesordnungspunkten auch ein Sachstand zur Entwicklung des Park & Ride in Aachen gegeben. Und der liest sich durchaus positiv: von 2013 an hat sich die Anzahl der jährlichen Nutzer dieses Angebots Jahr für Jahr verdoppelt, auf gute 16.000 Nutzer für das Jahr 2016.

Vereinfacht gerechnet sind das 16.000 PKW, die vor der Innenstadt abgestellt wurden und dort weder Platz verbrauchten noch die Luft verdreckten, deren Insassen aber dennoch die Aachener Innenstadt bequem erreichen konnten. Noch einfacher formuliert ist es aber  ein vernachlässigbarer Einfluss auf die Verkehrssituation in unserer Stadt. Und dass dieses, offensichtlich hilfreiche, Konzept des P+R in Aachen auf so kleiner Flamme köchelt hat zwei Gründe, die beide auf ein Problem zusammenfallen.

Erstens hat P+R wenig Priorität in der Aachener Politik. Es gibt wenig Geld dafür. Es richtet sich vornehmlich an Einkaufskunden und nicht an Pendler. Und die Busanbindung erfolgt im normalen Liniennetz, weil bei so wenigen Kunden der Einsatz von Shuttle-Bussen sehr unrentabel wäre.

Zweitens fehlt der Anreiz, nicht einfach an den P+R Plätzen vorbei zum Parken in die Innenstadt zu fahren. Das Parken im öffentlichen Straßenraum ist immer noch billiger als im städtischen Parkhaus. Und der Großen Koalition (besonders der CDU) ist jeder einzelne Parkplatz heilig. Ob Bäume, Fahrradstreifen, oder einfach nur ein ansehnliches Straßenbild: In Aachen ist das alles weniger Wert als die Abstellfläche für PKW.

Was im Grunde auch das eigentliche Problem umschreibt, eine Anfrage zum Sachstand des P+R ist kein Verkehrskonzept, aber leider in etwa die Schrittweite, mit der die Große Koalition in Aachen die Verkehrspolitik voranbringt.

Über uebergangshymne

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