Erst wollte er weg, jetzt will er bleiben

What the hell ist los mit dem Generalmusikdirektor (GMD, Chef vom gesamten Musikbereich) vom Aachener Stadttheater, Kazem Abdullah? Sein Vertrag wird nicht verlängert, warum nicht?

Derzeit wird ein neuer GMD gesucht, warum? Kazem Abdullah wird (vom Publikum und den Musikkritikern) ein gutes Zeugnis ausgestellt, warum muss er gehen?

Die Frage interessiert mich, bzw. die Antworten auf die Frage. Den

Der „lachende Gaul“ vor dem Stadttheater von Gerhard Marcks, in dessen Rücken sich Vorgänge abspielen, über die man sich wundern muss.

„Kulturverantwortlichen“, also auch den Mitgliedern des Kulturausschusses, werden nämlich öffentlich Vorwürfe gemacht, sie hätten im Fall Abdullah nicht richtig entschieden. Ich bin zwar kein Mitglied in dem Ausschuss, nur Ersatzmitglied. Aber als solches interessiert mich die  Angelegenheit sehr.

Die Gerüchteküche brodelt, und was berichtet wird, ist: Dass Abdullah selbst 2013 mitgeteilt haben soll, er wolle in Aachen nicht lange bleiben. Er kam immerhin aus New York von der berühmten Metropolitan Opera (Met) zu uns und er wolle sich karrierebedingt von Aachen aus weiterbewegen. So etwas soll er mitgeteilt haben (mir persönlich nicht, insofern gebe ich hier wieder, was mir von – allerdings zuverlässigen Leuten – gesagt wurde).

Andere wollen wissen: Der GMD sei mit den Mitgliedern von Orchester und Chor nicht klargekommen. Deshalb werde sein Vertrag nicht verlängert. Tja. Seit wann spielt das irgendwo eine Rolle, dass die Mitarbeiter ihren Chef unerträglich finden? Die Angestellten im Suermondt-Ludwig-Museum kamen/kommen auch mit ihrem Chef Peter van den Brink nicht klar, was ich unter anderem der Tatsache entnehme, dass der Personalrat öffentlich der Weiterbeschäftigung von Peter van den Brink nicht zugestimmt hat. Van den Brinks Vertrag wurde trotzdem verlängert.

 Und bei Kazem Abdullah soll die Meinung der Untergebenen plötzlich eine Rolle spielen? Ich glaube das nicht.

Also, was ist da los am Stadttheater?

Der GMD hat wohl tatsächlich mitgeteilt, er werde in Aachen nur 5 Jahre bleiben. Dann hat er aber kein weiteres Engagement gefunden, er steht jetzt praktisch auf der Straße und hat – nach der Trumpwahl – womöglich (???) gerade in den USA als Afroamerikaner keine Chancen mehr (Mutter: US-Amerikanerin, Vater aus Sierra Leone). Er hat sich verspekuliert. Könnte man als Beobachter jetzt spekulieren.

Das ist dumm, aber letztlich: Wenn er bisher besonders gute Arbeit abgeliefert hat, und wenn er sich sonst nichts hat zuschulden kommen lassen, warum sollte die Stadt Aachen (d. i.  in dem Fall: der Oberbürgermeister) dann seinen Vertrag nicht trotzdem verlängern?  Man könnte sich die umständliche und teure Suche (mit diversen Gastdirigaten) sparen. Und einfach den Vertrag mit Abdullah um weitere fünf Jahre verlängern.

Aufklärung könnte man von Kulturdezernentin Susanne Schwier erwarten, oder von der Vorsitzenden des zuständigen Ausschuss, Margarethe Schmeer (CDU) – doch da kommt jetzt schon mehrere Wochen lang nichts. Auch nicht vom Generalintendanten des Stadttheaters, Michael Schmitz-Aufterbeck. Und das ist doch alles irgendwie sehr merkwürdig.

  Über Kazem Abdullah:

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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