Nachverdichtung an den Türmen

Vorne: Familienwohnungen. Hinten: einer der Wohntürme für Studierende zwischen Roermonderstraße und Lousberg.

Wohnungen sind Mangelware in Aachen. Jetzt will die Stadtverwaltung selbst noch mal Bauherr werden (allerdings nur bei einem Bürogebäude*), die Investoren schlagen zu, wo sie nur können, finden leere Grundstücke, an die kein Mensch mehr gedacht hatte, und nicht zuletzt will das Studentenwerk (neuerdings: Studierendenwerk), viele Wohnungen und eine Kita bauen – für den akademischen Nachwuchs. Gebaut wird aber nicht schon morgen, sondern erst mal langfristig geplant.

Und zwar zwischen den vier Wohntürmen, die gegenüber vom Bendplatz stehen. Dort ist ja tatsächlich noch viel ungenutzter Platz. „Nachverdichtung“ nennen das die Baufachleute.

Spannende Frage: Was soll denn nun eigentlich gebaut werden? 

Zunächst und zuerst eine Kita mit vier (oder auch fünf) Gruppen (integrativ, mit Außengelände und mit U3-Menschen),

175 – 200 Ein-Zimmer-Appartements,
 
25 – 35 Dreier-Wohngemeinschaften,
 
20 – 25 Familienwohnungen á 90 qm,
 

25 -30 Ein-Zimmer-Studios,

15 – 20 Zwei-Zimmer-Studios für Dozenten, die nur ein paar Wochen oder Monate in Aachen leben.

Hinzu kommen ein Café, ein kleiner Laden und eine Menge Stellplätze für Autos. Am Ende werden auf dem Gelände – am Fuße des Lousberg – wohl alles in allem 372 – 414 über 100 Stellplätze sein müssen (Vorschrift), zu viele, wie ich meine.

 

Was steht schon da? Zwei Türme mit je 17 Geschossen, zwei weitere Türme mit je 19 Geschossen und genau zwei Terrassen-Wohnanlagen mit über 50 Zwei-Personen-Wohngemeinschaften, die mal als Familienwohnungen geplant waren, aber niemand wollte. Alles in allem 947 Wohneinheiten für 1043 Personen. Wie gesagt: Die 947 sind schon da, wenn auch in teils erschreckend schlechtem Zustand, wie mir berichtet wurde. Das ganze Gelände rund um die Türme ist ziemlich heruntergekommen. Abgemeldete, verdreckte Autos und Sperrmüll hätte ich fotografieren können, war mir aber zu eklig. Ich war erschrocken, als ich jüngst noch mal da war.

Vier namhafte Architekturbüros sind eingeladen, dürfen Vorschläge machen für das für Aachen relativ große Projekt. In einem Wettbewerb wird eine prominent besetzte Jury den Gewinner ermitteln. Der bekommt dann 11.000 Euro netto, plus 5000 Euro Unkostenerstattung. Auch die anderen drei Teilnehmer-Büros gehen nicht leer aus.

1. Lacaton & Vassal Architectes Paris. mit Cyrille Marlin, Pau, Landschaftsarchitektur.

2. Molestina Architekten, Gesellschaft für Architekten mbH, Köln mit FSWLA Landschaftsarchitektur GmbH.

3. rha /reicher Haase associierte GmbH, Aachen, mit Club L 94 Landschaftsarchitekten  GmbH, Köln.

4. Studio if+, Dipl.-Ing. Isabel Finkenwerder, Büro für Stadtentwicklung und räumliche Transformation, Köln, mit Daniel Schönle, Architektur und Stadtplanung, Stuttgart, mit Kraft.Raum, Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung, Krefeld.

 

Die Sache ist angelaufen. Es ist – soweit zu sehen – alles transparent und fair organisiert. Das Preisgericht tagt am 13. Juli. Danach wissen wir mehr. Möglicherweise auch, was das Mega-Projekt so in etwa kosten wird.

Hier wird weiter berichtet.

Zur Bebauung Luisenhöfe (Nähe Boxgraben/Südstraße) gibt es einen Leserinnenbrief, auf den hier eure Aufmerksamkeit gelenkt werden soll: https://uebergangshymne.com/2017/03/29/baut-reich-fuer-reich-bald-die-luisenhoefe/

*Zum Thema „die Stadt Aachen als Bauherr“ schreibt Herman Josef Pilgram (Grüne) auf Facebook: „Dass die Stadt Bürogebäude (für sich) baut, ist nichts Neues und nichts Besonderes. Sie baut ja auch Schulen, Museen, Kindergärten, etc. Da sie als Bauherr Erfahrung hat, kann sie deshalb auch Wohnungen bauen und sich ggf. auch noch der Kompetenz der gewoge bedienen. Die gewoge kann und soll natürlich auch bauen, die Gesellschaft gehört allerdings nicht zu 100 Prozent der Stadt, d.h. sie muss auch immer Interessen anderer Gesellschafter berücksichtigen.“

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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