Klaus Paier: LuFo zeigt Bilder und erstmals auch Skizzen.

Streetart, in unserer Grenzregion heute hochaktuell: Ein wohl 30 Jahre altes Wandbild von Klaus Paier. Es befand sich in der Mörgensstraße/Ecke Hubertusstraße.  Fotos: Regina und Dieter Weinkauf

Das Ludwig Forum wird ab dem 9. April eine Ausstellung zeigen, bei der es um die Bilder des Aachener Wandmalers Klaus Paier geht. Das Besondere: Die Freunde wilder Bilder werden zum ersten Mal auch Skizzen sehen können, die Paier anfertigte, lange bevor er seine Bilder an die Wände der Stadt brachte. Das hat einer der beiden Kuratoren auf Nachfrage bestätigt.

Benjamin Dodenhoff und Marlen Lienkamp sind im LuFo mit den Vorbereitungen zur Ausstellung beschäftigt. 18 historische Fotos (von Wandmalereien) werden voraussichtlich zu sehen sein. Dazu zu jedem Foto auch Skizzen, die Klaus Paier jeweils vorbereitend in seinem Atelier fertigte. Diese Skizzen befinden sich in großer Zahl im Nachlass des Wandmalers. Die Museumsleute konnten sie vom Bruder des 2009 verstorbenen Aachener Wandmalers bekommen.

Die Ausstellung hat den Titel „Optische Schreie“, sie wird am Samstag, 8. April, um 19 Uhr eröffnet.

Papiers Bilder tauchten Ende der 70er Jahre in Aachen im öffentlichen Raum auf. Sie waren farbenfroh und provokativ. Auf Anhieb fand sich eine große Schar kunstinteressierter Menschen, die den Wert der Arbeiten erkannte. Die Stadtverwaltung hingegen beeilte sich stets, die Bilder so schnell wie möglich zu zerstören, schließlich waren sie von niemandem bestellt worden, und provozieren lassen wollte man sich auch nicht.

Die Bilder seien voller „Warnsignale zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen“, so schreibt die Forumsleitung in einer Pressemitteilung zur Ausstellung.

Heute sind von den Bildern nur noch Reste vorhanden. Zwei stehen zwar unter Denkmalschutz, sind aber gerade in den letzten Tagen ebenfalls beschädigt worden. Paier (Jahrgang 1945) selbst verzweifelte damals fast an der Kunstfeindlichkeit der Aachener Stadtoberen und Teilen der Presse, wandte sich nach Köln und wurde dort begeistert aufgenommen.

Die Präsentation in Aachen, so schreiben die Kuratoren in ihrer Pressemitteilung , „ist Teil des neuen Forschungsprojektes mit dem Titel „Die Erfindung der Neuen Wilden“. Diesen mittlerweile in die Kunstgeschichte eingegangen Begriff prägte Dr. Wolfgang Becker, der viele Jahre Chef des LuFo war.

Ein besonderes Glück für Aachen ist es, dass Regina und Dieter Weinkauf die Wandbilder von Klaus Paier so hervorragend und kontinuierlich fotografiert haben. Teils haben sie sie kurz nach ihrer Entstehung entdeckt und fotografiert, teils dokumentieren sie den Verfall.

 

Über uebergangshymne

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