Kommunalpolitik noch auf Sparflamme

Montag ist Schontag, aber diesmal sieht die ganze Woche nach Schonung aus. Außer der Bezirksvertretung Aachen-Mitte (Mi., 08. 03., 17 Uhr, Haus Löwenstein am Markt) und dem Planungsausschuss (Do., 09. 03., 17 Uhr, Raum 170, Verwaltungsgebäude, Lagerhausstraße) steht – zumindest für mich – nichts Bedeutendes an.

Wenn die Stadt Aachen ein Wohnviertel/Quartier mit Hilfe eines Quartiermanagers so untersuchen und behandeln will, dass sich auch ältere Menschen dort wohlfühlen, dann bekommt sie dafür Geld von der Landesregierung. Also sollen die Politiker im Ausschuss beschließen, dass ein entsprechender Antrag gestellt wird.

Der neue Quartiermanager ist schon gefunden, er wird sich das Gebiet am Westpark vorknöpfen und ziemlich großräumig Ausschau halten: Was lässt sich machen für die Über-55-Jährigen und welches sind überhaupt die Anforderungen, die ältere Bevölkerungsgruppen an das Wohnumfeld haben?

Weiter geht es mit folgendem Projekt, dem der Ausschuss in seiner Mehrheit zustimmen muss und wohl auch wird: Auf einer derzeit unbewirtschafteten Grünfläche der „Offenen Tür Josefshaus“, Schleswigstraße 3, gegenüber vom Begegnungszentrum der AWO im Aachener Ostviertel soll auf Initiative einer Gruppe Studierender der Zuyd Hogeschool ein generationenübergreifender Gemeinschaftsgarten im Quartier entstehen. Der soll das Zusammenkommen und den Austausch von Jugendlichen und Senioren aus dem Ostviertel fördern.

Nächster Punkt: Ich bin persönlich gelegentlich am Kaiserplatz, steige dort in einen Bus oder kaufe bei Zara-Home etwas ein oder grausam süße Süßigkeiten im einem türkischen Geschäft oder trinke Ayran am Fuße des Adalbertsberg. Mich dort zu bewegen, das war bisher kein Problem. Andere haben Probleme. Der Ausschuss wird sich damit befassen.

Mit gefällt übrigens die dominanten Stellung von St. Adalbert auf dem Felsen und die mittelalterlich anmutende, kleinteilige Bebauung am Fuß. Ich hoffe, dass die städtebauliche Entwicklung des 19. Jahrhunderts in Zukunft dort immer ablesbar bleibt. (Hier im Anhang: Kartenmaterial und schöne Abbildungen, http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=16346 )

Ebenfalls befasst sich der Ausschuss mit den Problemen der Benutzer der Kreuzherrenstraße (endlose Geschichte im Pontviertel)

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Im Planungsausschuss, aus dem auch die Tageszeitungen immer ausführlich berichten, geht es unter anderem um ein bisher schwer vernachlässigtes Gebiet: Den Bereich der Grenze zu den Niederlanden bei Vaals.

Die Verwaltung teilt mit: „Bereits im letzten Jahr haben die Stadt Aachen und die Gemeinde Vaals, jeweils vertreten durch den Oberbürgermeister bzw. den Bürgermeister, beschlossen, eine gemeinsame Entwicklung des Bereiches auf beiden Seiten des Grenzübergangs voranzutreiben.“ Man darf auf die Ergebnisse eines BDA-Wettbewerbs, die im Ausschuss vorgestellt werden, gespannt sein.

Auch schön: Es haben bisher schon mehrere Treffen zwischen Vertretern von Vaals und Aachen stattgefunden, bei denen als Ziel der Planung nicht die Betonung des Trennenden, sondern das Zusammenwachsen in den Vordergrund gestellt werden soll.

Wichtig im Ausschuss wäre noch ein Ratsantrag, den CDU und SPD gemeinsam stellen. Dabei geht es um den sogenannten Campus West (Gelände am Westbahnhof) der RWTH. Es soll dort hauptsächlich Wissenschaft stattfinden, es soll ein „Sondergebiet Hochschule und Institute für Forschung und Entwick­lung“ ausgewiesen werden – aber auch Wohnungsbau dort stattfinden. Wobei in der Nähe, nämlich im Umfeld des ehemaligen Klosters „Guter Hirte“ künftig schon insgesamt etwa 780 Wohneinheiten entstehen werden. Das steht schon fest.

Ferner wird beantragt: „Die Stadt sichert unverändert durch den Haushalt der Stadt Aachen einen Anteil an Infrastrukturmaßnahmen von 15 Millionen Euro zu.“ Dieses Geld wird wohl hauptsächlich dafür verwendet, um die angeblich notwendige Verbindung zwischen Campus West und Campus Melaten baulich herzustellen. Genaueres ist der Vorlage zu entnehmen. Der Fall ist kompliziert.

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Anregung: Das wäre schön, wenn einer mal die beiden Wikipedia-Beiträge „Campus Melaten“ und „Campus West“ erstellen könnte. Es sind schließlich Projekte, in die hunderte Millionen Euro fließen. Und wenn es für die Forster Linde einen Wikipedia-Eintrag gibt, dann können eigentlich auch die 2 Aachener Campusse dort auftauchen.

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Ein weitere Termin: kommenden Sonntag, 14 Uhr auf dem Katschhof (zwischen Dom und Rathaus gelegen) in Aachen (und in zahlreichen anderen europäischen Städten). Dort treffen sich Menschen, die meinen, bei allem Fehlerhaften was der EU anhaftet, ist es doch wichtig, dass dieser Staatenbund erhalten bleibt. Man will den EU-Skeptikern sagen: Wir sind auch das Volk, und wir wollen nicht, dass diese EU plattgemacht wird.

Kommt hin, zu „Pulse of Europe„, warme Klamotten und Schirme nicht vergessen.

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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