Kommunalpolitik: Nächste Runde

Wer sich für Aachen interessiert, der kennt höchstwahrscheinlich auch den Verein „Stadtbekannt & Co“. Seit vielen Jahren veranstalten in diesem Verein sachkundige Leute Führungen durch Aachen und die Region, und zwar keine 0815-Führungen, sondern solche, die immer außergewöhnlich, innovativ, anders sind.

Aachen von seinen weniger bekannten Seiten zu zeigen, das ist ein Ziel von „Stadtbekannt & Co“. (Die Seite sollte man sich, sofern noch nicht bekannt, auch als alter Aachener ansehen und mal eine Führung mitmachen: http://www.stadtbekannt-aachen.de/www/index.php )

Unter dem Dach des gemeinnützigen Vereins werden seit knapp 20 Jahren auch Themen aufgearbeitet, die – jenseits des Immer-Gleichen – sehr speziellen Interessen nachgehen. Dabei finden die Förderung der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und der Völkerverständigungs-Gedanke ausdrücklich Berücksichtigung. Die Verwaltung bescheinigt dem Verein treffend „ein besonderes Profil (…), das vom Mainstream der rein touristischen Führungen abweicht“.

Der Verein hat sich an die Stadtverwaltung mit der Bitte um eine Finanzspritze gewandt. Man möchte in der Geschäftsstelle des Vereins professioneller arbeiten als bisher. 40.000 Euro, so stellt man sich vor, könnten die ohnehin schon vorhandene Professionalität noch deutlich erhöhen.

40.000 Euro müssten die Politiker im Hauptausschuss (Mittwoch, 25. Januar, 16 Uhr, Ratssaal, Rathaus) bewilligen. Doch da ist man weit davon entfernt. Die Verwaltung rät ab, die Politik wird folgen.

Man meint, es gebe doch in Aachen schon andere, die Führungen machen, man wisse zudem gar nicht, wie viele Mitglieder „Stadtbekannt“ hat, und die wirtschaftliche Situation sei auch unbekannt, man dürfe obendrein keinen Präzedenzfall schaffen, und die Historiker und Gesellschaftswissenschaftler sollten 2017 gar nicht und danach irgendwie anders gefördert werden.

Bla bla blubber blubb, mit anderen Worten: Es gibt keine Kohle für „Stadtbekannt“. Sehr, sehr schade. Wenn man DIESE Initiative nicht unterstützt, dann weiß ich es auch nicht.

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Mittwoch könnte sich ab 17 Uhr der Besuch des Stadtrates lohnen (Rathaus). Es werden Reden gehalten, jede Partei teilt mit, was 2017 in Aachen geschehen soll und was besser nicht. Auch Ratsherr und Pirat Marc Teuku wird in die Bütt gehen und CDU/SPD die Leviten lesen (Versäumnisse und Fehler vorhalten).

Außerdem geht es um die Frage, wie viel Geld die Stadt Aachen an die Städteregion zahlen muss, damit die Verwaltung die Städteregion effektiv verwalten kann. Es sind 164.104.440,00 Euro. Hier nachlesen: http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=16163

Es handelt sich um eine Umlage: Alle Kommunen der Städteregion (von Monschau bis Baesweiler) zahlen einen bestimmten Satz. 2017 ist es knapp ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr.

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Die Grünen haben eine Idee, die leider nicht durchführbar ist. Schaut mal unter Punkt Ö 7 nach. Es geht um hunderttausende Euro, die in die Kasse der Stadt gespült werden, weil viele Bürgerinnen und Bürger die Umweltzone ignorieren oder sonst diesbezüglich was falsch machen. Und darum, was mit diesem Geld geschehen soll.

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Der Ratsbeschluss, dass Aachen Mitglied der neuen „Metropolregion Rheinland“ (Sitz in Köln) wird, ist eine reine Routine-Sache. Was diese Metropolregion genau soll, entzieht sich weiterhin meiner Kenntnis. Angeblich will man sich zusammenschließen, um Geld in Brüssel für die Region zwischen Aachen und Duisburg locker zu machen. Kaum zu glauben ist aber, dass man dazu so eine neue Riesen-Organisation braucht, die allerdings formal als einfacher „Verein“ daherkommt.

Was da wirklich dahintersteckt, wird uns garantiert erst nach der Landtagswahl offenbart.

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Donnerstag treffen wir uns dann im Betriebsausschuss Kultur (17 Uhr, Raum 207/208, Verwaltungsgebäude Mozartstraße), wo unter anderem die „Designmetropole Aachen“ die Gelegenheit bekommt, sich und ihre Arbeit vorzustellen. Noch ne Metropole . . . da bin ich mal gespannt. Mehr hier: http://www.designmetropole-aachen.de

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Man könne in diesen Tagen keiner Arbeit nachgehen, „weil man so viel sehen, lesen, „fasse es nicht“-schreien, verarbeiten und weiterlesen muss“, schrieb ein Journalist auf Twitter. Deshalb: Am Ende ein Tipp für alle, die sich weniger für die Stadt, mehr für die Nation interessieren. Es gibt einen sehr interessanten Podcast: „Lage der Nation“ Ein Jurist und ein Journalist helfen dir, angesichts sich überschlagender Ereignisse das Chaos im Kopf ein wenig zu ordnen.

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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