Was erwartet uns in den Museen? Mit update

Um die Auswirkungen der Globalisierung, um Rituale der Männlichkeit, Computer-Spiele, Intervention im öffentlichen Raum, politisch nicht erwünschte Malerei aus Russland und dergleichen geht es den Künstlerinnen und Künstlern, die 2017 im LuFo ausstellen. Foto: Archiv

Um die Auswirkungen der Globalisierung, um Rituale der Männlichkeit, Computer-Spiele, Intervention im öffentlichen Raum, politisch nicht erwünschte Malerei aus Russland und dergleichen geht es den Künstlerinnen und Künstlern, die 2017 im LuFo ausstellen. Foto: Archiv

In dieser Woche wird es zunächst für Aachens Kulturpolitiker und dann für die Schulpolitiker anstrengend.

Im „Betriebsausschuss Kultur“ (Die., 15. November, 17 Uhr, Raum 207/208, Mozartstraße) stellen die Herren Museumsleiter den Kommunalpolitikern und der Öffentlichkeit vor, was wir im Suermondt-Ludwig-Museum, im Ludwig Forum und in den Häusern der Route Charlemagne im Jahre 2017 zu sehen bekommen.

Das „Suermondt“ an der Wilhelmstraße wird zunächst über 3 Monate lang in Kooperation mit einem Museum in Luxemburg einen Niederländer zeigen: Werke von Albrecht Bouts (1415-1475) werden zu sehen sein, einige davon sind sogar der Fachwelt bis dato unbekannt.

Kuratorin Sylvia Böhmer eröffnet am 18. Oktober 2017 wieder eine ihrer immer sehenswerten Fotoausstellungen, eine Auswahl von Fotografien aus der Privatsammlung Christiane und Karsten Fricke zeigt sie.

Eine weitere Ausstellung bezieht sich auf die Aachener Partnerstadt Reims und eine andere auf „Dürers wunderbare Reise nach Antwerpen und Aachen“.

Was das Suermondt-Ludwig-Museum betrifft, so muss einmal gesagt werden, dass dort „wegen Personalmangel“ – wie es immer heißt – ganze Etagen zu normalen Öffnungszeiten einfach geschlossen sind. Gerade, was die Etage betrifft, wo die Fotoausstellungen sind, ist manchmal nur einen Tag in der Woche geöffnet.

Dabei ist es Sache des Museumschefs, ob er das Geld für mehr Wachpersonal oder mehr aufwendige Ausstellungen, die viele Reisen erforderlich machen, oder für was auch immer ausgibt. Derzeit ist Museumschef Peter Van den Brink jedenfalls einzig und allein mit der Dürer-Ausstellung befasst und kümmert sich – wie man hört – um nichts anderes. Die Dürer-Ausstellung wird im Oktober 2020 eröffnet. Es sieht so aus, als müsste das Museum bis dahin quasi ohne ihn auskommen. Mal sehen, ob er wenigstens am morgigen Dienstag bei der Sitzung dabei ist.

Dürer verbrachte 1520 zweieinhalb Wochen in Aachen, reiste dann nach Antwerpen weiter, wo er auf der Suche nach Auftraggebern für neue Bilder war. Für die Aachener Ausstellung, die danach 2021 in Antwerpen zu sehen sein wird, sollen Werke aus folgenden Städten zusammenkommen: Wien, Berlin, Paris, London, Florenz, Nürnberg, Frankfurt, Hamburg, Mailand, New York, Oxford, Bayonne und Chantilly. Fast immer muss man als Ausstellungsmacher dort überall hinreisen. Denn damit die Besitzer die Bilder überhaupt hergeben, muss man meist persönlich erscheinen und einen vertrauensvollen Eindruck machen.

Auch Werke, die Dürer inspiriert haben, sollen in Aachen zu sehen sein. Deshalb und wegen eines Katalogs wird ein wissenschaftliches Gremium gebildet – mit nicht weniger als 10 hochkarätigen Experten aus dem In- und Ausland. Das liest sich, als wäre das alles sehr, sehr teuer, und man fragt sich, ob das für Aachen nicht vielleicht doch 3 Nummern zu groß/zu teuer ist.

Zusätzlich wird ja in dem Museum an der Wilhelmstraße in 2017 eine „Wunderkammer“ eröffnet. Die wird dann bestimmt wegen fehlender Mittel für das Wachpersonal nur einen Tag in der Woche zu sehen sein. Sollte aber eigentlich ein Knaller sein, etwas Originelles, mit dem das Haus sich von anderen Museen positiv unterscheidet.

Die Ausstellungen, die das Ludwig Forum plant, könnt ihr hier nachlesen

Und was im Centre Charlemagne, im Couven Museum und im Zeitungsmuseum abgeht, ist da auch zu finden. Im Zeitungsmuseum ist übrigens für Herbst 2017 eine Ausstellung mit dem Titel „Alemannia Aachen im Nationalsozialismus“ geplant. Könnte spannend werden.

Insgesamt machen sich die Politiker in jeder Sitzung Gedanken darüber, wie mehr Menschen in die Aachener Museen gelockt werden können, damit sich die Millionen, die diese Häuser kosten, ein bisschen lohnen. Dabei wissen alle, dass wegen Mangel an Personal manche Etage manche Tage geschlossen ist. Schön ist das nicht, wenn man dem Besuch von Auswärts das Couven Museum zeigen will und die oberste Etage ist zu. Das ist mir schon mehrfach passiert, und das Couven ist aus meinem persönlichen Stadtführungs-Programm entfernt worden.

Hinzu kommt noch – aber das wird ja jetzt geändert – dass Museen in Aachen teilweise erst ab 12 Uhr geöffnet sind. Sowas sollte man nicht machen, denke ich. Museen sind in aller Welt ab 10 Uhr geöffnet.

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Um was es bei der Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses geht, der diesmal gemeinsam mit dem Schulausschuss stattfindet (Do., 17. November, 17 Uhr, Rathaus, Ratssaal), seht ihr hier.

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Der Rat der Stadt tagt erst wieder am Mittwoch, 23. November, um 17 Uhr im Rathaus. Hier die Tagesordnung.

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Update: Die Städtische Kulturverwaltung ist auf Zack. Man hat gemerkt, dass die derzeitige Fotoausstellung im Suermondt-Ludwig-Museum („Schauplätze des Lebens – Fotografien von Walter Vogel“) wohl ein bisschen selten zu sehen war und verlängert bis zum 15. Januar 2017. Heute erhielt ich die Mitteilung.

Über uebergangshymne

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