In Aachen wird Politik gemacht (und ihr könnt dabei sein)

Nur zwei Sitzungen sind für mich in der kommenden Woche von einiger Relevanz: Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte (Mittwoch, 09. Nov., 17 Uhr, Raum 170, Lagerhausstraße  Sitzungssaal Haus Löwenstein) und der Planungsausschuss (Donnerstag, 10. Nov., 17 Uhr, ebenfalls Saal 170 im Verwaltungsgebäude Lagerhausstraße). In beiden sind Piraten vertreten, obwohl man davon nie etwas liest oder hört.

In Aachen-Mitte geht es unter anderem um die neue „Rad-Vorrang-Route Aachen 1“, die – wie der Name schon sagt – eines Tages den Radfahrer*innen Vorfahrt gewähren soll und Vorrang vor allen anderen Verkehrsteilnehmern.

Wenn ihr euch darauf freut, dann bedenkt bitte: Aachen ist immer groß im Ankündigen schöner Dinge. Es ist eine Ankündigungs-Stadt. Was es hier schon alles geben sollte!!! So wie der Eisbahn zur Weihnachtszeit vor dem Stadttheater (könnt ihr vergessen) wird es wahrscheinlich auch der Vorrang-Route ergehen. „Wäre durchaus schön gewesen, kann aber leider nicht realisiert werden.“ Oder so.

Unter Tagesordnungspunkt Ö (für öffentlich) 12 findet ihr das Vorhaben „Zehn Wege ins Aachener Stadtgrün“. Das ist auch mal eine tolle Sache: Fußgänger

Es gibt Restaurants, die dürfen sich in den Bereich der Fußgänger ziemlich weit vorwagen. Zu sehen am Markt in Aachen.

Es gibt Restaurants, die dürfen sich in den Bereich der Fußgänger ziemlich weit vorwagen. Zu sehen am Markt in Aachen.

sollen aus der Innenstadt heraus bequem und sicher ins Grüne gelangen. Und natürlich auch zurück. Dazu muss allerdings für viel Geld an Straßen und Bürgersteigen was getan werden. Die Stadtverwaltung will mit den Wegen Nummer 7 und 8 schon mal anfangen. Es ist ja generell schön, dass man anfängt, an die Fußgänger zu denken, die an Zahl viel größer sind als die Radfahrer*innen. Bitte denkt ihr aber auch in diesem Punkt an Aachen als Stadt der vielen Ankündigungen.

***

Jetzt zum Planungsausschuss. Interessant dürfte die Vorstellung der Entwürfe werden, die sich mit Neubauten in der Franzstraße am Standort der alten Klaus-Hemmerle-Schule befassen. Wohnungen, eine Pflegeeinrichtung „Haus Anna“ sowie ein Café mit Innenhof sollen da entstehen, das war vorgegeben. Die Jury war prominent besetzt, die Entscheidungen fielen alle einstimmig aus.

Abgegeben wurden 17 Entwürfe von 17 Architekturbüros. Statt eines 1. und eines 2. Preises wurden zwei erste Preise vergeben und zwar an: Johannes Schneider Architekt BDA, Bremen (Architektur) mit planungsgruppe grün gmbh, Bremen (Land­schaftsarchitektur) sowie kadawittfeldarchitektur gmbh, Aachen und greenbox Landschaftsarchitekten PartG, Köln. Die beiden Preisträger werden ihre Arbeiten in der Ausschusssitzung vorstellen.

Leider steht in dem Ausschuss (unter Ö 5) auch die „Beratung von Zielen und Kennzahlen“ auf der Tagesordnung. Es ist deshalb davon auszugehen, dass sich auch in diesem Ausschuss eine ähnlich wirre Diskussion entfalten wird wie neulich im Mobilitätsausschuss. Die Ziele sind immer so allgemein gehalten (Beispiel: Mit dem vorhandenen Geld auskommen), dass man da, wenn man unbedingt will, ewig kontrovers drüber diskutieren kann.

Im nicht-öffentlichen Teil geht es um das „städtebauliche Konzept

Nach der Profilierung 2009 wird die Pfarrkirche St. Paul in der unteren Jakobstraße jetzt in ein Archiv umgebaut.

Nach der Profanierung 2009 wird die Pfarrkirche St. Paul in der unteren Jakobstraße jetzt in ein Archiv umgebaut.

Büchel“, womit ja bekanntlich die Komplett-Erneuerung eines wesentlichen Teils der Aachener Innenstadt gemeint ist. Ob ich die Realisierung dieses Vorhabens noch erleben werde? Ich denke nicht. Dann schon eher den Umbau von St. Paul in der unteren Jakobstraße in ein großes Archiv des Bistums. Die Arbeiten in und an St. Paul haben jedenfalls längst angefangen. Die am Aachener Büchel seit 20 Jahren noch nicht.

Dass über den Büchel unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiert wird, ist übrigens insofern geboten, als dort über Grundstücke, Grundstückseigentümer, Vermieter und Mieter und ihre Anliegen, über Investitionen und Aspekte gesprochen werden muss, die jede*r lieber diskret behandelt haben möchte.

Blick vom Büchel-Parkhaus auf die Umgebung. Sieht alles aus wie Sau, man hat sich aber dran gewöhnt und nimmt es hin.

Blick vom Büchel-Parkhaus auf die Umgebung. Sieht alles aus wie Sau, man hat sich aber dran gewöhnt und nimmt es hin. Foto: Archiv

Ein weitere Schuss auf das Gelände in Aachen, das Büchel heißt und dringend einer Neugestaltung bedarf. Fotos: Archiv

Ein weiterer Schuss auf das Gelände in Aachen, das Büchel heißt und dringend einer Neugestaltung bedarf. Foto: Archiv

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s