Start in die neue Sitzungswoche

Wie geht es eigentlich den Rotdornen in der Nizzaallee, und wie geht es ihren Rettern? Können Sie die Bäume so pflegen, dass sie nicht umfallen, sondern wachsen und gedeihen? Eine Antwort auf diese Fragen gibt es wahrscheinlich morgen, 6. September (Stadtbetrieb, Madrider Ring 20, Saal 215). Die Rotdorne stehen dort jedenfalls auf der Tagesordnung.

Zur Erinnerung: Die prächtigen, die Nizzaallee charakterisierenden Rotdorne sollten eigentlich Zug um Zug durch irgendwelche anderen Bäumchen ersetzt werden. Dagegen kämpfte eine Art Bürgerinitiative, die auch tatsächlich erreichte, dass sie zunächst fünf Jahre lang die Rotdorne in der Allee selbst pflegen darf. Merke: Schwer muss man sich bisweilen anstrengen für die Erlaubnis, der Stadt und dem Stadtbild etwas Gutes tun zu dürfen.

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Um Aachens Museen und zu welchem Preis man die Kunst darin besichtigen darf, darum geht es morgen ebenfalls (Verwaltungsgebäude Mozartstraße, Raum 207/208, ab 17 Uhr). Der Vorlage ist zu entnehmen, dass die Verwaltung die Eintrittspreise gern erhöhen möchte um das Defizit zu verringern. Seit rund 8 Jahren sinken die Besucherzahlen in Aachens Museen ständig. Das hat mit den Chefs der Häuser zu tun, wer hatte die nochmal ausgesucht? (Regieanweisung: Bitteres Lachen) Allein die Eröffnung des neuen Stadtmuseums am Katschhof brachte 2015 ein Besucher-Plus.

88.848 Besucherinnen und Besucher kamen 2015 in die Aachener Museen (Zahl um diverse Kursteilnehmer bereinigt). Davon entfallen allein 40.405 auf das neue Centre Charlemagne. An Eintritt kassierten die Mitarbeiterinnen in den Museen knapp 231.000 Euro. Dabei kostete das Kassenpersonal, das die Eintrittsgelder kassierte, selber allein schon mehr, nämlich 335.000 Euro. Es  entsteht also schon allein dadurch, dass überhaupt Eintritt kassiert wird, ein Minus von 104.000 Euro in der Stadtkasse.

Warum also nicht die Museen gänzlich kostenfrei zugänglich machen? Wird im Ausschuss diskutiert. (Kostenloser Zugang zur Kunst macht natürlich das Ausgestellte nicht attraktiver, aber naja). Derzeit beträgt der Eintritt 5 Euro pro Person, es ist aber unter anderem eine Erhöhung des Eintritts auf 10 Euro für Wechselausstellungen und 8 Euro für die Dauerausstellungen im Gespräch. Auf die Diskussion im Ausschuss darf man gespannt sein.

Da geht es übrigens auch um „freies WLAN in städtischen Kultureinrichtungen“. Die Anregung kommt von den Grünen, und die Umsetzung wäre ein Gewinn. Freies WLAN hat in der Wissenschaftsstadt aber absurderweise null Chance. Deshalb: Freut euch erst gar nicht, freies WLAN wird von CDU/SPD nicht unterstützt.

Mit ihrem „Aachen WiFi“ bleibt die Stadt unter ihren Möglichkeiten und merkt es nicht mal. Nein, man brüstet sich auch noch mit diesem rückständigen Quatsch. Der geht so: In den ersten 30 Minuten ist der Zugang gratis, danach nicht mehr. Darüber hinaus ist WLAN mit Zugangs-Code, den man auf einem Zettel irgendwo entgegennehmen muss  (hahahaha) für 24 Stunden (!) ebenfalls gratis. Aber ein Wissenschaftsjahr veranstalten . . . das könnense.

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Die Sitzung des Integrationsrates findet am Mittwoch, 7. September, ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Rates im Rathaus statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein Sachstandsbericht zur Unterbringung von Geflüchteten.

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Zum Ausklang der Sitzungswoche kommt (Donnerstag, 8. September, 17 Uhr) der  Sportausschuss im Haus Löwenstein zusammen. Im öffentlichen Teil der Sitzung befasst er sich mit der Analyse der wirtschaftlichen Situation der städtischen Schwimmsportstätten, mit der Umwandlung von Ascheplätzen in Kunstrasenplätze und mit Bürgerfragen zum Sportpark Soers.

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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Eine Antwort zu Start in die neue Sitzungswoche

  1. Peer van Daalen schreibt:

    @:Vallot: „Dabei kostete das Kassenpersonal, das die Eintrittsgelder kassierte, selber allein schon mehr, nämlich 335.000 Euro.“

    Wie viel Kassenpersonal gibt es unter dem Strich in den Aachener Museen? Vollzeit-Stellen oder 450,– €-jobber? Die Antwort auf diese Fragen hätte ein erhellenden Moment gehabt!

    Warum nicht so wie in Lissabon die Preise gestalten? Dort zahlen ortsfremde und Touristen einen – wie auch immer angemessenen – Eintritt und die Bewohner der Stadt haben freien Zugang. Ist immer gut besucht da.

    Die Gerümpel-Abstellkammer von Irene und Peter Ludwig auf der Jülicher Straße und die Totgeburt des Zeitungs-Museum auf der Ponte sollten geschlossen werden. Als nach dem Umbau des Zeitungs-Museum vor paar Jahren erstmals Eintritt erhoben worden ist, war das Sterben, dieser bis dato ganz gut besuchten Einrichtung, besiegelt.
    Da gehen doch nur noch Leute hin, wenn es quasi kurz vor einem Freibier-Ausschank ist oder der Aachener Pseudo-Kultur-Clown Rick Opgenoorth mal wieder eine kommerzielle „Ballermann-Party“ dank der Gnade des Öcher Klüngels veranstalten darf.

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