Spektakulärer Protest unter gelben Schirmen

Tihange Aachen

Auf dem Weg zum Aachener Europaplatz: Die Demonstration gegen das fahrlässige Betreiben von Schrottreaktoren im benachbarten Belgien.

4000 sollen es gewesen sein. Und obwohl ich aus dem 4. Stock eines anliegenden Wohnhauses heraus einen guten Überblick hatte, kann ich nicht beurteilen, ob diese Zahl stimmt. 4000 Menschen, schreibt dpa, haben sich heute in Aachen am Europaplatz (!) versammelt und für die Abschaltung von

Tihange Aachen

Auf ein Meer von gelben Schirmen blickte, wer an der Zufahrt zum Europaplatz wohnt und aus dem Fenster schaute.

belgischen Schrottreaktoren demonstriert. Mit dabei: eine Jazz-Kapelle aus Eschweiler.

5000 gelbe Schirme mit entsprechenden Abzeichen sind in den letzten Wochen in Aachen verkauft worden. Die Grünen haben die Schirme via Aachener Einzelhandel unters Volk gebracht und die Demonstration organisiert. Eine rundum friedliche Angelegenheit war’s, für die zeitweise die zentrale Zufahrt zur Autobahn gesperrt werden musste.

Tihange II ist ein belgischer Schrottreaktor, an dem tausende kleine Haarrisse zu Beunruhigung Anlass geben. 60 Kilometer von Aachen entfernt steht diese Uralt-Kiste, die Technik stammt aus den 1960er Jahren, erstmals hochgefahren wurde das Teil 1970.

Bei der Bevölkerung ist aus Angst Empörung geworden. Nach Tschernobyl (Ukraine) und Fukushima (Japan) sind selbst politisch konservative Kreise von tihange Aachender Gefährlichkeit und Unberechenbarkeit der Kernenergie überzeugt. Und da es weder – sollte Tihange II abgeschaltet werden – in Belgien, noch in Deutschland oder den Niederlanden an Energie mangelt, fragt man sich natürlich, warum eine ganze Region dieses Risiko eingehen muss.

Bei der Veranstaltung gab es drei oder vier kurze Reden: Auch Oliver Krischer (Düren), für die Grünen im Bundestag, sprach. Die Bundesregierung müsse sich, wie jüngst Rheinland-Pfalz, der Klage der StädteRegion, des Landes NRW und weiterer über 70 Kommunen gegen den Weiterbetrieb von Tihange II anschließen, so verlangte er unter anderem. Die Klage wurde durch die StädteRegion Aachen und hier insbesondere verdienstvollerweise durch den Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU) auf den Weg gebracht.

Die Demonstranten gaben – rund um den Europaplatz aufgestellt – ein imposantes Bild ab. Die Regenschirme kamen zum Ende der Veranstaltung doppelt zum Einsatz: Es schüttete plötzlich wie aus Eimern.

tihange Aachen

Schön anzusehen, aber schwer zu fotografieren: Menschenmassen am Europaplatz. Ihr Motto: „Abschirmen unmöglich. – Da hilft nur abschalten“.

 

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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