Uralt-Kneipe schließt zum Jahresende

Dürer Aachen

Blick auf den Eingang der Albrecht Dürer Stube, die Ende des Jahres geschlossen werden soll.

Auch das noch: Die Traditionskneipe am Fischmarkt, die Albrecht Dürer Stube, wird Ende des Jahres geschlossen. Aus. Ende. Vorbei – nach 500 Jahren. Ein Investor hat das Haus gekauft, er will es komplett entkernen und über 30 Studenten-Appartements errichten lassen. Die Pächterinnen der Dürer Stube wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. (Schönes Foto: hier)

Für alle traditionsbewussten Aachener bahnt sich hier eine Katastrophe an.
Der Aufschrei auf Facebook ist entsprechend. Wenn ihr mich fragt: Die Messe ist noch nicht gelesen, die Politik soll sich einmischen (verlangen einige), das wird spannend.

Man kann es drehen und wenden wie man will, aber in Aachen existiert eine gewisse Liebe zum Historischen. Traditionen in ihren verschiedenen Manifestationen sieht man ungern untergehen. 500 Jahre soll die Gaststätte schon alt sein, leider sieht sie auch so aus. Albrecht Dürer soll dort 1520 eingekehrt sein, das hat er zumindest damals in seinem Tagebuch notiert. Daher der Name. Sonderbar, dass das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht.

50 Meter vom Dom entfernt sollen also demnächst Studenten wohnen, hoffentlich in Wohngemeinschaften und nicht in diesen Junggesellen-Suizid-Boxen, die ganz klein sind und so angelegt, dass man seinem Nachbarn möglichst selten begegnet. Etliche Umbauten gibt es zur Zeit in Aachen, besonders viele Studenten-Appartements werden geschaffen. Wie die Innenstadt aussehen würde, wenn sie vorrangig von Studies, die am Wochenende „nach Hause“ fahren, bewohnt wird, mag man sich lieber nicht vorstellen.

Präsentation am Dom: Zwei Steine wurden ausgeschnitten und werden demnächst in das 16-Eck des Domes eingebaut.

Präsentation am Dom: Zwei Steine wurden ausgeschnitten und werden demnächst ins 16-Eck des Domes eingebaut.

Gerade an diesem Wochenende zeigt sich, dass viele Aachener Respekt vor der Historie haben. Am Dom (auch nicht gerade ein Neubau) wird auf 30 Jahre Grundsanierung zurückgeblickt. Das Menschengewusel im und um den Dom heute war beträchtlich, es gibt ein attraktives Programm. Gleichzeitig wurden auf dem Markt jede Menge Oldtimer bewundert und ununterbrochen fotografiert.

Den Dom besuchen übrigens jedes Jahr 1,3 Millionen Menschen. Jeden Tag, seit mehr als 1200 Jahren, wird dort eine Messe gelesen. 37 Millionen Euro wurden in den letzten 30 Jahren verbaut. Es wurden: die Statik verbessert, das Mauerwerk ausgebessert, Dächer und Dachstühle saniert, die Fenster der Chorhalle gesichert, die Mosaiken und Marmorplatten saniert. Auch morgen, Sonntag, 5. Juni, wird es noch Extra-Führungen und Präsentationen geben.

Die Albrecht Dürer Stube ist nicht die erste Traditionskneipe, die verschwindet. Nebenan befand sich einst eine Degraa-Kneipe, auch dieses Gebäude wurde saniert, und das Aus für das Lokal war schnell beschlossene Sache. Dabei kann man sich noch freuen, wenn statt des Lokals mal kein Klamottenladen, sondern ein Café angesiedelt wird.

Oldtimer Aachen

Ganz schön was los auf dem Markt: Traumhaft schöne Oldtimer können an diesem Wochenende fotografiert werden.

 

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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