Ein Tag mit spannenden Einblicken? Wir verzichten.

Im Januar vorigen Jahres wurden völlig überraschend zwei dicke alte Bäume in der Jakobstraße gefällt. Gerade jetzt im Frühling werden sie sehr vermisst. Da hilft auch kein "Tag der Baumpflege" mehr.

Im Januar vorigen Jahres wurden völlig überraschend zwei dicke alte Bäume in der Jakobstraße gefällt. Gerade jetzt im Frühling werden sie sehr vermisst. Da hilft auch kein „Tag der Baumpflege“ mehr.

Der Aachener Stadtbetrieb, der seit vielen Monaten mit bizarren Baumfäll-Aktionen mehr Schrecken als Freude verbreitet, veranstaltet am kommenden Samstag (23. April) einen „Tag der Baumpflege“ (bitterlach). Mit von der Partie ist auch der Jurist und Betriebsleiter Peter Maier, keine Koryphäe in Sachen Baumschutz.

Versprochen wird „ein abwechslungsreicher Tag mit spannenden Einblicken“. Von 11 bis 17 Uhr darf man die Geräte bewundern, mit denen die Mitarbeiter des Stadtbetriebs zwecks Fällen auf die Bäume losgehen. :-(((

Soweit ich weiß, gibt es einen solchen Tag zum ersten Mal in Aachens Innenstadt. Der Stadtbetrieb hat offenbar ein Image-Problem, dass er jetzt einen „Tag der Baumpflege“ veranstalten muss. Und das mitten in der Stadt, am Elisenbrunnen. Hat der Oberbürgermeister Handlungsbedarf gesehen, und den „Tag der Baumpflege“ angeordnet? Könnte sein.

Die Stadt hat eine Pressemitteilung geschickt, in der steht u.a.: „Die Baumkontrolleure werden ihre Aufgaben erläutern und zeigen anhand von Proben, welche Krankheiten sich an Bäumen ausbreiten können und wie diese festgestellt werden. Ein Maschinenpark mit Baggern, Schleppern und Lkw präsentiert diverse Einsatzgeräte und Werkzeuge. Bei Vorführungen des Ladekrans wird gezeigt, wie präzise große Maschinen eingesetzt werden.“

Ich zumindest habe keinen Bedarf, die Geräte habe ich bei ihrem Einsatz in der Jakobstraße schon beobachtet.

100 Jahre lang gewachsen, ein einem Vormittag gefällt. Da steht man ratlos davor.

100 Jahre lang gewachsen, an einem Vormittag gefällt. Da steht man ratlos davor. Beide Fotos: Archiv

Gut, die Nizzaallee darf Rotdorn-Allee bleiben. Das hat die Lousberg-Gesellschaft erreicht. Da sind ja auch Menschen organisiert, die Erfahrung beim Durchsetzen von Bürgerinteressen haben. Anderswo, beispielsweise in Brand (Markt) konnten die Bäume nicht gerettet werden, und auch an der Vaalser Straße und am Münsterplatz gab es keinen Widerstand – nur nach der Fäll-Aktion lange Gesichter.

Zugegeben: Nach allem, was ich erlebt habe, bin ich mittlerweile sehr einseitig und misstrauisch. Lest deshalb selbst, was die Stadt zum „Tag der Baumpflege“ mitteilt.

http://www.aachen.de/DE/stadt_buerger/politik_verwaltung/pressemitteilungen/baumpflege.html

Update: Zum Thema „Schutz der Alleen“ habe ich am 20. April 2016 auf Seite 20 der „Aachener Nachrichten“-Stadtausgabe einen Leserbrief gesehen. Darin heißt es, dass der Schutz der Alleen im Gesetz geregelt ist. Und zwar Landschaftsgesetz, § 47a. Es ist nicht nur die Zerstörung und Beschädigung von Alleen verboten, sondern auch jede „nachhaltige Veränderung“.  Die Aachener Verwaltung kennt also in diesem Punkt ihre Vorschriften nicht und sollte mal lieber einen „Tag des Studiums unserer Vorschriften, an die wir uns halten müssen“ einlegen.

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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