Neue Unterkunft am Westbahnhof besichtigt

Hochbetten in den Schlafräumen. Viel Platz ist das nicht für die Menschen. Doch  es ist geplant, dass sie am Aachener Westbahnhof nur sechs bis Aachen Wochen bleiben.

Hochbetten in den Schlafräumen. Viel Platz ist da nicht für die einzelnen Menschen. Es ist geplant, dass jede*r am Aachener Westbahnhof nur sechs bis Aachen Wochen bleibt.

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Knapp 100 Personen wollten am 10. Februar wissen, wie am Westbahnhof demnächst Menschen untergebracht werden. Kaum eine halbe Stunde dauerte die Besichtigung des Geländes, denn es gab gar nicht so viel zu sehen.

Die Öffentlichkeit war eingeladen, vorbeizukommen und Fragen zu stellen. Ziel: Transparenz schaffen. Doch die Besichtigung fand nachmittags statt, wo viele Leute arbeiten. Da wunderte es mich schon, dass so viele erschienen.

20.000 Quadratmeter groß ist das Gelände, direkt neben den Schienen der Bahn gelegen. Drauf stehen zehn Leicht-Bauwerke: Kleiderkammer, Küche und Speisezelt, dann Zelte getrennt zum Schlafen für alleinreisende Männer, für Frauen und für Familien sowie weitere Zelte mit Toiletten, Waschnischen, Duschen, Zelte für die Registrierung und die medizinische Erstversorgung. Alles ist geplant für maximal 1000 Personen und soll in diesen Tagen langsam „volllaufen“.

Das sollte sich eigentlich jede*r mal ansehen und sich vorstellen, da sechs bis acht Wochen (wenn es gut geht) mit Kind wohnen zu müssen. Mit sieben

Blick auf den Parkplatz für die Mitarbeiter und einige Zelte.

Blick auf den Parkplatz für die Mitarbeiter und einige Zelte.

anderen Personen in so einer Schlafkoje. Das sind sich lang hinziehende Tage in relativer Enge. Es ist eine Erstunterkunft, für die das Land NRW zuständig ist. Die Menschen, die dort leben werden, sind jetzt wahrscheinlich noch in Griechenland oder sonstwo in Südosteuropa oder auf dem Meer.

In Aachen werden die Menschen registriert und dann wird geschaut, wo in NRW sie einmal für längere Zeit bleiben können, in welchen Kommunen sie Arbeit suchen und die Kinder zur Schule gehen können.

Auf dem Gelände am Westbahnhof sahen wir 500 Doppelspinte für die persönliche Habe und jede Menge Hochbetten. Das Essen wird geliefert, es kommt aus der Robensstraße zum Westbahnhof. Leider darf dort niemand selber kochen, was besonders die Frauen in den Unterkünften immer gern machen würden.

Wachpersonal und die Betreuung durch das DRK wird es 24 Stunden am Tag geben, und die Polizei wird auch öfter mal vorbeifahren, so wurde mitgeteilt. Ein großer Zaun verhindert, dass Unbefugte das Gelände betreten. Für Kinder wird draußen eine Art Spielplatz eingerichtet. Wer den Flüchtlingen schon mal ein paar Worte Deutsch beibringen will, muss dies zwischen den Mahlzeiten im Speisezelt machen.

Auch die Sanitäranlagen sind natürlich von ungeheurer Schlichtheit.

Auch die Sanitäranlagen sind natürlich von ungeheurer Schlichtheit.

 

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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2 Antworten zu Neue Unterkunft am Westbahnhof besichtigt

  1. Nicole Podschadel schreibt:

    Gibt es denn dort schon organisierte Ehrenamtliche, die in den Startlöchern stehen?

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    • Margret Vallot schreibt:

      Mir ist leider nichts von Ehrenamtlichen bekannt, die dort aktiv werden wollen. Es würde mich aber wundern, wenn sich niemand finden würde. Sobald ist etwas weiß, werde ich berichten.

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