Stadtgestaltung von unten

 

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Direkt gegenüber vom Stadttheater in Aachen befindet sich ein altes Kino, dessen Abbruch geplant ist. Dabei ist zu überlegen, ob nicht mindestens die alte Fassade des Elysée unter Denkmalschutz gestellt und somit erhalten werden kann. Am Dienstag, 10. November, um 11 Uhr wollen sich Interessierte gegenüber vom Elysée treffen, um sich zu beraten und auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. 

Das Kino und zwei weitere Gebäude sollen einem Hotelneubau weichen. Die Idee ist, dass das neue Hotel die alte Kino-Fassade samt Schriftzug in einen Teil seiner neuen Fassade integriert. In Aachen gründet sich derzeit eine Initiative, die sich für den Erhalt der Fassade einsetzen wird.

Altbekannte Fassaden sind für die Bewohner einer Stadt mit vielerlei Erinnerungen verknüpft. Filmtheater, Stadttheater – das passt an dieser Stelle zusammen und das gehört zusammen. Häuser, insbesondere die Fassaden, können sich zu Marken und Zeichen entwickeln, sie können einer Straße ein Gesicht geben, zu sprechen beginnen, ein Eigenleben führen. Mit der Zeit wird durch Fassaden Entwicklungsgeschichte in Straßenschluchten eingegraben wie Falten in ein Gesicht. Abrisse wirken manchmal wie Schönheitsfehler und Verletzungen.

Zudem: Nicht nur Investoren, Architekten und Bauingenieure haben bei der Stadtgestaltung ein Wörtchen mitzureden. Auch Bürgerinnen und Bürger dürfen sich einmischen. Die Initiative will ein Beispiel sein für eine neue und leidenschaftliche „Stadtgestaltung von unten“.

Das Elysée am Kapuzinergraben stammt aus den 50er Jahren, auch die Fassade ist schon fast 60 Jahre alt und gehört schon lange zum Straßenbild. Die gerippte Außengestaltung soll eine Welle darstellen.

Der Magisterarbeit von Silke Koschker „Die Kinoentwicklung in Aachen – Eine Untersuchung der Lichtspielhäuser“ aus dem Jahr 2000 ist zu entnehmen:
Das Elysée am Kapuzinergraben 10 wurde am 04. 01. 1954 eröffnet und im Jahre 2000 Jahr geschlossen. Nebenbei: Am Kapuzinergraben 11 war von 1912 bis 1927 ein Kino, das in der Arbeit von Silke Koschker „Union-Lichtspiele“ genannt wird. Am Kapuzinergraben 13 gab es demnach vom 24. 06. 1906 bis 1921 ein „Internationales-Biograph-Theater“.

 

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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