Nicht jeder ist willkommen

Das steht fest: Die Flüchtlinge kommen in großer Zahl. Da sollte jede Initiative unterstützt werden. So hat jetzt für die Piratenpartei Marc Teuku einen Antrag eingereicht (das dürfen Fraktionen machen). Beantragt wird immer, dass der Oberbürgermeister und die Verwaltung etwas machen sollen, was der jeweiligen Fraktion gerade wichtig ist. Der Antrag wurde behandelt. Teuku schreibt dazu:

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Initiative „Flüchtlinge willkommen“ ist nicht willkommen in Aachen

Heute durfte ich zum ersten Mal als beratendes Mitglied am Integrationsrat teilnehmen, denn unser Ratsantrag zur Unterstützung der Initiative „Fluechtlinge-willkommen.de“ stand auf der Tagesordnung. Normalerweise haben wir Ratsmitglieder kein Rederecht in „fremden“ Ausschüssen. Da wir aber Antragsteller waren, durften wir Piraten an der Sitzung beratend teilnehmen.

Die Stadtverwaltung hat zu unserem Antrag Stellung bezogen: Es wird moniert, dass sich der Verein „Flüchtlinge willkommen“ kritisch äußert zum Umgang öffentlicher Stellen mit Flüchtlingen und ferner in Bezug auf die Betreuung und Versorgung von Flüchtlingen. Ich habe in der Sitzung angemerkt, dass Kritik an Behörden gerade nach den jüngsten Skandalen bei der Unterbringung von Flüchtlingen in NRW gerechtfertig ist und dass es auch in Aachen noch großes Ausbaupotential gibt, was die Willkommenskultur betrifft.

Die Verwaltung merkte weiterhin an, dass die Initiative bisher lediglich 40 Vermittlungen (in Wohngemeinschaften) realisiert hat und damit „kein relevanter Vermittlungserfolg (für Aachen) zu verzeichnen“ sei. In der Sitzung habe ich erwidert, dass „Flüchtlinge willkommen“ gerade weiterentwickelt wird – mittlerweile wird sogar ein bezahltes Team eingesetzt, wodurch in naher Zukunft ein rasanter Anstieg der Vermittlungszahlen zu erwarten ist.

Ein weiterer „Trick“, den Verein in Misskrediit zu bringen war, ihn als Verein als Vermittler von illegalen Flüchtlingen darzustellen. Ich habe die Verwaltung darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Initiative nicht als Prüfungsinstanz (Einwanderungsbehörde) sieht, und der Status der Menschen für sie deshalb irrelevant ist. Ich habe die Aussagen der Webseite zitiert und erläutert, dass die Formulierungen von einem Juristen überprüft worden sind und es von juristischer Seite keine Bedenken gibt. „Flüchtlinge willkommen“ und ich finden außerdem, dass kein Mensch illegal ist.

Mein letztes Argument für den Antrag war, dass hier eine Chance für Aachen vertan wird, die im Vorhinein der Sitzung gelobte Willkommenskultur in Aachen zu fördern. Auf meine Ausführungen gab es lediglich von Seiten der SPD eine Reaktion. Man würde unseren Antrag wunderbar finden, auch die Vorlagen der Verwaltung seien wunderbar und der Verein „Flüchtlinge willkommen“ sei ebenfalls wunderbar. Und so wird der Antrag wunderbar nicht umgesetzt.

Das Projekt „Flüchtlinge willkommen“ ist ein Vorzeigeprojekt , das Flüchtlinge mit einfachen Mitteln sehr gut in die Gesellschaft integriert und der Bildung von Parallelgesellschaften vorbeugt. Leider jedoch nicht in Aachen. Nichtwunderbar!!!

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Soweit Marc Teuku und sein Bemühen um Flüchtlinge. Was illegal hier anwesende Flüchtlinge betrifft, so sei an den mutigen Leiter der Schule Aretzstraße, Manfred  Paul, erinnert. Er war der Erste, der illegal in Aachen lebende Kinder eingeschult hat in seine Hauptschule. Das durfte damals niemand wissen, viele wussten es aber doch und hielten die Klappe, zum Nutzen der Kinder. Wenig später ist der Schulleiter vom zuständigen NRW-Ministerpräsidenten hoch ausgezeichnet worden.

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Sehr lesenswert zum Text von Marc Teuku ist diese Kommentierung: http://www.derfriedri.ch/den-dom-kennt-ihr-aber-oder/

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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