Die Vergangenheit fest im Blick

bonn lvr kulturausschuss

Was für ein tolles Ambiente für eine Sitzung des LVR-Kulturausschuss: Das Museum König in Bonn.

In einem Gebäude, das 7 Millionen Tier-Präparate beherbergt und ein Naturkundemuseum ist, durfte ich kürzlich vertretungsweise an einer  Kulturausschuss-Sitzung des Landschaftsverband Rheinland (LVR) teilnehmen. Für mich eine Premiere.

Wir tagten in einem großen, hohen Saal des Museum König in Bonn. Der Zufall ergab, dass ich allem zustimmen konnte, was uns an Entscheidungen vorgelegt wurde. Einschließlich 15.000 Euro für den Eifelverein Düren für diverse Aktivitäten, 12.400 Euro für das Glasmalereimuseum Linnich und 14.000 Euro für „Tuchwerk Aachen“ zur Erschließung des Sammlungsbestandes. Mich wundert, dass nicht mehr Kultur-Initiativen aus Aachen und dem Umland Förderanträge an den LVR stellen.

38.000 Euro gingen sodann einstimmig zur Förderung an drei Museen: eins in Wesel und zwei in Köln. 63.450 Euro für die Förderung von Schriften zur Landes- und Heimatkunde gab ich danach meine Zustimmung. Später ging es um etwas größere Summen.

bonn lvr museum koenig

Ein besonderer Schmuck verziert die Wände in den großen Sälen des Museum König in Bonn.

Für die Parkerweiterung des LVR-Archäologischen Parks Xanten können 1.150.000 Euro ausgegeben werden. Das wurde einstimmig beschlossen. Und noch mal 1.200.000 Euro werden für die Rekonstruktion zweier Stadtmauerabschnitte und zweier Stadtmauertürme in dem Park in Xanten bewilligt.

Der LVR gibt – sobald es um den Bereich Kultur geht –  fast nur Geld für die Erhaltung oder Rekonstruktion uralter Anlagen, Häuser, Maschinen usw aus. Insofern ist die Kulturarbeit stark museal, also auf die Vergangenheit und die Präsenz des Vergangenen in der Gegenwart hin ausgerichtet. Vergangenheit über alles. Noch der letzte Schrott muss erhalten werden, sogar ein ehemaliger Flugplatz mitsamt Bahntrasse aus der Nazizeit. Die Bürger vor Ort sind not amused (s. Kölnische Rundschau, 07. 05., Seite. 35).

18,6 Millionen Euro sollen insgesamt in die Herrichtung alter Industrieanlagen („Vision 2020“, LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg Oberhausen) und in die Umgestaltung eines ganzen Ortsteils fließen, doch der Tagesordnungspunkt wurde verschoben. Vorentscheidungen, die längst getroffen wurden, lassen aber keinen Zweifel daran aufkommen, dass auch dieses Projekt umgesetzt wird. Und höchstwahrscheinlich noch teurer wird, weil – wie ich persönlich stark annehme – in Altenberg Altlasten zutage kommen werden.

Über das, was der Kulturausschuss „zur Kenntnis“ genommen hat, schreibe ich hier mal nicht ausführlich. Es waren alles Infos über Ausstellungen des LVR-Landesmuseum Bonn mit einem Kostenvolumen von insgesamt 150.000 Euro, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Es sind schöne Ausstellungen, die meist auch einen heimatkundlichen Aspekt haben und zahlreiche Besucher anlockten. Danach wurde der Ausschuss über das Endergebnis einer Ausstellung informiert, die für 150.000 Euro im Max Ernst Museum des LVR in Brühl stattgefunden hatte.

Schließlich ging es um Denkmalpflege im Rheinland, dabei um ziemlich grundsätzliche Fragen. Frau Andrea Pufke ist Leiterin des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland. Sie und ihr 70-köpfiges Team stoßen wohl in letzter Zeit oft auf Unverständnis, wenn sie mal wieder irgendwas unter Denkmalschutz stellen wollen/müssen. Andrea Pufke sorgt deshalb u.a. für bessere Ausbildung und Information der Menschen in den Unteren Denkmalbehörden (bei den Kommunen bzw. Kreisen), damit die alles der Bevölkerung besser erklären können. Und sie hält eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und eine neue Kommunikationsstrategie für erforderlich und arbeitet mit ihrem Team daran. Das alles neben der sonst üblichen Arbeit in so einem Amt. Für ihren Vortrag wurde ihr von Seiten der Parteien – entsprechend den üblichen Dank-Ritualen – umfangreich gedankt.

Über gewesene und noch laufende Ausstellungen wurde alsdann berichtet. Zum Ende auch über das Projekt Burg Vogelsang. Die umgebaute Burg wird wohl mitten im Winter, im Dezember (Schnee, Kälte, Eifel eben) und nicht im Oktober 2015 eröffnet, so erfuhren wir. Ob bestimmte Fördergelder in Millionenhöhe zurückerstattet werden müssen, weil das Projekt nicht pünktlich fertiggeworden ist, kann man – so wurde mitgeteilt – derzeit noch nicht sagen. Möglich ist es aber.

bonn museum koenig lvrZum Abschluss konnte man an einer Führung durch das Museum König teilnehmen und viele tote Tiere betrachten (Foto links). Erholt habe ich mich, indem ich in der Bundeskunsthalle die Ausstellung „Lagerfeld“ angeschaut habe. Sehr sehenswert. Tausende Kleider, Mäntel und etliche Taschen hat Karl Lagerfeld  im Laufe seines Lebens entworfen, über 100 sind in Bonn zu sehen. Alles eine einzige Augenweide – und auch noch mit Musik präsentiert (zu sehen bis 13. September). Schaut euch das Video an.

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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Eine Antwort zu Die Vergangenheit fest im Blick

  1. piratenfee schreibt:

    Sehr schöner Bericht aus einem noch schöneren Ambiente und wenn dann der Eifelverein auch etwas davon hat, ist es mir recht. Würde mir solche Berichte oder auch gerne irgend etwas von unserem gewählten Vertreter Rudi L. wünschen. Gab es jemals auch nur eine Wortmeldung und schriftliche Mitteilung des ex CDU lers??!!

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