Aus der Rubrik: „Sparen am falschen Ende“

Mit den Ausstellungen (des Jahres 2015) im KuK in Monschau ist die Städteregion endgültig auf der Überholspur angekommen. Um auch wirklich verstanden zu werden: Die Städteregion zieht mit dem KuK in die Bundesliga, die Liga der absoluten Spitzenvereine ein. Im KuK wird Kunst von so enormer, weltweit anerkannter Qualität präsentiert, wie man sie sonst nur in großen Städten Europas und Amerikas zu sehen bekommt.

Und was macht die Städteregion jetzt, da endlich auch überregionale Medien auf diese Ausstellungs-Stätte und ihr Programm aufmerksam werden? Die Städteregion reduziert das Programm. Das ist kein Witz.

Im Kunst- und Kulturzentrum (KuK) der Städteregion Aachen, das sich in Monschau befindet, wird in diesem Jahr und 2016 vorzugsweise Fotokunst gezeigt, die nach einhelliger Einschätzung von Experten zum Besten gehört, was es gibt auf der Welt. Gleichzeitig werden der Einrichtung  Mittel und Personal gekürzt.

Im Kunst- und Kulturzentrum (KuK) wird in 2015 und 2016 vorzugsweise Fotokunst gezeigt, die nach einhelliger Einschätzung von Experten zum Besten gehört, was es gibt. Gleichzeitig werden der Einrichtung Mittel und Personal gekürzt. Im Foto: hauptsächlich Einladungen aus 2014

Geld und Personal sind 2015 so verknappt, dass statt neun (9) nur noch fünf (5)  Ausstellungen stattfinden können, und 2016 sind nurmehr vier (4) Ausstellungen drin. Eine Dummheit und Hornochsigkeit, die ins Guinnessbuch der Rekorde gehört.  Ein Vorgehen, das nicht sehr klug zu sein scheint. Oder ins ehemalige Nachrichtenmagazin „Spiegel“ passt – unter der Überschrift „Wie eine Städteregion ihr eigenes Erfolgsprojekt platt macht“.

In Aachen behaupten Freunde von Kunst und Kultur, Monschau (!) zeige ja kontinuierlich gute Kunst. Das erzählt man sich mit dem Unterton (den ich hier schlecht wiedergeben kann), dass man sich so etwas für Aachen auch vermehrt wünschen würde.

Es mag ja sein, und das kann man auch niemand vorwerfen, dass den  Kommunalpolitikern im Städteregionstag Namen wie Cartier-Bresson und Roger Ballen, Elliott Erwitt und Axl Klein unbekannt sind. Oder Namen wie Ara Güler, Viviana Maier, Jürgen Klauke und Gina Lee Felber. Dann ist es Aufgabe gutgezahlter Kultursachverständiger in den Verwaltungen der Kommunen, Aufgabe der Museumschefs, Ex-Museumschefs, Kulturredakteure und Kuratoren aktiv zu werden. Warum machen die das nicht?

Sicher, es muss überall gespart werden. Aber hier haben wir ein gelebtes Beispiel aus der Rubrik „Sparen am falschen Ende“. Der Ausstellungsmacherin des KuK  werden Geld und Personal reduziert. Dabei schafft sie es seit Jahren, mit einem Etat von sagenhaften 5000 Euro auszukommen, den sie durch Anträge bei der EU, beim Landschaftsverband (und ich weiß nicht, wo noch) sehr clever kräftig hochschraubt.

Symbolbild: Blick auf den Gebäudekomplex der Verwaltung der Städteregion in Aachen, Zollernstraße.

Blick auf den Gebäudekomplex der Verwaltung der Städteregion in Aachen, Zollernstraße.

Am vergangenen Mittwoch, 18. Februar, wurde das KuK-Ausstellungsprogramm 2015 von Dr. Mika-Helfmeier vorgestellt. Und zwar im zuständigen Ausschuss für Tourismus und Kultur in der Zollernstraße. Seitdem habe ich den Verdacht, dass dort die Politiker, insbesondere die Mehrheit aus CDU und Grünen unter Förderung des Tourismus einzig und allein verstehen: Ausbau von Rad- und Wanderwegen.

Ich habe mich in dem Gremium auch zu einem Wortbeitrag aufgeschwungen und in einer (leider etwas struddeligen Rede) darauf hingewiesen, dass mit der Kunst ein ganz anderer Menschenschlag in die Eifel kommen wird. Mal keine Wanderer oder Fahrradfahrer, sondern Kunstinteressierte. Monschau steht kurz davor, sich für die hiesige Kunstszene als ein „place to be“ in ganz NRW bekannt zu machen. Dem sollte man nicht durch kleinliches Sparen im Wege stehen.

 

———— Anmerkungen ———

Wenn ihr euch mit Kunst nicht auskennt, schaut einfach im Netz nach Vivian Maier, Ara Güler oder Jürgen Klauke. Dann wisst ihr prototypisch, was in Monschau abgeht. Die Güler-Ausstellung wird am kommenden Sonntag, 22. Februar, um 12 Uhr eröffnet. Man sieht sich.

Weil bei den Vernissagen immer so viele Leute erscheinen, dass man fast die Bilder nicht mehr sieht, besuche ich Ausstellungen meistens nicht zur Eröffnung, sondern später. Eine Vernissage ist eigentlich ein gesellschaftliches Ereignis, wo man Leute trifft, mit denen plaudert und hat da auch ihre Berechtigung. Mit der Kunst setzt man sich besser dann auseinander, wenn man nicht abgelenkt werden kann.

Hier wird – aus Gründen – nicht davon ausgegangen, dass dieser Bericht noch irgendetwas bewirken kann.

Das war meine dritte Städteregions-Sitzung des Ausschuss für Tourismus und Kultur ever. Ich bin noch nicht gänzlich mit allen Feinheiten von Tourismus und Kultur in der Städteregion vertraut. Für Infos und Korrekturen benutzt bitte die Kommentarfunktion (s. unten).

 

 

 

Über uebergangshymne

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