Das „böse“ Ausland, die Alemannia und ein Veranstaltungstipp

Das „Ausland“ muss ein schrecklicher Ort sein. Randvoll mit Kulturbanausen. Das NRW-Kulturministerium sieht sich nämlich gezwungen, bestimmte Kunstwerke und Musikinstrumente vor dem Abwandern durch Verkauf ins  „Ausland“ zu retten. Denn im „Ausland“ werden die Sachen ja sofort zerstört, jau, sooooooofort, da kennen die nichts, die „Ausländer“.

Als ob – mal im Ernst – es nicht völlig egal ist, ob sich millionenteure Musikinstrumente nun in Maastricht oder in Aachen, in Brüssel oder in Münster befinden. Wichtig ist doch, dass sie öffentlich zu sehen sind. Wer sie sehen will, soll halt hinfahren.
Die Kunstwerke (aus der Sammlung der ehemaligen WestLB) sollte man da hinbringen, wo es am meisten Sinn macht.

Aber nein: Von „national wertvollem Kulturgut“ ist die Rede, von „Kulturschutz“, von „Ausfuhrsperre“. Du liebe Güte. Wenn etwas international ist, dann ist es die Kunst, und die kennt gar keine Landesgrenzen. „National wertvolles Kulturgut“ heißt es, und man denkt, man ist bei einer Pegida-Veranstaltung.

Allein schon die Vorstellung, dass man da hunderte, tausende Bilder hat und alles an sich rafft (raff, raff), „Ausfuhrsperre“ schreit und nichts abgeben möchte! Sehr unschön. Wenn hierzulande schon jedes Museum z. B. ein paar Warhols hat, warum soll man nicht Warhols in Länder verkaufen, die davon noch gar nichts haben? Ihr werdet es nicht glauben, aber sogar außerhalb von NRW  kann man mit Kunst umgehen, sie angemessen präsentieren und versichern.

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Das ist mal eine gute Idee: Die Alemannia will ihre Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus aufarbeiten. Die Schwarz-Gelben hatten ja auch in jenen finsteren Zeiten jüdische Kicker, Funktionäre und Zuschauer in ihren Reihen. Wie ist es denen ergangen?

Die Idee wird spät umgesetzt, sie könnte vom neuen Leiter des Aachener Stadtarchivs René Rohrkamp kommen, aber das wissen wir nicht. Rohrkamp hat mit  ähnlichen Projekten bereits Erfahrungen sammeln können. Er und auch die RWTH sollen an dem Projekt beteiligt sein, das garantiert eine seriöse Herangehensweise an das Thema. Ich bin gespannt, was uns da nächstes Jahr in einer Ausstellung alles präsentiert wird. Mehr hier.

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Unterdessen zeigt die Große Koalition im Aachener Rathaus, kurz GroKo genannt, erste Zersetzungs-Erscheinungen. Martin Christfreund (SPD) wirft nach über 20 Jahren die Brocken hin und tritt aus der SPD aus. Das konnte man am Rande der vergangenen Ratssitzung erfahren. Unklar ist, ob der Mann jetzt als Parteiloser im Rat verbleibt oder ob er dem Rat ganz den Rücken kehrt und von der Liste der Genossen einfach jemand nachrückt. Der Grund für den Frust soll „miserable Umwelt- und Verkehrspolitik“ der Aachener SPD sein. Kann ich so nicht nachvollziehen. (Hier: zum Weiterlesen)

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Ein Veranstaltungstipp: Das Kommunale Integrationszentrum der StädteRegion  veranstaltet am Dienstag, 3. Februar, ein Fachgespräch unter dem Titel „Inszenierte Konfrontation? – Pegida, Hogesa und die Salafisten“. Es findet in der Zeit von 15 bis 18.30 Uhr im Mediensaal (Raum E 072) des Hauses der StädteRegion, Zollernstraße 10,  statt. Es berichten: der Aachener Politikwissenschaftler Richard Gebhardt und Bernd Ridwan Bauknecht, Lehrer für Islamkundeunterricht und Mitglied der deutschen Islamkonferenz.

Im Anschluss diskutieren die beiden Referenten mit Polizeipräsident Dirk Weinspach, Nora Hamidi vom Arbeitskreis der Integrationsräte in der StädteRegion Aachen, Vertretern der Fraktionen im Städteregionstag und dem Publikum. Um Anmeldung  (E-Mail: silke.peters@staedteregion-aachen.de oder Telefon: 0241/ 5198 – 4603) wird gebeten. Mehr hier.

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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