Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge IV

Das war ein Treffen von Gleichgesinnten: Paten-Stammtisch im Labyrinth in der Pontstraße. Etwa zwei Dutzend Erwachsene waren erschienen und tauschten sich aus. Ich konnte nicht alle Gespräche mithören, aber in der Ecke, wo ich saß, ging es um die schwierige Wohnungssuche.

„Schwarze nehmen wir nicht“ hatte ein Vermieter doch tatsächlich gesagt. Und andere erlebten, dass ein schönes Zimmer angeblich doch nicht leer war, dafür aber ein anderes, völlig unterwohntes (ohne Bad und Heizung) angeboten wurde. Was da an Behausungen auf dem Markt ist, das hätte ich nicht gedacht, dass es sowas in Aachen noch gibt. Einige Paten waren bereits leicht frustriert. Ja, hieß es, man hätte schon gewusst, dass die Wohnungssuche schwer wird. Aber so schwer??? Die Empörung über unverschämte Vermieter war groß.

Das Semester beginnt immer im Oktober. Und schon ein halbes Jahr später hat gewöhnlich ein Teil der Studenten gemerkt, dass sie im falschen Fach stecken oder dass studieren doch nicht so ihr Ding ist. Mehrere hundert Leute zieht es dann weg von Aachen, dann gibt es auch wieder bessere Chancen, ein Zimmer zu bekommen.

Die Paten wollen die Suche nicht aufgeben. Doch die Zeit drängt: Wenn jemand 18 Jahre alt und damit erwachsen wird, kann er nicht mehr im Kinderheim wohnen. Dann muss er raus. Und der  Vormund vom Jugendamt steht dann ebenfalls als Berater nicht mehr zur Verfügung.

Die Paten, so schien mir, sind ganz schön fit geworden, haben sich im Internet über das Land informiert, aus dem der Flüchtling kommt. Ihr Horizont wird sich kräftig weiten, das konnte man beim Stammtisch schon feststellen. In ihren Bekannten- und Freundeskreisen werden sie bewundert und unterstützt. Jeder staunt und sagt: „Find ich toll, dass du sowas machst.“ Das motiviert und tut gut.

Die beiden Sozialpädagoginnen vom katholischen Hilfsdienst (SkM), Carola Rodrigues und Sarah Ulbrich, waren ebenfalls beim Stammtisch zugegen. Sie werden die Organisation dieses Treffens in die Hand einer Patin geben. Die beiden sind mit der Vermittlungsarbeit ausgelastet.


Weiter geht es mit Folge V, und zwar hier.

Folge III der Serie findet ihr hier

 

 

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge IV

  1. Pingback: Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge III | Aachen. Kommentierte Infos.

  2. Pingback: Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge V | Aachen. Kommentierte Infos.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s