Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge II

Wer ehrenamtlicher Pate eines jugendlichen Flüchtlings sein will, wie sie zur zeit in großer zahl in Aachen ankommen, der wird geschult. Es gibt einiges zu lesen.

Wer ehrenamtlicher Pate eines jugendlichen Flüchtlings, wie sie zur Zeit in großer Zahl in Aachen ankommen, werden will, der wird geschult. Es gibt einiges zu lesen und zu lernen.

„Paten für junge Flüchtlinge gesucht“ hieß es an dieser Stelle am 27. August. Paten-Kandidaten meldeten sich, wie berichtet, in großer Zahl beim SKM in der Heinrichsallee in Aachen. Sie wurden in drei Gruppen aufgeteilt und haben nun eine erste Infoveranstaltung erlebt.

Die Sozialpädagoginnen vom SKM lassen die Paten nämlich nicht völlig unvorbereitet mit den jungen Erwachsenen allein. Die Aachener wurden informiert über die Herkunftsländer der Flüchtlinge und über die Fluchtwege. Außerdem über die verschiedenen bürokratischen Prüf-Prozesse, die die Flüchtlinge durchlaufen müssen.

Jeder künftige Pate muss ein erweitertes Führungszeugnis beibringen und noch an drei weiteren Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen. Außerdem wurde ein Paten-Stammtisch eingerichtet, wegen der Gemütlichkeit und dem allgemeinen Austausch von Erfahrungen. Man kann wirklich sagen, dass das Projekt vom SKM ziemlich gut durchorganisiert ist. Bis hin zu Versicherungsfragen ist alles geregelt. Der SKM ist übrigens ein Sozialdienst der katholischen Kirche.

Wird aus Mitteln des Europäischen Flüchtlingsfonds kofinanziert: Das Patenprojekt für junge Flüchtlinge.

Wird aus Mitteln des Europäischen Flüchtlingsfonds kofinanziert: Das Patenprojekt für junge Flüchtlinge.

Bei einer Schulung war sogar eine Patin mit ihren „Patenkind“ dabei, die von ihren langjährigen regelmäßigen Kontakten berichteten. Die beiden haben sich kennengelernt, als von dem Paten-Projekt noch nicht die Rede war. Die Dame hat dem Jungen geholfen, der hat längst eine eigene Wohnung und  macht eine Ausbildung. Neulich habe er sich einmal die Stadt Brüssel ansehen wollen, erzählte der Junge. Mit Patin sei das möglich gewesen.
Unter anderem steht bei der Schulung der Paten ein „Interkulturelles Training“ auf dem Programm.  Und weil die Jugendlichen, alles Jungen, auf ihrer Flucht schreckliche Dinge erlebt haben, wird auch über Themen gesprochen, die man als Pate besser nicht ansprechen sollte. Einzelheiten zur Familie oder zur Flucht etwa, die den Flüchtlingen ohnehin Albträume verschaffen und die sie gern mal ein paar Stunden vergessen möchten.

Grundsätzlich kann man wohl sagen, dass alle Flüchtlinge Hilfe bekommen möchten beim Einleben in die hiesige Kultur. Sie müssen außerdem allein eine Wohnung oder ein Zimmer finden und sich Möbel und einen Haushalt organisieren. Da tut Hilfe not.

Alle jungen Flüchtlinge, die in Aachen ankommen, so wurde mitgeteilt, werden medizinisch untersucht, manche sind krank. Eine Flucht ist eben keine Reise, sondern eine Flucht, die manchmal bis zu 2 Jahre lang dauerte und den Körper schindet, mehr als ihm zuträglich ist. Die Jugendlichen werden aufgegriffen und müssen, bevor sie an Paten vermittelt werden, gesund werden. Auch haben sie vor der Vermittlung schon eine Weile Deutsch gelernt, damit überhaupt ein Gespräch zustandekommen kann. Viele sind aber noch nicht mal ein Jahr lang in Deutschland und bekommen schon einen Paten.

Schließlich wird dem Paten von drei Flüchtlingen erzählt, von denen er sich einen aussuchen kann. Und zuletzt wird das persönliche Kennenlernen organisiert, wo am Anfang die SKM-Sozialarbeiterin noch dabei ist, später aber nicht mehr.

(wird fortgesetzt)

Den 1. Bericht zu dem Thema (Folge I) findet ihr hier. Und wer Folge III lesen will: hier klicken

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2 Antworten zu Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge II

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