Ganz schön teuer: Urban Living in der Brabantstraße

In der Aachener Brabantstraße sind knapp 70 neue Wohnungen gebaut worden. Nicht wenige sind 140 Quadratmeter groß.

In der Aachener Brabantstraße sind knapp 70 neue Wohnungen gebaut worden. Nicht wenige sind 140 Quadratmeter groß.

„Hier war doch mal der Schwedenpark“, sagte mein Begleiter, als wir neulich nach einem Umtrunk im „Exil“ durch die Aachener Brabantstraße schlurften. Der Schwedenpark (im Frankenberger Viertel) ist noch da, aber zusätzlich sind da jetzt vier riesenhafte Bauten, vier Etagen hoch, mit 64 Wohnungen und einer Tiefgarage.

Es handelt sich um Luxuswohnungen, die zum Teil ziemlich groß sind. So, wie sie sich Leute mit zwei Kindern und einem Freelancer in der Familie wünschen. Was die Ausstattung und die Monatsmiete betrifft hier ein Beispiel: Eine Wohnung zu 143 qm kostet 2257,94 Euro Miete im Monat. Wer, mit Kindern, kann sich das leisten?
Zum Glück gibt es auch kleinere Wohnungen. Aber auch hier ist das Niveau eher das von Berlin und München: Eine Wohnung zu 76 qm kostet im Monat 1217,06 Euro. Nebenkosten allerdings inclusive.

Es scheint sich um ein Quartier wie den Barbarossapark (zwischen Pontstraße und Hirschgraben) zu handeln – luxuriöse Wohnbauten hinter meterhohem Zaun. Der Zaun ist in der Brabantstraße noch nicht zu sehen, aber ich wette: Der kommt noch hin mit Überwachungskameras und allem Drum und Dran.
Das Gelände war früher sumpfig, aber irgendwie ist es gelungen, das 9000 Quadratmeter große Grundstück trockenzulegen. 22 Millionen Euro sollen von einem Kölner Investor ausgegeben worden sein.

In der Jakobstraße kann man sich in einem Schaufenster über die Wohnungen informieren.

In der Jakobstraße kann man sich in einem Schaufenster über die Wohnungen informieren.

Anfang 2012 wurde in dem Viertel bekannt, dass der Bebauungsplan für das brachliegende Gelände geändert werden soll. Alle Proteste halfen selbstverständlich nichts, und natürlich gab es für das Fällen von 15 prächtigen Laubbäumen von der Stadt eine Sondergenehmigung. Der Bauherr willigte ein, Ersatzpflanzungen vorzunehmen. Jetzt können die Wohnungen gemietet werden.

Resümee: Nichts gegen Luxuswohnungen in der Stadt, wie sie ja auch da entstehen sollen, wo sich das ehemalige Arbeitsamt (An den Frauenbrüdern) jetzt noch befindet. Aber wird auch Wohnraum geschaffen für Menschen mit schmalem Geldbeutel? Wird für eine gut gemischte Bevölkerung gesorgt, wie es dem sozialen Klima in der Stadt gut tun würde? Ich habe da meine Zweifel.

http://ftg-koeln.de/projektentwicklung/schwedenpark.html

Über uebergangshymne

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2 Antworten zu Ganz schön teuer: Urban Living in der Brabantstraße

  1. Igor schreibt:

    Tja, die Dinger sind die absoluten Ladenhüter. Seit Monaten bei Immoscout wird hier verzweifelt die tolle Lage im Frankenberger Viertel (in welchem sie garnicht liegen) angepriesen, sogar die Preise gesenkt. Aber für sowas gibts in Aachen keinen Markt. Die Lehrer gehen in die Altbauten, die Ingenieure verlassen die Stadt nach dem Studium, die Manager waren nie hier und die Ärzte nehmen das Haus mit Garten in Kornelimunster oder Burtscheid

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  2. Klaus schreibt:

    Zeigt das Standardproblem in Aachen auf. Wohnraum für junge Familien oder (noch) kinderlose Paare sind nicht vorhanden. Zumindest wenn es über dem Studi-Buden-Level sein soll.

    Entweder gibt Studentenwohnungen, Kleinwohnungen im Bereich 60 bis 70 qm oder 100qm + X Luxusunterkünfte die bei 1.200 EUR zzgl. NK loslegen.

    Die Stadt hat beim Thema Wohnungsbau kpl. versagt. Wie man da von den vielen Studenten, die mal Bachelor oder Master sein werden, profitieren möchten weiss niemand so wirklich.

    Kein Wohnraum, kein Versuch hier zu bleiben. So bleibt man auf dem Level eines Durchlauferhitzers für Wissen hängen. Das Ergebnis, gute ausgebildete Menschen, schöpfen andere Städte gerne ab.

    Wie es den hier lebenen Aachenern ergeht interssiert anscheinend auch nicht. Die „müssen“ ja bleiben.

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