Städtepartnerschaften neu erfinden

Im Frieden lebt es sich gemütlich. Damit landauf, landab Frieden herrscht, muss man sich schon ein bisschen anstrengen. Aber, wie erwähnt: Es lohnt sich sehr. Ein Leben in Frieden mit allen Völkern der Welt ist auf jeden Fall einem Zustand des Unfriedens vorzuziehen.

Dem Frieden zwischen den Völkern ist es dienlich, wenn sich Menschen treffen und möglichst einiges  voneinander wissen. Arbeit, Hobbys, Kultur, Schulen, Probleme mit Umwelt und Verkehr, Flüchtlingen und anderen Bevölkerungsgruppen . . . sind ja in Europa überall ähnlich und doch verschieden. Und erst in China. Da ist alles ganz anders.

Jedenfalls haben sich vor Jahrzehnten Politiker gedacht, es könnte ganz gut sein, wenn man mal die Fremden und die früheren Feinde besucht und schaut, ob man noch was anderes zusammen machen kann als sich gegenseitig tot zu schießen. Deshalb gibt es Städtepartnerschaften und Kreispartnerschaften. Besonders viele zu Städten in Frankreich, so will mir scheinen, die Franzosen waren ja für unsere Vorfahren mal „Erbfeinde“. Das machte damals allen – außer denen in der Rüstungsindustrie – das Leben schwer bis unerträglich.

Soweit diese pathetische Einleitung. Hier will ich nur mitteilen, dass ich neulich mit einer Delegation in Düsseldorf war, wo es um die Frage ging: Wie kann man in die Städtepartnerschaften neuen Schwung hineinbringen? Denn das ist sicher: Viele Städtepartnerschaften sind über 25 und 30 Jahre alt und haben an Dynamik verloren. Die Deutschen fahren ohnehin öfter mal  zum Urlauben ins Ausland. Da erscheint ihnen in Europa so schnell nichts mehr fremd und bedrohlich. Die Probleme sind auch überall ähnlich.

Was muss sich ändern?

In Düsseldorf trafen sich also die Vertreter von Partnerschaftskomitees und -beiräten aus ganz NRW mit einigen Offiziellen. Genauer: Mit dem Präsidenten des Landkreistages, Thomas Hendele, mit der Ministerin für Europa und Medien des Landes NRW, Angelica Schwall-Düren, mit Dr. Thomas Franke vom Deutschen Institut für Urbanistik, mit den (Ober)Bürgermeisterinnen von Mühlheim a. d. Ruhr und Rheine, und der Landtagsabgeordnete der Piraten, Nico Kern, war zu meiner Überraschung auch dabei und hörte sich die Reden an.

Dr. Franke hatte sich die Städte- und Kreispartnerschaften in NRW mal genauer angesehen und eine Untersuchung durchgeführt. Ein Ergebnis war, dass hier tatsächlich eine Art Neuaufstellung erforderlich und auch möglich ist. Thomas König, der bei der Städteregion Aachen zuständig ist für Regionalentwicklung und Europa, berichtete, wie es in der Städteregion gelungen ist, den Städtepartnerschaften eine neue Seite abzugewinnen. Es gab weitere Redner.

Einig schien man sich schließlich darin, dass das Ziel der Partnerschaften sein könne, „die Menschen europafähig zu machen“, wie jemand sagte. Es sollten sich nicht nur Kegelclubs und Feuerwehrgruppen gegenseitig besuchen. Es sollte vielmehr Wirtschaftskontakte geben. Ein Problem, was eine Gemeinde gut gelöst hat, sollte sie einer anderen erklären. Praktikanten sollten zwischen Firmen wechseln, die Firmen sollten sich gegenseitig Aufträge zukommen lassen. Die Gemeinden sollten von dem speziellen Know-how der Partner profitieren.

Via Internet lässt sich so ein Kontakt heute viel besser pflegen, ausbauen und nutzen, als dies vor Jahrzehnten möglich war. Es muss heute aber um mehr gehen als nur um Kulturaustausch. Die Austausche sollten, so habe ich das verstanden, einen direkten Nutzen bringen, indem man von Fehlern, Erfahrungen und Erfolgen der anderen lernt.

Alles in allem war mein erster offizieller Termin als sachkundige Bürgerin der Städteregion informativ und interessant. Demnächst fahre ich mit einer großen Delegation von Bürgerinnen und Bürgern aus der Städteregion für drei Tage nach Polen in die Partnerstadt Jelenia Gora.

Interessierte sich , wie eine Gruppe aus Aachen, für die Zukunft der Städte- und Kreispartnerschaften: der Landtagsabgeordnete und Pirat Nico Kern.

Interessierte sich, wie eine Gruppe aus Aachen, für die Zukunft der Städte- und Kreispartnerschaften: der Landtagsabgeordnete und Pirat Nico Kern.

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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