Mit 16 und 17 wählen gehen

Heute ist Landtagswahl in Bremen. Erstmals dabei: 16- und 17-Jährige. Da soll offenbar im kleinen Rahmen mal ausprobiert werden, ob man das Wahlalter auch bei Landtagswahlen runtersetzen kann.

Ich kann das nur befürworten. Die Gruppe der Jugendlichen wird immer kleiner im Verhältnis zu der Gruppe der Alten und Uralten. Es wird Zeit, dass die Politik sich nach den jugendlichen Wählern richtet, dass sie auf ihre Wünsche, Bedürfnisse und Forderungen eingeht und nicht immer nur auf die der älteren Wähler. Politiker haben ja oft ihre Wähler im Auge und vernachlässigen die Interessen derjenigen, von denen sie sowieso nicht gewählt werden.

Wenn zum Beispiel jetzt diejenigen wählen könnten, die in 50 Jahren 50 Jahre alt sind, dann würden Parteien gewählt, die langfristig denken und nie aus den Augen verlieren, dass diese Welt auch in 50 und 100 Jahren noch einigermaßen bewohnbar sein muss und nicht vermüllt oder verstrahlt oder überflutet, weil an den Polen abgeschmolzen.

Das Argument, die Jugendlichen hätten den Durchblick noch nicht, zieht nicht. Auch viele Erwachsene haben keinerlei Durchblick in politischer Hinsicht, und wählen dürfen sie doch. Es gibt ja bei uns keinen Kriterienkatalog, den man erfüllen muss, wenn man als Erwachsener an einer Wahl teilnimmt.

Deshalb: Ran an die Urnen mit euch. Und ich bin auch der Meinung, dass vor Wahlen in den Schulen mit den Jugendlichen diskutiert werden sollte. Und dass Politiker aller demokratischen Parteien in die Schulen eingeladen werden sollten zu Podiumsdiskussionen. Schule ist kein Politik-freier Raum. Falls aber die Schulen das nicht hinkriegen, sollten sich andere finden (Journalisten, Betriebsräte, Verwaltungsbeamte usw.) die mit den Jugendlichen über das sprechen, was man wissen muss, bevor man bei einer Wahl eine fundierte Entscheidung treffen kann.

Nun wird immer eingewandt, die Jugendlichen würden kleine, extreme Parteien wählen und würden deshalb das “Bild” verzerren. Auch das halte ich für falsch. Die meisten Jugendlichen wählen, was ihre Eltern wählen. Weil das Elternhaus einen in langen Jahren – ohne dass man das bewusst mitbekommt – wissen lässt, was gut für einen ist.

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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