. . . dass jemand das Recht hat, Fragen beantwortet zu bekommen. . .

Morgen beginnt auch in Nordrhein-Westfalen die Volkszählung, die Zensus11 heißt, und da kann es sein, dass mich ein „Erhebungsbeauftragter“ besucht. Da bin ich aber mal sehr gespannt.

Die Volkszählung wird gemacht, damit man weiß, wieviele Deutsche es gibt und wieviele Altenheime gebaut werden müssen. Ich glaube allerdings, es ist total egal, ob in Deutschland 81 oder 82 Millionen Menschen leben. Tatsache ist, dass ich nicht nur in Deutschland lebe, sondern auch in Frankreich. Aber immerhin in einem Teil von Frankreich, der mal Italien war.

Zensus11 ist brandgefährlich, aber das wird natürlich bestritten. Es besteht Auskunftspflicht. Eine Klage vor dem Verfassungsgericht, an der ich mich beteiligt hatte, ist aus formellen Gründen gescheitert. Blöd.
Bei der Volkszählung wird auch nach Migrationshintergrund gefragt. Wenn die Vorfahren väterlicherseits Hugenotten waren, gilt das dann als Migrationshintergrund?

Es gibt 46 Fragen zu den persönlichen Lebensumständen, es wird auch nach dem Lebenspartner gefragt. Ich werde „keinen“ ankreuzen, obwohl das gar nicht stimmt. Naja, das wirkliche Leben ist ein bisschen spannender, als so Statistik-Heinis sich das vorstellen.

Insgesamt finde ich es doch sonderbar, dass jemandem Fragen beantwortet werden müssen (andernfalls bis zu 5000 Euro Strafe), die ich nicht beantworten will. Gegen sowas bin ich ja so allergisch.

Vier Jahre werden die Daten aufbewahrt, und ich mach jede Wette, dass die Daten im Laufe der Zeit auftauchen werden in Zusammenhängen, wo sie nicht hingehören. So war es doch auch bei der Telekom, den Daten des US-Außenministeriums, der Deutschen Bank und, und, und. Überall, wo riesige Datenmengen gesammelt werden, passieren Fehler, und einer verdient sich mit der entsprechenden CD ein goldenes Näschen.

Aus aktuellem Anlass und weil heute Sonntag ist sei hier eine Passage aus dem Lukas-Evangelium zitiert:
„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger (sic) in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe. Einjeder in seiner Stadt.“

Damals wollten Augustus und die Verwaltung des Reiches in Rom einfach mehr Steuern kassieren.

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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