Aachen: Problem-Immobilien nerven die Politik

Wird abgerissen: das Vegla-Bürogebäude im Frankenberger Viertel. Es ist häßlich und energetisch völlig rückständig.

Und wieder hat ein Shop in den Arkaden, Trierer Straße 1, die prallvollen Regale leergeräumt und seine Tore geschlossen. In dem Haus pfeift der Handel aus dem letzten Loch, so mein Eindruck. Will ich dort etwas kaufen, bin ich manchmal die einzige Kundin im Laden.

Zugegeben: Es ist bequem, dort einzukaufen, denn man hat immer Platz. Es gibt kein Gedrängel wie im Aquis Plaza, keine Warteschlangen an den Kassen.

Von Anfang an ein Flop: die Mall in Aachens Osten. Sie wird einfach von zu wenig Menschen frequentiert.

Jemand, für den das Einkaufen kein Vergnügen sondern lästige Pflicht ist, der ist in den Arkaden richtig. Aber viele der vor etwa 10 Jahren abgeschlossenen Mietverträge laufen aus. Die Mieter, die wohl kaum auf ihre Kosten kommen, wären bescheuert, wenn sie weiter mieten würden. Was nun aus dem Shopping-Center wird, weiß ich nicht. Es sieht gar nicht gut aus.

Dabei hat der Aachener Osten 2017 und in den ersten Monaten von 2018 einen deutlichen Zuwachs an Einwohnern erfahren. Doch das hilft offenbar nicht. Der Leerstand beträgt nach meiner Einschätzung ein Drittel, das zweite Drittel ist auf dem Sprung und das letzte Drittel will wohl bleiben. Die Hallen mit lauter Imbissbetrieben zu füllen, das halte ich für ganz abwegig. Dann schon lieber eine Salsa-Tanzschule mit Salsa-Tanzabenden am Freitag, Samstag und Sonntag. Das Parkhaus nebenan bietet Platz – zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Lies auch den Bericht von der Eröffnung hier    und den vom jüngsten Eigentümerwechsel,   hier 

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Nächste Immobilie: das Neue Kurhaus. Der Prachtbau an der Monheimsallee ist innen ziemlich kaputt, schlimmer als zunächst vermutet. Mindestens 40 Millionen Euro müssen investiert werden, soll der Tempel erhalten werden. Das Geld ist – oh Wunder – natürlich vorhanden und steht zur Verfügung.

So kam die Stadtverwaltung jetzt auf die Idee, dort das Standesamt unterzubringen und den Rest dem Eurogress zu überlassen, denn die Verwaltung vom Eurogress braucht Platz. Die musste schon Kongressveranstalter aus Platzmangel nach außerhalb Aachens verweisen. Vielen Dank für die Vorschläge, meinte bei der jüngsten Ratssitzung sinngemäß der Sprecher der CDU, doch die Politikerinnen und Politiker würden jetzt erst mal selbst überlegen, zu was der alte Kasten noch verwendet werden könnte. Die ursprünglichen Pläne (Spielkasino, Gastronomie, Eventmuseum) wurden unterdessen in die Tonne gekloppt. Unrealisierbar.

Umfassende Infos hier http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=18248

Nebenan befindet sich bekanntlich der Quellenhof. Ende 2019 läuft dessen Nutzungsvertrag aus, und die Eigentümer von Aachens einzigem Fünf-Sterne-Hotel sowie der Hoteldirektor wissen angeblich bis heute noch nicht, wie es 2020 mit dem Prachtbau weitergehen soll.

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Zwischen Bismarckstraße und Oppenhoffallee (im Frankenberger Viertel) befindet sich die nächste Problem-Immobilie, „Aquarium“ genannt (s. auch Foto oben). Ein unangenehm grünes Riesengebäude, das Vegla-Bürogebäude, wird abgerissen. Neu gebaut werden angeblich über 100 Wohnungen,

Das Vegla-Bürogebäude von der Viktoriaallee aus.

Studentenwohnungen, ein Einkaufszentrum, ein Ärztehaus, eine Kita, eine Station für Senioren und eine Tiefgarage.

Allerdings hört und liest man immer wieder neue Zahlen. Das Bauunternehmen Nesseler-Grünzig zeichnet für den Neubau verantwortlich, der äußerlich ganz an das Frankenberger Viertel angepasst werden soll. Geplant: kein einheitlicher Baukörper sondern mehrere „Häuser“ in unterschiedlicher Farbe, Höhe und Fassadengestaltung. Der Abbruch soll Anfang Juni beginnen. Der Neubau soll schon Anfang 2021 fertig sein.

s. auch: http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/vegla-haus-das-aquarium-ist-bald-geschichte-1.1872886

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Im Rathaus fiebert man derweil dem Himmelfahrtstag (10. Mai) entgegen. Der französische Präsident Emmanuel Macron bekommt den Karlspreis. Er hat sich vielfach und prominent für ein reformiertes Europa, für die liberale Demokratie und gegen jede Form von Nationalismus ausgesprochen. Hier.

Atomkraftgegner rüsten zum Protest, denn Macron steht für Frankreich und damit für einen mächtigen Anteilseigner an den belgischen Risse-Reaktoren. Macrons Energie- und Atompolitik passt nicht mehr in unsere Zeit. Seine Militärpolitik entsetzt –  wegen Luftangriffen auf Ziele in Syrien.

Dazu unbedingt anschauen: Martin Sonneborn im EU-Parlament.     Zwinkersmiley

Pikant: Die Grünen in Aachen – eigentlich bekannt für ihre immer wieder vorgetragene  Forderung „Stilllegung aller belgischen Pannenreaktoren“ – rufen ausdrücklich nicht zum Protest gegen Macron auf. Sie stoßen damit die Atomkraftgegner vor den Kopf, werden am Himmelfahrtstag Macron mit tosendem Applaus im Krönungssaal begrüßen. Die grüne Basis ist nachhaltig not amused, wie auf Facebook zu lesen ist.

Hier kann man eine Stunde lang kostenlos parken. Im Hintergrund: die Nadelfabrik, in der sich unter anderem das Archiv der Stadt Aachen befindet.

 

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70 Bäume werden gefällt

Der Aachener Stadtbetrieb kontrolliert regelmäßig den Zustand der Bäume im ganzen Stadtgebiet. Dazu teilte jetzt die Stadtverwaltung das Folgende mit:

Bei der letzten Baumkontrolle haben die Fachleute rund 70 Bäume in der Innenstadt und in den Stadtbezirken entdeckt, die schwer erkrankt sind und zunehmend eine Gefahr darstellen. „Aus Gründen der Verkehrssicherung werden diese Bäume in den nächsten Wochen gefällt“, so lesen wir in der Mitteilung.

Die Arbeiten sollen noch im April beginnen und könnten bis in den Juli dieses Jahres dauern. Der Fachbereich Umwelt hat den Fällungen zugestimmt, heißt es weiter. Und: „Die ausführenden Unternehmen überprüfen vor der eigentlichen Fällung, ob Vögel in den Bäumen brüten.“

Na so viel Sorgfalt freut uns doch. Hoffentlich wird auch untersucht, warum so viele Bäume krank werden in Aachen. Vielleicht hat es ja etwas mit der Pkw-Lawine (und den Luftverschmutzungen) zu tun, die sich täglich außer sonntags durch die Stadt wälzt.

Krasse Straße in Forst, die Mataréstraße. Diese Bäume sahen im vergangenen Herbst noch ziemlich gesund aus. Ich hoffe, sie gehören nicht zu den rund 70 Bäumen, die wegen Instabilität in Kürze gefällt werden müssen.

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In Aachen in der Hüttenstraße gesehen

 

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RWTH-Hörsäle mit Firmen-Namen. Muss das sein?

Oh je, heute lese ich in meiner Aachener Tageszeitung (Seite 10), dass Studierende das „Hörsaalsponsoring“ in Ordnung finden, ja sogar begrüßen. Damit ihr wisst, worum es sich handelt, hier einige Fotos, die ich mal flott im Carl gemacht habe. Im Grunde wurden Hörsäle umbenannt, gegen Geld (Kopf auf Tisch).

Werbung im Hörsaalgebäude, für eine Hotel-Metasuche im Internet, muss das wirklich sein? Hat die RWTH das nötig? Ist da das Geld so knapp? Was sagt der Rektor der RWTH, was das NRW-Wissenschaftsministerium dazu?

Fragen über Fragen: Für wie viele Jahre ist denn nun dieser Hörsaal (um)benannt? Für welche Summe genau? Gibt es Werbung noch in anderen Hörsaalgebäuden der RWTH? In welchen? Und was an der RWTH möglich ist, wird es das bald auch an Schulen geben, an Grundschulen?

Ohne Worte.

Eine kleine, nicht repräsentative Umfrage in meinem Umfeld ergibt: Keiner mag diese Art von Werbung, im Gegenteil. „Traurig“, war noch einer der harmloseren Kommentare.

Und hier noch ein Blick aus dem Fenster des Carl. Ist schon schön, ne?

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In der Mache: Der eGO und seine „Industrie 4.0-Vorzeigefabrik“

Sieht schon fast fertig aus: Die neue Produktionsstätte des Elektro-Wägelchens, das geräuschlos fährt und zwar mit einer Batterie, also ganz ohne Sprit. Der e.GO  Life ist ein Auto und wird in Aachen hergestellt, hier wurde er auch entwickelt, und einer seiner Erfinder, Professor Günther Schuh, ist bei Radio, TV und Print ein gefragter Interview-Partner.

Im Ortsteil Rothe Erde befindet sich diese „Industrie 4.0-Vorzeigefabrik“, es ist eine Montage- und Logistikhalle, umfasst 16.000 Quadratmeter. 140 Arbeitsplätze sind neu geschaffen worden. Investiert wurden angeblich 25,7 Millionen Euro. Es gab auch Zuschüsse vom Land NRW.

100.000 Fahrzeuge sollen pro Jahr in Aachen hergestellt werden. Und: Der eGO Life soll für 16.000 Euro zu haben sein. Ihr könnt im Zeitraffer sehen, wie die Halle aus dem Boden gewachsen ist: http://www.e-go-mobile.com/de/unternehmen/webcam-produktionsstandort/

Wer dieser Tage die Philipsstraße entlang radelt, dem fallen etwa 200 Meter von der Strang-Halle entfernt, die großen, blauen Buchstaben e.GO auf dem Dach einer wirklich großen Halle auf. Dort werden einmal die Elektro-Pkw rausrollen. Über 2000 Stück sollen schon vorbestellt und bezahlt worden sein, ohne dass die Käufer/innen mal eine Proberunde fahren konnten.

Die große Halle im Ortsteil Rothe Erde ist in Abschnitte aufgeteilt, sie zu Fuß zu umrunden dauert bestimmt mehr als eine halbe Stunde, so großzügig wurde gebaut. Übrigens: Neben der Freude, dass Aachen und die RWTH mit dem e.GO gerade groß rauskommen, gibt es in meinem Heimatstädtchen Aachen  auch viele Gerüchte rund um den Wagen, der ausdrücklich ein Stadtfahrzeug sein wird.

Man informiert sich am besten auf der Seite des Unternehmens e.GO Mobile AG selbst und schaut da unter Presseveröffentlichungen nach. http://www.e-go-mobile.com

Heute (11. 04. 2018) lesen wir dort etwas über Wagen, die demnächst autonom parken, „Automated Valet Parking“. Also von der Straße aus ihren Platz ganz allein finden. Weil nicht jeder in die Philipsstraße nach Rothe Erde spazieren kann: hier einige Fotos.

Noch habe ich die Halle nicht von innen besichtigen können. Bei einem eventuellen „Tag der offenen Tür“ bin ich natürlich sofort zur Stelle.

Sollte die alte Strang-Halle in Sichtweite zur e.GO-Halle eines Tages für Kultur nutzbar werden, so wird auch das dem Viertel guttun. Rothe Erde kann ein bisschen mehr Niveau durchaus vertragen.

In einer privaten Aachener Garage ist man auf Elektro-Autos schon  vorbereitet: https://goo.gl/images/SYJM7i

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Zum Weiterlesen:

http://www.e-go-mobile.com/de/news/pressemitteilungen/

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Elektromobilitaet-Drei-Versionen-des-e-Go-Life-geplant-3834576.html

http://www.fr.de/wirtschaft/mit-dem-e-auto-aendert-sich-mehr-als-man-denkt-a-1420540

http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/mitte-mai-rollt-in-rothe-erde-der-erste-ego-vom-band-1.1873631

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Der e.GO weiß auch, was Twitter ist. Ich glaube, das Folgen lohnt sich.  Hier: @eGO_Mobile_AG

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Abriss im Aachener Ostviertel

Diese Häuser werden abgerissen, neue werden sie ersetzen.

Das nennt man wohl Gentrifizierung: Alte Häuser mit billigem Wohnraum werden abgerissen, neue werden gebaut, wobei die Miete in den neuen Häusern teurer ist als die in den alten zuvor. In der Aachener Alfonsstraße, im Ostviertel also, sollen bis Ende Mai sieben mehrgeschossige 50er Jahre Wohnungsbauten abgerissen werden.

„Hier wird bezahlbarer Wohnraum vernichtet“ seht in großen Buchstaben an der Wand. Nun ja, die neuen Bewohner können sich freuen. Sie bekommen schöne, helle Wohnungen. Die alte Substanz war schon sehr heruntergekommen. Zuletzt haben Flüchtlinge die Gebäude bewohnt.

Schön fand ich die Glaswände für die Treppenhäuser im typischen 50er-Jahre-Look. Auch der Türgriff ist ganz typisch. Und vermutlich wurde die Baugenehmigung nicht erteilt ohne die Verpflichtung, dass 30 Prozent der Wohnungen für Menschen mit niedrigem Einkommen reserviert werden.

Jemand hat eine „Information“ an den Bauzaun gehängt. Demnach zeichnet die „Aachener Immobiliengesellschaft mbH“ für das verantwortlich, was auf dem Grundstück geschieht. Die Rede ist von dem ehemaligen Kaisers-Markt und den ehemaligen Postwohnungen, die einen nicht mehr zeitgemäßen Gebäudebestand bilden würden.

Die 50er-Jahre lassen grüßen: Ein kleines, flaches Dach über der Haustüre und eine große Glasfläche, in viele Fächer aufgeteilt, das mochten unsere Vorfahren.

Vorne: Der ehemalige Kaisers-Einkaufsmarkt. Ebenfalls ein echtes 50er-Jahre-gebäude. Das Dach, flach wie ein Blatt Papier; eingerahmte, möglichst große Fensterflächen; Transparenz.

 

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Gewerbegebiet Pascalstraße: Die ASEAG bewegt sich

Nach Protesten und Beschwerden teilt die ASEAG, das städtische Busunternehmen in Aachen, mit, dass eine teilweise „Rückgängigmachung von Fahrplanänderungen“ geplant ist.

 

Die Stadtverwaltung schreibt in einer Vorlage für den Mobilitätsausschuss:

„Beschwerden gab es zum Fahrplanwechsel auch aus dem Gewerbegebiet Pascalstraße durch den Wegfall der Buslinie 70. Durch eine Verschiebung der Fahrplanlage bei der Buslinie 16 besteht die Möglichkeit, den jeweils zweiten Bus der Linie 16, die zwischen „Aachen Bushof“ und Schleckheim im 30-Minuten-Takt fährt, ab „Schleckheim Kapelle“ aus der Wendezeit heraus bis zum Gewerbegebiet Pascalstraße zu verlängern und dadurch die Erreichbarkeit dieses Gewerbegebietes mit der Linie 16 wesentlich zu verbessern.

Vorgesehen sind hier zu den Hauptverkehrszeiten vormittags bzw. nachmittags jeweils vier Fahrten.“

Yipppiiiiiiiiiiiii !!!!! Genau das haben sich die Leute in der Pascalstraße gewünscht.

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NetLiner: Bürgerinfo am 11. April — Testnutzer/innen gesucht.

Die Stadtverwaltung lädt gemeinsam mit der ASEAG zu einer zweiten Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema NetLiner am Mittwoch, 11. April, ein. Beginn ist um 19 Uhr im Pfarrheim der Kirche St. Josef, Bergfeld 1, in Schmithof. Das teilt die Pressestelle der Verwaltung mit.

Die Verwaltung und die ASEAG möchten an diesem Abend das bedarfsorientierte NetLiner-Konzept für den Aachener Süden sowie die Vorschläge für die Einführungsphase vorstellen. In dieser Zeit sollen die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit erhalten, den Rufbus und das Buchungssystem näher kennen zu lernen.

Wer darüber hinaus Interesse hat, als Testnutzerin bzw. Testnutzer des NetLiners unterwegs zu sein, erhält im Rahmen der Veranstaltung am 11. April weitere Informationen. Stadt und ASEAG weisen darauf hin, dass während der Testphase des bedarfsorientierten NetLiners das bisherige Busangebot mit vorgegebenen Linienweg parallel weiterläuft.

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Gewerbegebiet Pascalstraße: ganz schön abgehängt . . .

Was ist nur beim städtischen Busunternehmen ASEAG los?

Nach der Umkrempelung der Fahrpläne (Dezember 2017) ist von Forst aus das Gewerbegebiet Pascalstraße per ÖPNV deutlich schlechter zu erreichen. Und wenn, dann sind die Fahrzeiten doppelt so lang wie zuvor. Das haben 70 Betroffene der ASEAG-Spitze im Januar auch schriftlich mitgeteilt. Mit ihren Unterschriften auf einer Liste. Auf Antwort warten sie noch heute (April 2018).

Das Aachener Gewerbegebiet Pascalstraße ist ein Vorzeige-Gewerbegebiet. Es wird ständig erweitert, dort gibt es hunderte Arbeitsplätze. Eine gute Verbindung vom Bahnhof Rothe Erde/Forst bis in die Pascalstraße hinein und zurück sollte eine Stadt wie Aachen schon noch hinkriegen. Doch jetzt ist das Gebiet von Forst/Rothe Erde aus vor allem in den Morgenstunden nicht mehr angemessen erreichbar.

Denn: Die Linie 70 wurde abgeschafft. Die ASEAG würde zwar sagen, sie wurde durch die Linie 16 ersetzt. Nur fährt die Linie 16 nicht mehr ins Gewerbegebiet,

Bushaltestelle in der Pascalstraße im Gewerbegebiet.

sondern über die Aachener Straße durch nach Walheim. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Kreisverband Aachen-Düren, erhielt die 70 oben erwähnten Unterschriften und schickte sie – mit einem Begleitschreiben – an die ASEAG.

In dem Schreiben des VCD an die ASEAG-Spitze heißt es unter anderem:

„Statt vier direkten Morgenverbindungen zum Gewerbegebiet mit der LINIE 70 (19 min) gibt es nur eine Verbindung mit 30 min über Kornelimünster (LINIE 55). Alle weiteren benötigen mit über 40 min mehr als die doppelte Fahrzeit.

Am Abend wurde die Anzahl der Verbindungen zurück nach Rothe Erde von 11 auf 7 reduziert, wiederum entfallen alle schnellen Verbindungen der LINIE 70.

Weitere angebotene Umsteigeverbindungen führen über den Knoten Normaluhr mit ebenfalls erheblich längeren Fahrzeiten. Der Knoten Normaluhr ist wegen der weit auseinander liegenden Haltestellen denkbar ungeeignet zum Umsteigen.“

Der Brief schließt mit dem Vorschlag, sich mal zusammenzusetzen und verschiedene Ideen, wie sich die Situation verbessern ließe, zu diskutieren.

Es ist bestimmt nicht leicht, Fahrpläne für die Stadt Aachen zu entwickeln, dabei neue Gebiete (Campus Melaten, Klinikum) mit einzubeziehen und gleichzeitig nicht mehr Geld auszugeben, als zuvor. Das muss man der ASEAG zugute halten. Wenn man das Angebot an einer Stelle erweitert, muss man es an einer anderen verknappen. Oder die Kommunalpolitiker stellen 2018 der ASEAG mehr Geld aus der Stadtkasse zur Verfügung als 2017.

Der Fall sollte im Bürgerforum verhandelt werden. Dort können die Betroffenen sich umfassend äußern und auf Nachfragen reagieren. Dazu sollte jemand von der ASEAG eingeladen werden und auch erscheinen.

Ein ähnlich dramatischer Fall wird hier geschildert. https://www.aachener-nachrichten.de/mobile/lokales/aachen/protest-im-buergerforum-fuehrt-zum-erhalt-der-bushaltestelle-1.1855631

 

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Bürgerbeteiligung zur Rad-Vorrang-Route Eilendorf

Wäre ja schön, wenn es den Pkw später einmal nicht mehr möglich wäre, auf der Rad-Vorrang-Route zu parken. Es handelt sich hier (Burtscheid) übrigens um ein Fahrzeug der Post, das mit Elektroantrieb fährt.

Rad-Vorrang-Routen soll es in Aachen einmal geben. Also Strecken kreuz und quer durch Aachen, auf denen die Radfahrerinnen mit Extra-Vorfahrt durch die Stadt gelangen können. Schön wär’s, die Pläne sind fertig, das Geld ist auch vorhanden, Massen von Radlern stehen parat, aber wann die Routen mal Wirklichkeit werden, steht in den Sternen.  Denn man muss immer bedenken: Aachen ist eine Ankündigungsstadt, viel wird angekündigt und vollmundig verkündet, wenig wird gemacht, sobald der Rat der Stadt involviert wird.

Gleichwohl gibt es jetzt eine Bürgerbeteiligung, die zweite zu dem Thema. Die Stadt lädt ein zur Rad-Vorrang-Route von Eilendorf in die Innenstadt. Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch, 11. April, um 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Bezirksamtes Eilendorf, Heinrich-Thomas-Platz 1.

Im Mittelpunkt des Abends stehe die Frage, wie die Rad-Vorrang-Route in Eilendorf verlaufen soll (Abschnitt Bahnhof-Bezirksamt). „Die Verwaltung hat Varianten für die Linienführung in Eilendorf auf Grundlage der in der ersten Bürgerbeteiligung am 6. Februar gesammelten Anregungen geprüft“, teilt das Presseamt mit. Die Ergebnisse ihrer Prüfung werde die Verwaltung am Abend zur Diskussion stellen.

Aus allen Stadtteilen soll es möglichst direkt geführte und komfortable Rad-Vorrang-Routen in die Innenstadt geben. Der Mobilitätsausschuss beschloss im April 2017 einstimmig, ein solches Rad-Vorrang-Routen-Netz in Aachen zu schaffen.

Die Strecke vom Eilendorfer Bahnhof in Richtung Innenstadt soll als erste Route umgesetzt werden. Sie soll neue Maßstäbe in der Gestaltung und Erkennbarkeit solcher Radwege setzen und die Grundlage sein für alle weiteren Rad-Vorrang-Routen in Aachen.

Weitere Infos im Internet: www.aachen.de/rvr

Hier ein Link zu einer interessanten Studie: Radfahren in der Stadt http://www.zeit.de/amp/mobilitaet/2018-04/radfahren-stadt-risiken-gefahren-studie?__twitter_impression=true

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Häng deinen Plastikmüll an den Haken

Auf der Trierer Straße gesehen: Gelber Sack am Haken. Die anderen Säcke passen da auch noch hin. Insgesamt ist Platz für neun Stück.

So konnte es nicht weitergehen: Kaum hattest du deine Gelben Säcke mit dem Plastikmüll an die Straße gestellt, brauste der Wind auf, zerfetzte die dünnen Hüllen, und der Müll ergoss sich als „Flugmüll“ über die Straße. Manchmal schleuderte der Wind die Säcke auch komplett auf die Straße, wo sie von Autos überfahren wurden. Jetzt werden die Säcke an die Kette gelegt, bzw. an den Haken genommen.

Vorerst nur probeweise (bis Mitte Juli) in drei Straßen – Trierer Straße/Adalbertsteinweg, Jülicher Straße und  Roermonder Straße – gibt es an den Straßenlaternen Metallreifen mit Haken. Da kann man seine Säcke dran aufhängen. Die Idee wurde aus den Niederlanden übernommen, für die Probephase mussten nur 1500 Euro ausgegeben werden. Die Stawag, zuständig für die Stadtbeleuchtung, ist natürlich einverstanden.

Zuvor hatte man in Aachen schon über Gelbe Tonnen und dickere Plastiksäcke diskutiert. Für so eine Gelbe Tonne ist allerdings längst nicht in jedem Keller Platz. Und stärkere Säcke zum Abtransport von Kunststoffmüll sind in gewisser Weise auch widersinnig.

Mal sehen ob es mit den Haken besser wird. Dabei ist natürlich klar, dass die Lösung letztlich darin besteht, auf Plastikverpackungen gänzlich zu verzichten. Denn am Ende landet unsere Plastikmüll ja – wie schon mehrfach berichtet wurde – in den Meeren dieser Welt. Und bleibt auch dort.

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Ein Text ohne einen Link? Das ist im Internet eine quasi widersinnige Sache. Die Stärke des Internet gegenüber der Tageszeitung ist es ja gerade, dass man immer via Links zusätzliche Infos anklicken und kurz zwischenlesen kann. Wer diese Möglichkeit des Link-Einbaus im Netz nicht nutzt, hat vermutlich das Internet nicht verstanden.

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Gelbe Tonne, wie sie sich manche als Ersatz für die Gelben Säcke wünschen. Ja, ja: Bei Lichte besehen ist natürlich nur der Deckel gelb, der Rest nicht.

 

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