Politik in der neuen Woche

In der kommenden Woche werden die Aachener Kommunalpolitiker viel zu tun haben. Alles wird in langen Sitzungen ehrenamtlich behandelt, dafür muss man auch erst mal Nerven und Energie haben. Zumal auch die Vorbereitung auf die Sitzungen/Themen viel (Frei-)Zeit in Anspruch nimmt.

Im Mai hatten CDU und SPD die Verwaltung gebeten mal zu prüfen, wie die Verwaltung näher an die Bürger*innen ranrücken kann, bzw umgekehrt. Dies, so hatte man sich gedacht, sollte für die einen auf digitalem Wege möglich sein. Für die anderen, die lieber persönlich vorsprechen möchten, sollten die Bezirksämter und die Bürgerservicestellen so gestaltet werden, dass die Leute dort alles nur mögliche erledigen können.

Seit Mai wurde u. a. überlegt, 1. die Akten stärker zu digitalisieren und auf der anderen Seite 2. die Dienstleistungen der Bezirksämter und Servicestellen zu erweitern, so dass man dort mehr erledigen kann als bisher (z. B. Grundsicherung im Alter). Dienstag, 27. 09, ab 17 Uhr berichtet die Verwaltung im Personal- und Verwaltungsausschuss, was bei ihren Überlegungen rausgekommen ist (im Sitzungssaal des früheren ASEAG-Gebäudes, Adalbertsteinweg).

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15 Kinder unter 3 Jahren werden neuerdings im Vereinsheim der Kleingartenanlage Hangeweiher betreut. Darauf haben sich die Erzieherinnen und die Kleingärtner geeinigt. Im Kinder- und Jugendausschuss (Die., 27. 09. ab 17 Uhr, Raum 207, Verwaltungsgebäude Mozartstraße) wird der Antrag der Kindertagesstätten-Leiterin behandelt, die ihre Kita als „Gartenkinder Hangeweiher gUG“ anerkannt haben möchte und um die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe bittet. Was bestimmt gern genehmigt wird.

Die Kindertagesstätte besteht seit dem Jahr 2000 und ist aus einer Tagesmutterbetreuung hervorgegangen. Jüngst wurden der ehemaligen Tagesmutter die Räume gekündigt, sie konnte bei den Kleingärtnern unterkommen, was ja eine wunderbare Lösung ist.

In dem Ausschuss geht es außerdem um die Erneuerung des Basketballplatzes im Westpark (die wohl abgeschmettert wird) und um für Familien brisante Themen wie U3 und Ü3 Ausbau. Schaut auf die Tagesordnung und lest selbst.

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Und schon sind wir bei Mittwoch, 28. September, wo über Aachen-Mitte diskutiert wird. Die Innenstadt hat nämlich für ihre Angelegenheiten einen eigenen Ausschuss, ganz wie die Stadtbezirke (z. B. Laurensbeg, Walheim, Haaren usw) jeweils auch.

Verhandelt werden kleine und große Veränderungen, die folgende Straßen betreffen: Stettiner Straße, Schönforst, Am Höfling, Prager Ring/Krefelder Straße/Eulersweg, Kapellenstraße und Kurbrunnenstraße/Bachstraße. Auch hier empfiehlt sich ein Blick auf die Tagesordnung und natürlich auf die Anhänge. (Beginn: 17 Uhr im Haus Löwenstein am Aachener Markt)

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Der Mobilitätsausschuss (Do., 29. 09., 17 Uhr im Saal 170 des Verwaltungsgebäudes Lagerhausstraße) ist immer einen Besuch wert. Die Tagesordnung umfasst 20 Punkte, und der wichtigste ist mMn die Erhöhung der Fahrkosten für Bus und Bahn im Gebiet des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) zum Januar 2017.

Die Preiserhöhung ist bei den Wochen-, Monats- und Jahreskarten am höchsten: 3,1 Prozent im Durchschnitt. Die „School&Fun“-Tickets für Selbstzahler kosten ab Schuljahr 2017/2018 genau 28,50 Euro. Auch ganz schön teuer. Bei den Seniorenabos sollen vor allem die Preise für die Karten für das Aktiv-Duo mit 4,22 Prozent oder 3,60 Euro deutlich steigen.

An den Preisen für Einzeltickets wird, soweit ich sehe, nichts geändert. Auch die Vier-Fahrten-Tickets sollen stabil bleiben. Aber Ferientickets für Senioren sollen abgeschafft werden, sie wurden zu selten nachgefragt.

So schaufelt sich der AVV, ein per se defizitäres Unterfangen, immerhin zusätzliche 2,2 Millionen Euro in die Kasse. Insgesamt werden 88,5 Millionen Euro kassiert. Dabei entfällt der dickste Batzen auf die Wochen-, Monats- und Jahreskarten mit 67,3 Millionen Euro. Einzeltickets tragen rund 21 Millionen Euro zu den Erträgen bei. Das ist den Vorlagen zu entnehmen.

Die Tariferhöhung kommt ganz sicher. Der Grund: steigende Löhne, dringend nötige Investitionen, wieder ansteigende Spritkosten. Im Durchschnitt, so meine ich zu wissen, müssen bei uns – damit Busse und Bahn fahren – 40 Prozent der Kosten, die entstehen, aus der Kasse der Stadt Aachen kommen.

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Was den Schulausschuss betrifft, verweise ich euch für heute an den Piraten-Kollegen @navelbrush (Michael Sahm) und seinen Blog. Dort wird nichts verschwiegen oder beschönigt, aber alles Wissenswerte zu Aachener Schulen mitgeteilt.

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Bleibt der Sozialausschuss (Ausschuss für Soziales, Integration, und Demographie), dessen Mitglieder sich am Donnerstag, 29. September, um 17 Uhr im großen Saal des Rathauses treffen.

Die Mütter-Cafés des Deutschen Kinderschutzbunds in Aachen-Ost und Aachen-Nord werden vorgestellt, die Mietpreisgestaltung im städtischen Wohnhausbestand thematisiert und über die Unterbringung von Flüchtlingen berichtet.

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Nachklapp: Es ist in Aachen wie auch in anderen Städten und Gemeinden die Verwaltung, die dafür sorgt, dass alles rundläuft und man sich in seiner Stadt wohlfühlen kann. Die deutsche Verwaltung ist so aufgebaut, dass sie von (ehrenamtlichen) Kommunalpolitikern kontrolliert und ein bisschen geleitet wird. Das ging viele Jahre lang gut. Allerdings leben wir jetzt in Zeiten, in denen es uns nicht mehr egal sein sollte, wer in den Räten und an der Spitze der Verwaltung sitzt. Deswegen müssen wir alle mehr Verantwortung übernehmen, manche zum ersten Mal. Meckern und sich sonst im Hintergrund zu halten, das reicht heutzutage nicht mehr.

Aachenerinnen und Aachener sollten sich mehr in den politischen Prozess einbringen. Und sei es nur mit einer Mail an die Ratsleute, um zu fragen, was sie gerade in einem ihrer Ausschüsse bearbeiten.

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Piraten erkennen IT-Sicherheitsmängel bei der Stadtverwaltung

Datensicherheit Aachen

Die Zeiten, in denen Daten nur so aufbewahrt wurden, sind vorbei. Daten werden elektronisch gesammelt und sind leicht einsehbar, wenn es – wie in Aachen – an der IT-Sicherheit mangelt.

„Wie einer unserer sachkundigen Bürger herausfand hatte die Stadt Ende Mai ein beträchtliches Sicherheitsproblem, bei dem ein Server mit einem extrem schwachen Passwort abgesichert war“, teilte jetzt Piraten-Fraktionsvorsitzender Udo Pütz mit. Dieses Sicherheitsproblem existiert auch heute noch, davon gehen die Piraten aus. Es werden leicht knackbare Passwörter verwendet (z. B. 12345678, Vorname der Gattin, qwertzui) – und das an wirklich zentralen Stellen.

Die Stadtverwaltung ist Eigentümer von hochsensiblen Daten von uns allen. Sie sollte ihre IT angemessen schützen, was zurzeit nicht der Fall ist. Die Piratenpartei in Aachen sorgt sich um die Sicherheit der Stadt und die Daten der Bürgerinnen und Bürger. Mehr noch: Sitzt man mit Piraten zusammen, erlebt man sie gleichzeitig erheitert und tief erschüttert über die Fahrlässigkeit der städtischen IT-Experten. Was da alles sichtbar ist . . .

Nach viel Vorarbeit wurden jetzt drei Ratsanträge mit den Themen „Signierter E-Mail Verkehr, Verschlüsselung personenbezogener Daten sowie Passwörter und IT Sicherheit“ eingereicht, die eben diese Sicherheit verbessern sollen. Mal sehen, wann diese Ratsanträge bearbeitet werden. (Die meisten Anträge der Piraten werden in der Verwaltung regelrecht verschleppt, monatelang nicht bearbeitet. Noch nie habe ich eine Fraktion erlebt, die dies mit so unendlicher Geduld hinnimmt. Aber das ist ein anderes Thema.)

Um die nichtöffentlichen Daten der Verwaltung und der Bürger*innen zu schützen und die Server vor Angriffen zu bewahren ist es von immenser Wichtigkeit, dass der Zugriff sicher gestaltet ist.

„Das Problem wäre mit einer 2-Faktor-Authentifikation gar nicht aufgetreten“, sagt Udo Pütz. Bei einer 2-Faktor-Authentifikation kombiniert man etwas, was man weiss, mit einem Gegenstand, den man hat. Es wird der Zugriff zum System zusätzlich zum normalen Passwort durch einen Sicherheitsschlüssel auf z.B. einem USB-Stick oder einer Smartcard abgesichert. Ein schwaches Passwort oder der Verlust eines Passworts wiegt durch den notwendigen zweiten Faktor, den Schlüssel, nicht schwer.

Wenn nach dem ersten sicheren Zugang alle weiteren Zugänge, auf z.B. ein Redaktionssystem oder weitere Datenspeicher, über ein gegenseitiges Vertrauen der Systeme passiert (sog. Single Sign On – SSO) ist der Komfort durch das nur einmalige Login hoch aber gleichzeitig ein hoher Sicherheitslevel gewährleistet.

Auch der E-Mail-Verkehr der Stadtverwaltung muss sicherer werden. Die Verwendung einer kryptografischen Signatur als erster Schritt dokumentiert die Echtheit des Absenders und unterstützt dadurch beispielsweise die Erkennung von E-Mails mit Schadsoftware. Sie dient auch der Vorbereitung auf eine vollständige Verschlüsselung des E-Mail-Verkehrs.

Wichtig: Das liest sich für Laien sehr kompliziert, ist es aber nicht.

Durch die Verschlüsselung mindestens der personenbezogenen Daten auf mobilen Endgeräten, wie zum Beispiel Handys, Laptops oder Tablets, sind diese bei Diebstahl oder Verlust geschützt. Sämtliche moderne Geräte bieten eine solche Verschlüsselung von Hause aus an, die ohne großen Aufwand genutzt werden kann.

Die Piraten in Aachen fordern, dass die Mitarbeiter der Stadt Aachen dazu angehalten und geschult werden, die sicherheitstechnischen Mittel zu nutzen, damit die Sicherheit der Daten der Stadt und somit auch ihrer Bürgerinnen und Bürger deutlich erhöht wird.

(Die 3 Anträge werden später hier noch wörtlich eingestellt.)

Erheblichen Anteil an der Arbeit der Piratenpartei in Aachen hat in dieser Hinsicht  übrigens  Matthias Achilles. @madgnome

http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/hinweis-auf-luecke-in-it-sicherheit-der-stadt-1.1455359

Datenschrott Aachen

Daten können vernichtet werden, wenn man sie nicht sicher lagert. Hier ein Beispiel aus der analogen Welt: Was übrig blieb, als das Kölner Stadtarchiv in einen U-Bahn-Schacht stürzte.

 

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Eine positive Bilanz

Neulich auf der Fahrt nach Köln im Zug: Zwei mir zufällig gegenübersitzende Personen versuchen zusammenzuzählen, wo überall in Aachen derzeit Wohnungen gebaut werden. Eine stattliche Bilanz war das, die da zustande kam. Und ein paar ganz neue Kindergärten, eine komplett neue Gesamtschule und eine neue Sporthalle darf man da eigentlich auch dazuzählen.

Der Bedarf ist groß: Aachen wird bedingt durch die Hochschule immer mehr Einwohner bekommen. Ein paar Flüchtlinge werden ihre Verwandten nachholen. Senioren zieht es vom Land in die Stadt.

Sage und schreibe 400 Wohnungen entstehen allein in Rothe Erde in der Nähe der Aachen Arkaden. Das Viertel dort (ist das schon Forst?) wird sich entwickeln, all diese Menschen, die dort Wohnungen kaufen und mieten, werden etwas bewirken. Könnte spannend werden!

Dort gibt es einen guten Anschluss an die Bahn, es gibt direkt um die Ecke Aldi, eine Apotheke und einen Frisör, jede Menge Parkplätze in einem Parkhaus (monatliche Stellplatzmiete: 41,38 Euro) und zum entspannten Radeln den Vennbahnweg. Und es gibt die Nadelfabrik als Kulturzentrum. Im dortigen Stadtarchiv befindet sich ein Lesesaal, wo man in schöner Atmosphäre arbeiten kann, falls man zur schreibenden Zunft gehört. Was fehlt in der Ecke? Ein richtig gutes italienisches Restaurant zum Beispiel.

Matarestraße Aachen

Die neuen Wohnungen zwischen Mataréstraße und Bonifatiusweg. Im Hintergrund (l.) lugt das Parkhaus der Aachen Arkaden hervor. In der Ecke  werden bald viele hundert Menschen das Viertel verändern.

Blick ins innere der Wohnanlage.

Blick ins Innere der Wohnanlage. Um das Grün kümmert sich eigens ein Gärtner. Ist das nun schön oder doch nicht? 

 

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Nicht tot und nicht richtig lebendig

Was ist eigentlich aus dem Feierabend-Markt auf dem Gelände des alten Schlachthofs (Nähe Jülicher Straße) geworden, gibt es den überhaupt noch? Gestern habe ich nachgeschaut.

Ja, den Markt gibt es noch. Aber er scheint nicht tot und auch nicht richtig lebendig zu sein. Ein paar Leute – mehr als ich vermutet hatte – spazierten zwischen den Ständen hin und her, andere saßen in den Liegestühlen. Eine Marktfrau, die ich fragte, ob sich das Geschäft denn lohnt, meinte: „Ja, so halb und halb. Es könnte besser sein.“

Gestern, Donnerstag, war es sehr heiß, ein Gewitter lag in der Luft und ging auch später auf Aachen nieder. Insofern war das gestern sicher kein repräsentativer Tag für einen Markt unter freiem Himmel.

Aber sehr zu seinem Vorteil weiterentwickelt hat sich der Markt eigentlich nicht. Das Warenangebot ist noch immer das für einem 08/15 – Markt übliche, soweit ich sehen konnte. Falls also dieser Markt überleben soll, dann müsst ihr schon mal da hingehen und ein paar Kartoffel kaufen, nicht wahr? Ich habe drei grüne Birnen gekauft, für 3,20 Euro, das fand ich nicht gerade preisgünstig.

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Aachen leuchtet (beim September Special)

Rathaus Aachen

Heute Abend bestimmt wieder zu sehen: das angestrahlte Rathaus in Aachen.

Das haben wir gestern Abend zum ersten Mal gesehen: Das Rathaus sah – als wir nach Hause gingen – irgendwie komisch aus. Die Fassade war wie von einem Raster bedeckt. Grau-blau schimmerte das Licht, es ergab sich ein seltsamer Gitter-Effekt.

Heute Abend wird bestimmt wieder gestrahlt. Mir ist nicht klar, warum das geschieht, und warum gerade dieses Muster gewählt wurde, aber es sieht gut aus. Schnell hatten wir natürlich auch die Lampen im gegenüberliegenden Haus Löwenstein entdeckt, von wo alles ausging (s. unten).

Update: In den Weiten des Internet findet man die Lösung. Zum September Special gehört in diesem Jahr auch „Aachen leuchtet“, das ist eine etwa zehnminütige 3D-Pixelmapping-Lichtshow, die an allen Abenden des September Special gleich zweimal auf die Rathausfassade projiziert wird. „Premiere ist am Donnerstag, 15. September, gegen 22 Uhr. Zuvor sind Protagonisten des innovativen Aachener Wissenschafts- und Forschungslebens zu Gast bei der „Future Lab-Show!“ auf der Marktbühne – einem munteren Warm up mit Talk und interessanten Erkenntnissen.“

Also übermorgen nichts wie hin zum Marktplatz.

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Monsterverein wird gegründet

Und wieder dreht die Aachener Politik eine Runde und entscheidet, wie sich das Leben in Aachen gestalten soll, diese Woche sogar im Rahmen einer Ratssitzung. Von allen brisanten Sitzungen und Tagesordnungspunkten seien hier wieder nur diejenigen herausgehoben, die mir persönlich wichtig erscheinen.

Zunächst geht es um die Luft von Aachen, die wir unentwegt einatmen und die natürlich blitzsauber sein soll, denn was hat man von der schönsten Stadt, wenn die Luft uns krank macht!? In den heißen Tagen habt ihr es sicher auch gemerkt: In der Innenstadt möchte man tagsüber gar nicht richtig tief durchatmen. Da fehlt es im Talkessel an Durchzug. Und es rauschen einfach zu viele Pkw/Lkw durch die Stadt und über die Ringe.

Morgen (13. September, 17 Uhr) trifft sich der Umweltausschuss in der Reumontstraße 3, um über Aachens Luftreinhalteplan  zu debattieren. So ein Plan wird aufgestellt, damit für ein Gebiet gewährleistet wird, dass (von der europäischen Union festgelegte) Grenzwerte für Luftschadstoffe eingehalten werden können. Die Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxyd wurden in Aachen in den letzten Jahren oft, viel zu oft überschritten.

Jetzt aber, so ist der Vorlage zu entnehmen, hat sich zumindest hinsichtlich des gefährlichen Feinstaubs was getan. Die Verwaltung schreibt: „Die Betrachtung der Jahresmittelwerte (von 2015) an den Messstationen Wilhelmstraße und Burtscheid zeigt, dass die Feinstaubbelastung (PM10) im Jahresmittel deutlich gesunken ist und sich mittlerweile im ‚grünen‘ Bereich bewegt.“

Was aber Stickstoffdioxyd betrifft, sehen wir in Aachen weiterhin ganz schön alt aus. Der zulässige Grenzwert wird oft und stark überschritten. Die Verwaltung schreibt: „Der Grenzwert von 40 µg/m³ im Jahresmittel wird an stark verkehrsbeeinflussten Straßen z.T. deutlich überschritten.“ Na gute Nacht. Schuld ist nach Auffassung der Verwaltung zum Teil, was sich mit „Abgasskandal der Automobilindustrie“ kurz andeuten lässt.

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Tags drauf (Mittwoch, 14. September, um 16 Uhr) diskutieren die Mitglieder des Hauptausschuss im Rathaus u. a. die Frage, ob die Stadt Aachen Gründungsmitglied des neuen Vereins „Metropolregion Rheinland“ werden soll. Tja, das liest sich jetzt so nett: Ein Verein wird gegründet und Aachen wird Mitglied. Wie schön. Dahinter verbirgt sich aber eine Riesensache, wie ich meine.

Zunächst wird aus der Vorlage gar nicht so richtig klar, was genau die Metropolregion alles machen soll, welche Ziele sie wie erreichen will. Nebulös heißt es, die Mitglieder sollen die Zusammenarbeit verstärken. In der Vorlage steht: „Mitglieder des Vereins sollen die kreisfreien Städte und Kreise des Rheinlandes, die Handwerkskammern sowie die Industrie- und Handelskammern und der Landschaftsverband Rheinland sein. Die Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln, die Regionalräte in Düsseldorf und Köln sowie die Regionalmanagements erhalten einen Gaststatus. Zu Unterstützung der Vereinsarbeit soll ein beratendes Kuratorium gebildet werden. Diesem sollen Vertreterinnen und Vertreter von Bildungseinrichtungen und Universitäten, der Kirchen, Gewerkschaften, Umweltverbände, Unternehmen, Sparkassen und Personen des öffentlichen Lebens angehören.“ Ein Monsterverein, sozusagen.

Gleich von Anfang an hat man den Verdacht, es soll ein neues Monstergremium geschaffen werden, durch das nur wieder an die einzelnen Gremiumsteilnehmer tüchtig Sitzungsgeld verteilt wird. Aachen ist ja schon Mitglied in allerlei Vereinigungen, die den Zweck haben, mit den Nachbarstädten und Gemeinden teils grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten. Jetzt also noch Mitglied im Verein Metropolregion, die sich – so heißt es – europaweit, ja sogar weltweit einen Namen machen soll.

Auffallend: Die armen Städte im Ruhrgebiet, die hoffnungslos bis ans Ende aller Tage mit Milliarden (Essen) verschuldet sind, bleiben außen vor. Will man diese aufgeben und sich selbst überlassen, sich von denen absetzen?

Was wird denn die Metropolregion so kosten? „Ein erster Entwurf der Finanzplanung geht von Gesamt-Kosten in Höhe von ca. 1 Mio. Euro pro Jahr aus, die auf alle Mitglieder verteilt werden würden.“ Meine Prognose: Bei einer Million wird es bei weitem nicht bleiben.

Ich gebe zu: Was die Gründung der Metropolregion betrifft bin ich misstrauisch. Gegründet wird sie sowieso. Aber die Städte und Kreise und die StädteRegion  sind nicht diejenigen, die die Sache wünschen, erfunden haben und vorantreiben. Die Sache wird von oben diktiert. Städten und Kreisen wird am Ende nichts anderes übrig bleiben, als Mitglied zu werden.

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Der Rat der Stadt (Tagesordnung: hier) tagt ebenfalls Mittwoch, und weil es ab 17 Uhr im Rathaus final um die Neuausrichtung der Abfallwirtschaft geht, muss mit großem Besucherandrang gerechnet werden. Wer also in dem engen Saal einen Sitzplatz bekommen will, muss früh erscheinen.

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Es ist wieder September

Immer im September: Auf dem Klatschhof in Aachen gibt es was zu sehen, mal Musiker, mal Sportler. Zwischen Dom und Rathaus ist ein prima Ort für Veranstaltungen. Schön, wenn eine Stadt so einen Platz hat, wo ein gemeinschafts-Erlebnis der friedlichen Art möglich ist.

Immer im September: Auf dem Katschhof in Aachen gibt es was zu sehen, mal Musiker, mal Sportler. Oder Kunsthandwerker, oder Winzer. Zwischen Dom und Rathaus befindet sich ein prima Ort für Veranstaltungen. Schön, wenn eine Stadt so einen Platz hat, wo ein Gemeinschafts-Erlebnis der friedlichen Art möglich ist.

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Start in die neue Sitzungswoche

Wie geht es eigentlich den Rotdornen in der Nizzaallee, und wie geht es ihren Rettern? Können Sie die Bäume so pflegen, dass sie nicht umfallen, sondern wachsen und gedeihen? Eine Antwort auf diese Fragen gibt es wahrscheinlich morgen, 6. September (Stadtbetrieb, Madrider Ring 20, Saal 215). Die Rotdorne stehen dort jedenfalls auf der Tagesordnung.

Zur Erinnerung: Die prächtigen, die Nizzaallee charakterisierenden Rotdorne sollten eigentlich Zug um Zug durch irgendwelche anderen Bäumchen ersetzt werden. Dagegen kämpfte eine Art Bürgerinitiative, die auch tatsächlich erreichte, dass sie zunächst fünf Jahre lang die Rotdorne in der Allee selbst pflegen darf. Merke: Schwer muss man sich bisweilen anstrengen für die Erlaubnis, der Stadt und dem Stadtbild etwas Gutes tun zu dürfen.

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Um Aachens Museen und zu welchem Preis man die Kunst darin besichtigen darf, darum geht es morgen ebenfalls (Verwaltungsgebäude Mozartstraße, Raum 207/208, ab 17 Uhr). Der Vorlage ist zu entnehmen, dass die Verwaltung die Eintrittspreise gern erhöhen möchte um das Defizit zu verringern. Seit rund 8 Jahren sinken die Besucherzahlen in Aachens Museen ständig. Das hat mit den Chefs der Häuser zu tun, wer hatte die nochmal ausgesucht? (Regieanweisung: Bitteres Lachen) Allein die Eröffnung des neuen Stadtmuseums am Katschhof brachte 2015 ein Besucher-Plus.

88.848 Besucherinnen und Besucher kamen 2015 in die Aachener Museen (Zahl um diverse Kursteilnehmer bereinigt). Davon entfallen allein 40.405 auf das neue Centre Charlemagne. An Eintritt kassierten die Mitarbeiterinnen in den Museen knapp 231.000 Euro. Dabei kostete das Kassenpersonal, das die Eintrittsgelder kassierte, selber allein schon mehr, nämlich 335.000 Euro. Es  entsteht also schon allein dadurch, dass überhaupt Eintritt kassiert wird, ein Minus von 104.000 Euro in der Stadtkasse.

Warum also nicht die Museen gänzlich kostenfrei zugänglich machen? Wird im Ausschuss diskutiert. (Kostenloser Zugang zur Kunst macht natürlich das Ausgestellte nicht attraktiver, aber naja). Derzeit beträgt der Eintritt 5 Euro pro Person, es ist aber unter anderem eine Erhöhung des Eintritts auf 10 Euro für Wechselausstellungen und 8 Euro für die Dauerausstellungen im Gespräch. Auf die Diskussion im Ausschuss darf man gespannt sein.

Da geht es übrigens auch um „freies WLAN in städtischen Kultureinrichtungen“. Die Anregung kommt von den Grünen, und die Umsetzung wäre ein Gewinn. Freies WLAN hat in der Wissenschaftsstadt aber absurderweise null Chance. Deshalb: Freut euch erst gar nicht, freies WLAN wird von CDU/SPD nicht unterstützt.

Mit ihrem „Aachen WiFi“ bleibt die Stadt unter ihren Möglichkeiten und merkt es nicht mal. Nein, man brüstet sich auch noch mit diesem rückständigen Quatsch. Der geht so: In den ersten 30 Minuten ist der Zugang gratis, danach nicht mehr. Darüber hinaus ist WLAN mit Zugangs-Code, den man auf einem Zettel irgendwo entgegennehmen muss  (hahahaha) für 24 Stunden (!) ebenfalls gratis. Aber ein Wissenschaftsjahr veranstalten . . . das könnense.

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Die Sitzung des Integrationsrates findet am Mittwoch, 7. September, ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Rates im Rathaus statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein Sachstandsbericht zur Unterbringung von Geflüchteten.

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Zum Ausklang der Sitzungswoche kommt (Donnerstag, 8. September, 17 Uhr) der  Sportausschuss im Haus Löwenstein zusammen. Im öffentlichen Teil der Sitzung befasst er sich mit der Analyse der wirtschaftlichen Situation der städtischen Schwimmsportstätten, mit der Umwandlung von Ascheplätzen in Kunstrasenplätze und mit Bürgerfragen zum Sportpark Soers.

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Schieben und quetschen auf dem Kunsthandwerkermarkt

handwerkermarkt Aachen

Vor lauter Menschen sieht man heute (Samstag) beim Handwerkermarkt in Aachen das Handwerk kaum noch.

Es ist wieder so weit, und es ist schönstes Sommerwetter. In Aachens Innenstadt ist Handwerkermarkt, zum 40. Mal. Gefühlt eine Million Menschen sind in die Stadt gekommen und quetschen sich auf sieben Plätzen an den Ständen der Bastelkünstler vorbei. Von denen sieht man kaum was, (Ausstellerverzeichnis hier) wenn man wie ich 163 cm groß ist.

Geboten wird viel selbstangefertigter Schmuck, gebaut nach der Art der Ingenieure, wie es die Deutschen gern haben. Dieser Schmuck kann alles sein: rund oder eckig, glatt oder geriffelt, aus Silber und Metall, Stoff und Horn, alles wie aus dem Schraubenkasten einer Autowerkstatt. Kein Schmuck vom Handwerkermarkt ist richtig, richtig geil. Genauso die Textilien, sicherlich nahezu alle in vielen, vielen Stunden geklöppelt oder gehäkelt, gestrickt oder genäht oder alles zusammen, aber sehr, sehr unelegant. Es sieht so aus, als dächten die Textil-Handwerkerinnen: Die Handschuhe, Schals, Jacken, Kleider, Röcke und Hosen, die Pulswärmer und Stirnbänder und all das andere Zeug in bester Qualität und Machart müssen unbedingt bieder aussehen und labberig, sie dürfen eins auf keinen Fall sein: elegant. Und das sind sie dann auch nicht.

Das gilt auch für Taschen und Gürtel. Und für Geschirr. Doch wie am Zulauf abzulesen ist, ist es genau das, was Tausende zumindest gern sehen wollen und hoffentlich auch kaufen. Die Preise sind übrigens gesalzen, bestimmt aber gerechtfertigt entsprechend den vielen Stunden Arbeit, die investiert wurden. Auch die Standgebühren sind nicht niedrig.

Heute (Samstag) geöffnet noch bis 19 Uhr. Morgen (Sonntag, 4. September) von 11 bis 19 Uhr.

Schieben und quetschen: Es ist wie in Monschau, nein schlimmer. Ich wünsche alle Handwerkern heute und noch morgen "gute Geschäfte".

Schieben und quetschen auf der Ursulinerstraße, es ist wie in Monschau, nein schlimmer. Wie auch immer: Ich wünsche allen 300 Ausstellern „immer gute Geschäfte“.

Sind das jetzt Mäntel oder Großraumzelte oder was? Aber okay, wer's mag, soll es sich kaufen.

Sind das jetzt Mäntel oder Ein-Personen-Zelte oder was? Aber okay, wer’s mag, soll es sich kaufen.

Weit, wallend, umfangreich und nicht sexy: Wer sich so kleiden will, ist als Kundin auf dem Kunsthandwerkermarkt richtig.

Weit, wallend, umfangreich und unsexy: Wer sich so kleiden will, hat seine Gründe und ist als Kundin auf dem Kunsthandwerkermarkt richtig.

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Ratspolitik in dieser Woche

Spannend wird es am Dienstag, 30. August, im Bürgerforum (17 Uhr, Rathaus, Sitzungssaal), wo es um die völlige Neuorganisation der Aachener Abfallwirtschaft geht. Infos hier.

Das Wichtigste: Entsorgung wird für die allermeisten Haushalte deutlich teurer. Stellt euch darauf ein, dass ihr 2017 mindestens doppelt so viel für den Abtransport von Müll und Abfall bezahlen müsst wie 2016. Es soll auch Haushalte geben, für die die Sache preiswerter wird. Das wird jedenfalls behauptet.

Möglicherweise werden die ersten empörten Bürger am Dienstag schon im Bürgerforum aufschlagen. Richtig Dampf kommt aber in die Kiste, wenn die Leute 2017 ihre ersten Abrechnungen bekommen und die konkreten Zahlen vor Augen haben. Dann werden die Kommunalpolitiker, so vermute ich, sich vor Beschimpfungen wütender Bürger kaum retten können. Nur: Etwas bewirken wird niemand mehr.

Mir scheint, je mehr Müll und Abfall getrennt und gespart wird, desto teurer wird die Sache. Anschaulich dargestellt werden die neu zu zahlenden Summen hier.

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Wer mitten in Aachen (und nicht in einem Stadtbezirk) wohnt, geht vielleicht mal zur Sitzung der Bezirksvertretung Mitte am Mittwoch, 31. August. Hier seht ihr, womit sich dieses Gremium (im Haus Löwenstein, gegenüber Rathaus) ab 17 Uhr befasst. Unter anderem auch damit:

  1. Das Stadtarchiv ist dabei, den Nachlass von Leo Hugot (1925 bis 1982) in seine Bestände einzuarbeiten und zugänglich zu machen. Und ein CDU-Ratsherr hat einen Antrag eingereicht, es möge ein kleines Stück eines Platzes in Aachen nach diesem Aachener Stadtkonservator, Dombaumeister und Architekt benannt werden.
  2. In der Aachener Innenstadt befinden sich derzeit – an 19 Standorten – 28 gewerberechtlich konzessionierte Spielhallen. Aachen wollte schon immer die Zahl der Spielhallen reduzieren und auch die Anzahl der Straßen, in denen überhaupt Spielhallen betrieben werden dürfen. Dazu werden in der Bezirksvertretung jetzt weitere Schritte vorbereitet. Die Betreiber hatten ein paar Jahre Zeit, sich darauf einzustellen. Diese Frist läuft ab am 30. 11. 2017, einige Spielhallen werden wohl schließen müssen. Das Spielkasino im Tivoli ist davon aber nicht betroffen. Mehr hier.

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Das Spielhallen-Konzept der Stadt Aachen steht im Planungsausschuss ebenfalls auf der Tagesordnung  (Do., 01. 09., 17 Uhr, Sitzungssaal 170, Verwaltungsgebäude Lagerhausstraße).

Auch die Umgestaltung des Hofs ist dort wieder Thema. Dabei würde mich interessieren, wie der Oberbürgermeister endlich mal sicherstellen will, dass in Aachen ein neu gelegtes Pflaster nicht innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Verlegen wieder so defekt ist, dass es ausgebessert werden muss. „Herr Philipp, kriegen Sie und Ihre Leute das hin, dass das neue Pflaster im Hof nicht nach kurzer Zeit schon bröckelig und wellig ist? Und wenn ja, wie?“ Templergraben und Johannes-Paul-II. Straße (vor der Domschatzkammer) sind abschreckende Negativ-Beispiele.

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